Ein Unternehmen kann seinen Wasserverbrauch durch Kreislaufführung senken. Dabei ist ein hoher Nutzungsfaktor anzustreben, d.h. somit das Verhältnis zwischen eingesetztem zu genutztem Wasser maximiert wird. Da Abwässer in der Regel die höchste Schadstoffbelastung aufweisen, verringert sich automatisch auch die Abwasserbelastung, wenn der Anteil der produktionsspezifischen Abwässer sowie deren Verschmutzungsgrad möglichst gering ist.
Im Rahmen konventioneller Technologien geschieht die Gewinnung von Wasser durch die direkte Entnahme aus dem fließenden oder stehenden Gewässer. In Ländern mit Süßwassermangel kann das Dargebot durch die Entsalzung von Meer- oder Brackwasser erhöht werden. Ergänzend hierzu kann auch der Süßwassertransport mit Schiffen vorgenommen werden. Wesentliche Voraussetzungen sind die Vermeidung bzw. Beseitigung von Verschmutzungen je nach Verwendungszweck des importierten Wassers sowie die Infrastruktur im Geber- und Empfängerland zum Be- und Entladen und Verteilen des Wassers. Vgl. hierzu ergänzend u.a. Jörg Becker: Standortindikatoren I. – Performance-Pegelstände vor Ort, Sensoren am Standortpuls, ISBN 978-3-8391-1823-8 oder Jörg Becker: Standortanalyse aus dem Indikatoren-Cockpit Erkundung der Indikator-Landschaft, ISBN 978-3-8423-1858-8.
Bezüglich Qualität des Wassers sind die höchsten Anforderungen an das Trinkwasser zu stellen, die geringsten Anforderungen an das Kühlwasser. Solchermaßen behandeltes Abwasser kann wegen dort geringerer Qualitätsansprüche deshalb insbesondere für Bewässerung, für industrielle Zwecke oder für Grundwasseranreicherung benutzt werden. Die Reihenfolge der Nutzung sollte somit so vorgesehen werden, dass Verbraucher mit den höchsten Qualitätserfordernissen auch zuerst entnehmen können, gefolgt von jenen Verbrauchern, die eine niedrigere Wasserqualität benötigen. Da auf diese Weise für viele Zwecke gereinigtes Abwasser einer Mehrfachnutzung zugeführt wird, kann damit gleichzeitig mehr Süßwasser für häusliche Zwecke verfügbar gemacht werden. Im Rahmen konventioneller Technologien geschieht die Gewinnung von Wasser durch die direkte Entnahme aus dem fließenden oder stehenden Gewässer. Um das an der Quelle an die Oberfläche austretende Grundwasser möglichst vollständig und sauber nutzen zu können, werden Quellfassungen gebaut. Die Entnahme von Grundwasser erfolgt aus Schachtbrunnen oder aus Bohrbrunnen. Die Sammlung von Regenwasser in Tanks, Zisternen u.a. ist vor allem in Regionen sinnvoll, in denen die jährliche Niederschlagsmenge zwischen 200 und 1.000 mm liegt. Mit Hilfe von in Flussläufen errichteten Staudämmen/-mauern lässt sich Wasser zurückhalten und über einen gewissen Zeitraum speichern, d.h. es kann sowohl eine zeitliche als auch über Transportleistungen eine räumliche Wasserumverteilung vorgenommen werden.
Ausgangsbasis für die Errechnung von Abwasserkennzahlen ist die Gesamtabwassermenge in m3 als Summe aller belasteten und unbelasteten Wasserströme, die von dem Unternehmen in die Kanalisation oder in die Gewässer eingeleitet werden. Neben der Darstellung von Mengenströmen sind oft auch Kennzahlen zu einzelnen Schadstoffarten oder Schadstoffkonzentrationen sinnvoll. Vgl. aus ganzheitlicher Sicht u.a. Jörg Becker: Die Vermessung der Standorte – Arbeitsbuch, ISBN 978-3-8370-6724-8. Vgl. aus allgemeiner strategischer Sicht u.a. Jörg Becker: Strategischer Potential-Check des Standortes – Ausloten von Standortperspektiven, ISBN 978-3-8370-4978-7.
Jörg Becker
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