Taufkerze
Wir kennen sie alle, Taufsymbole, wie die Taufkerze, das Taufkleid und das Taufwasser – das sind alles feste Bestandteile der katholischen Taufe. Aber wo kommen diese Elemente her und was haben sie ursprünglich zu bedeuten?
Die Taufkerze wird traditionell am Licht der Osterkerze angezündet, die zum ersten Mal in der Osternacht gebrannt hat, der Nacht in der die Christenheit den Sieg über den Tod feierten. Das Licht ist in allen Religionen ein Symbol für das Göttliche.
Die weiße Farbe ist ein Symbol der Unschuld und der Reinheit. Die Länge, die traditionell übermäßig symbolisiert die des Taufkleides steht symbolisch dafür, dass der Täufling in den Glauben an Gott erst noch hineinwachsen muss, ohne diesbezüglich je ausgewachsen zu sein. Das neue Gewand, das dem Täufling oft erst während der Taufzeremonie angezogen oder auferlegt wird, ist außerdem ein Symbol für den neuen Menschen, den er nach der Taufe sein wird.
Das Taufwasser ist ebenfalls ein Symbol der Auferstehung eines neuen Menschen. Vor dem Mittelalter wurden Täuflinge vollkommen im Wasser untergetaucht - ein Brauch der noch bis heute in der orthodoxen Kriche fortbesteht. Der alte Mensch ist dementsprechend mit seinen Sünden untergegangen, ein neuer auferstanden. Das Wasser hat eine liturgische Wirkung: Durch die Taufe mit Weihwasser wird der Täufling von der Erbsünde und all seinen bisherigen Sünden reingewaschen. Das lebendige Wasser, als Urspung allen Lebens ist außerdem ein Symbol für Gott selbst, ebenso wie das Feuer.
Mit der Salbung mit Chrisamöl besiegelt der Pfarrer die Aufnahme des Täufling in das Volk Gottes. Der Getaufte wird wortwörtlich zum "Christen", zum Gesalbten.
(Ralf Thomas)