Create prototypes by yourself
Nervige Internetseiten, zu viele Kaufabbrüche, nicht verständliche Online-Prozesse: Usability muss her! User Centered Design macht Kunden glücklicher und steigert gleichzeitig die Konversionsraten. Ein passendes Tool dafür hat die Pidoco GmbH aus Berlin herausgegeben: Eine einfach zu bedienende Usability Software Suite mit der man nicht nur klickbare Wireframes erstellen, sondern diese Wireframes (oder Web-Prototypen) über diverse integrierte Tools auch remote testen kann. Finden Sie heraus, wie Ihnen webbasiertes Paper Prototyping Zeit, Kosten und Enttäuschungen bei der Webentwicklung erspart und gleichzeitig die Usability und Akzeptanz Ihrer Webseiten erhöht.Die Methode des Rapid Paper Prototyping zur Skizzierung erster Konzeptideen bei der Webentwicklung ist mittlerweile im Entwicklungsprozess von Webseiten fest verankert. Das Grobkonzept mit dem grundlegenden Layout wird von Hand aufs Papier gebracht und dann im Team diskutiert. In der Diskussion unter Experten wird dieser einfache Papier-Prototyp optimiert und reicht dann im Regelfall als Richtlinie oder grobes Konzept für die weitere Ausarbeitung der Webapplikation.
Viele Konzepter führen mit diesen Freihandzeichnungen bereits die ersten Nutzertests durch (soweit das möglich ist), um die auffälligsten Schwächen im Konzept bereits in der Prototyping-Phase zu entdecken. Denn eine frühzeitige Erkenntnis spart später Zeit und Entwicklungskosten und reduziert die Wahrscheinlichkeit nachträglicher Änderungen. Gleichzeitig erhöhen sie durch diese Usability-Tests die Akzeptanz ihrer Webseiten oder mobilen Applikationen.
Nachteile des Rapid Paper Prototyping
Als größte Nachteile des klassischen Paper Prototyping haben sich jedoch insbesondere zwei Aspekte herauskristallisiert.
Zum einen bedingt Papier, dass man es schlecht mit anderen Computerprogrammen weiterverarbeiten oder seinen Kollegen zusenden kann. Deshalb sind einige Konzeptioner dazu übergegangen, ihre Prototypen direkt in bestehenden Softwarelösungen wie MS Visio zu kreieren. Durch das direkte Erstellen der Wireframes im Computer ist zwar die Weiterverarbeitung und Zusammenarbeit erleichtert, doch die Wireframes sind weiterhin genauso statisch wie auf Papier - was genau der zweite Nachteil des klassischen Paper Prototyping ist. Links, dynamische Menüs und Workflows werden nicht abgebildet und müssen in Nutzertests oder Dokumentationen umständlich in Wort und Bild erklärt werden. Dokumentationen von insbesondere komplexen Prototypen werden so zu seitenstarken und verwirrenden Dokumenten.
Diesem Problem hat sich die pidoco° GmbH mit Sitz in Berlin angenommen. Das Unternehmen, mit starken Partnern wie dem High Tech Gründerfonds im Hintergrund, ist aus dem Hasso Plattner (SAP) Institut hervorgegangen und fokussiert sich auf die Entwicklung von Prototyping und Usability Software für das Screendesign. Zum jetzigen Zeitpunk bietet das Berliner Softwarehaus eine komplette Software Suite für das User Centered Design, das den gesamten Prozess vom Prototyping bis zum Remote Usability Testing abdeckt. Die 3 Module sind der „Prototype Creator", mit dem nicht nur Webdesigner einfach per Drag and Drop
klickbare Wireframes erstellen können, die tatsächlich verlinkt sind und i.w.S. Funktionalität aufweisen, um danach mit dem „Prototype Reviewer" Feedback zu diesen Prototypen einsammeln zu können. Wer's noch genauer braucht, der kann durch den Remote Usability Tester (closed beta) über das Internet Usability Tests mit Testnutzern durchführen und so ganz einfach in die höheren Shpären des Usability Testing einsteigen.
Digitales Rapid Prototyping
Mit der Kernanwendung, dem Prototype Creator, können per Drag&Drop aus vorgefertigten Interfacebausteinen (z.B. dynamische Menüs, Radiobuttons, Comboboxen etc.) Webseiten und andere Interfaces zusammengeklickt werden. Buttons, Menüs und Texte können ganz ohne Programmierung verlinkt werden, um so ein echtes Abbild der zu entwickelnden Webseite zu erhalten. Durch diese Interaktivität lassen sich komplette Workflows und Klickpfade simulieren und geben einen klaren Eindruck, was die später zu entwickelnde Website leisten soll. Übrigens: über sog. Klickareas können auch bestehende statische Screenshots (z.B. aus Photoshop) verlinkt und interaktiv werden, so dass auch hier Klickstrecken und Prozesse einfach und bequem durchgetestet werden können.
Review der erstellten Prototypen
Egal wie der Prototyp erstellt wurde, mit dem Prototype Reviewer können die Prototypen für die Expertenevaluation veröffentlicht werden. Der Reviewer ermöglicht es, andere Feedbackgeber (gerne auch Kunden) direkt über das
Wireframe Tool einzuladen und eine Diskussion über den Prototypen zu starten. Geladene Experten und Kollegen können die so zur Verfügung gestellten Wireframes wie eine normale Internetseite durchklicken, aber mit der Annotationsfunktion Feedback zu Prozessen, Layoutkonzept und ähnlichem abgeben.
Der Remote Usability Tester
Wer noch mehr Klarheit über die spätere Akzeptanz seiner Website haben möchte, dem seien noch tiefergehende Usability Tests empfohlen. Bei dem hier vorgestellten Remote Usability Test sind Test-Moderator und Proband über einen Shared Screen und per Telefon miteinander verbunden.
Eigentlich funktionieren Remote Usability Tests genauso wie klassische Usability Tests vor Ort. Der Test-Moderator stellt dem Probanden Aufgaben, die dieser in dem Prototypen lösen soll. Läuft der Usability Test über das Internet ab (also remote), kann der Moderator über den Shared Screen alle Bewegungsschritte des Testkandidaten im Prototypen mitverfolgen und kritisch hinterfragen.
FazitAuch, wenn wir hier nur die Möglichkeit haben, einen kurzen, beispielhaften Einblick in die Neuentwicklungen im Digitalen Paper Prototyping zu geben, sieht man doch, dass die Entwicklung auch in diesem Bereich schnell voran geht. Mit Spannung erwarten wir die weiteren Schritte und neuen Tools.