halbhohe Sandfiltereinheit
Um eine optimale Wasserqualität konstant im privaten Swimmingpool zu gewährleisten, müssen regelmäßig Arbeiten an der Sandfilteranlage durchgeführt werden. Desweiteren sind die Wasserwerte hinsichtlich des PH-Wertes und Chlorgehaltes zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
Doch zunächst zu den Arbeiten an der Filteranlage:
In dem Filterkessel, der in der Regel aus PP oder GFK gefertigt ist, ist eine entsprechende Menge Quarzsand in der Körnung von 0,4 bis 1,0 mm eingefüllt. Dieser Quarzsand hat die Funktion, die in das Schwimmbadwasser gelangten Feststoffe bzw. Schmutzstoffe aufzufangen. Hierbei handelt es sich um Haare, Schuppen, Insekten, Blätter, Blüten etc.
Das Schwimmbadwasser wird dabei über die Filterpumpe vom Schwimmbecken angesaugt und mit einer genau berechneten Geschwindigkeit durch das Sandbett im Filterkessel gedrückt. Durch die geringen Öffnungen zwischen den Sandkörnen gelangt das Wasser wieder bis zum Grund des Filters und wird dort über spezielle Filterkerzen wieder dem Schwimmbecken zugeführt.
Die Schmutzstoffe, die größer sind als die Öffnungen zwischen den Sandkörnern, können nicht ungehindert den Filtersand passieren und setzen sich in dem Sand fest. Dabei ist die Geschwindigkeit mit der das Wasser durch den Filtersand gedrückt wird von besonderer Bedeutung. Dieser darf weder zu hoch noch zu niedrig sein.
Ist die Filtergeschwindigkeit zu hoch, entsteht ein Widerstand im Filter der für einen enorm hohen Druck sorgt und eventuell zu mechanischen Schäden am Kessel führen kann. Bei zu geringer Filtergeschwindigkeit, erfolgt keine ausreichende Umwälzung des Schwimmbadwassers. Die Faktoren Beckenvolumen, Filterpumpenleistung und Filteroberfläche stehen in einem engen Verhältnis und eine Filtergeschwindigkeit von 30 m/h wird als optimal bezeichnet. Durch den ständigen Anstieg der Verschmutzung im Schwimmbecken (besonders bei Außenpools) steigt auch die Verschmutzung im Filterkessel an. Dies führt automatisch zu einem Druckanstieg im Kessel. Die Folge ist eine geringere Umwälzung des Beckenvolumens was unmittelbar Einfluss auf die Wasserqualität hat und zu einer Verkeimung des Filters führt.
Wie kann dieser Verkeimung vorgesorgt werden ?
Durch das regelmäßige Rückspülen (Empfehlung 1 x wöchentlich) des Filtersandes für eine Dauer von ca. 3 Minuten wird das Schwimmbadwasser von unten nach oben gedrückt (umgekehrte Fließrichtung). Dies lockert das Sandbett auf und die gesammelten Schmutzstoffe lösen sich und werden nach oben gewirbelt. Das Wasser mit den Schmutzstoffen wird direkt in die angeschlossene Kanalisation geleitet und aus dem Schwimmbadkreislauf entfernt.
Nach der Rückspülung wird noch eine Nachspülung von ca. 30 Sekunden vorgenommen, mit der die restlichen Verschmutzungen ausgespült werden. Erst danach wird die Filteranlage wieder auf Normalbetrieb umgestellt und das Wasser wieder gefiltert.Verfügt die Filteranlage über ein Sichtglas, kann man darin sehr schön erkennen, wie die Schmutzstoffe nach oben gewirbelt werden und sich das Wasser eintrübt. Erst wenn das Wasser wieder klarer wird, ist ein Großteil der Stoffe über die Kanalisation abgeführt worden. Die Wassermenge, die durch das Rückspülen aus dem Poolkreislauf entfernt wird, muss durch Frischwasser wieder aufgefüllt werden. Dies führt dazu, dass während einer Badesaison das Wasser komplett erneuert wird.
Um auch die kleineren Schmutzstoffe aus dem Poolwasser entfernen zu können, die ungehindert wieder durch den Sand ins Schwimmbecken gelangen, werden sogenannte Flockmittel eingesetzt. Diese sorgen dafür, dass die kleinen Stoffe zu größeren geflockt werden und vom Sand aufgefangen werden können. Diese Mittel gibt es im Schwimmbadfachhandel als Kartusche oder in flüssiger Form. Es wird empfohlen, diese Flockmittel regelmäßig einzusetzen, um eine garantiert gute Wasserqualität zu gewährleisten. Diese kleinen Schwebteilchen kann man trotz optisch guter Wasserqualität sehr schön abends im beleuchteten Pool erkennen.
Neben der Pflege der Filteranlage ist zudem die Überprüfung der Wasserwerte (PH und Chlor) von besonderer Bedeutung. Nur wenn diese Werte stimmen und regelmäßig korrigiert werden, kann eine gute Wasserqualität garantiert werden. Die Überprüfung dieser Werte kann per Hand mit sogenannten Pooltestern erfolgen. Hierbei wird mit speziellen Tabletten eine Verfärbung der Wasserprobe hervorgerufen, die dann anhand der Farbskala außen auf dem Pooltestgerät die Werte ablesen läßt.
Eine andere Variante ist die der automatischen Dosieranlagen. Hier wird über eine Elektrode regelmäßig der Wert gemessen und bei Abweichungen vom Sollwert die entsprechend notwendige Menge PH-flüssig bzw. Chlor-flüssig hinzugegeben. So lässt sich der Zeitaufwand für die Pflege des eigenen Pools deutlich reduzieren, bei gleichmäßiger guter Wasserqualität.
Daniel Holzfuß