Anleger in Ketzin
Deutschlands Wasserstraßen laden seit dem Fall der Mauer dazu ein, sich aktiv am
Wassersport zu beteiligen. Der Bootsmarkt hat sich zu einem wichtigen, umfangreichen Wirtschaftszweig entwickelt. Vor allem Yachten für die Binnengewässer werden den Wassersportlern angeboten.
Neben dem
Kauf von Booten über den umfangreichen Bootsmarkt besteht die Möglichkeit,
Boote für einen Urlaub auf dem Wasser zu chartern. Dieser
Wassertourismus kann teilweise führerscheinfrei betrieben werden. Trotzdem ist es sinnvoll, sich mit einem Bootsführerschein auf den Weg zu machen, da der Wassertourismus in Verruf geraten kann, wenn Wasserwanderer aus Unerfahrenheit oder aus Unkenntnis der herrschenden Regeln auf dem Wasser Gefahrensituationen verursachen. Wassertouristen mit Charterbooten wird daher manchmal in Yachthäfen mit Argwohn begegnet. Ein Forum im Internet zu dem Thema Wassertourismus bietet die Möglichkeit eines Gedankenaustausches, was bei der Vorbereitung einer Bootstour sehr hilfreich sein kann.
Urlauber, die den Wassertourismus erst gerade entdeckt haben, können sich häufig gar nicht vorstellen, welche Wirkung scheinbare Kleinigkeiten auf die Sicherheit haben können. Der erfahrene Wassersportler kennt die Manövrierfähigkeit seines Bootes. Bei Charteryachten muss der Wassertourist aber erst die Eigenarten des Charterbootes kennenlernen.
Bei der Übernahme eines Charterbootes sollte man sich Zeit lassen, um Beschädigungen des Rumpfes erkennen zu können. Wassertouristen (besonders Einsteiger in den
Wassertourismus) konzentrieren sich meist auf die Bootshandhabung und Bootstechnik. Dabei werden die Schrammen, die der vorherige Wasserwanderer möglicherweise verursacht hat, übersehen. Bei der Rückgabe ist dann manchmal die Kaution weg.
Treten unterwegs Fehler bei der Technik auf, sollte man sofort Kontakt mit dem Vercharterer aufnehmen, um keine weiteren Schäden zu verursachen. Wassertouristen sind auf Urlaub programmiert und übersehen daher häufig wichtige Elemente eines Bootsurlaubs auf Charterbasis. Es ist vorgekommen, dass ein Anker mit Kette verloren ging, weil die Ankerkette am Ende nicht ordentlich im Innern des Schiffsrumpfes befestigt war. Das wird der Wassertourist bei der Übernahme nicht erkennen können. In solch einem Fall, muss der Vercharterer sofort Abhilfe schaffen, indem er einen Werkstattwagen zum Boot schickt, da ohne Anker die Fortsetzung des Bootsurlaubes nicht möglich ist.
Sorgenfreier ist man daher auf dem eigenen Boot unterwegs. Man kennt dann alle Eigenarten und die Fehlerdiagnose fällt einem leichter. Man muss also abschätzen, ob sich der Kauf eines Bootes mit allen damit verbundenen Kosten lohnt.
Manfred Reiser