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Was wird die EZB als nächstes tun?

Autor: netnut | Erstellt am: 29.07.2008 | Gelesen: 15294
Kategorie: Handel - Business & Wirtschaft | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Wird die EZB die Zinsen senken oder weiter anheben?

Europäische Zentralbank
Europäische Zentralbank
Die Zentralbanken der Welt befinden sich derzeit in einer Zwickmühle, es gibt für sie gleichzeitig Faktoren die für Zinsnahebungen und für Zinssenkungen sprechen. Diesen Zustand nennen Experten Stagflation, eine Wirtschaft die ihr Wachstum mehr oder weniger einstellt aber dabei dennoch eine steigende Inflation produziert. Dieser Umstand ist sehr selten und nur schwer zu beeinflussen. Normalerweise steigt die Inflation in Zeiten einer stark wachsenden Wirtschaft, solchen Preiserhöhungen setzen Notenbanken dann Zinsanhebungen entgegen. Doch wie wird die EZB auf die aktuelle Situation reagieren? Gerade für Anleger, die festverzinsliche Anlagen wie das Festgeld nutzen, ist die zukünftige Entwicklung der Leitzinsen enorm wichtig, um möglichst hohe Festgeldzinsen und den optimalen Zeitpunkt eines Einstiegs zu finden.

Dass dies funktioniert liegt daran, dass Inflation einer Geldentwertung entspricht, mit der gleichen Menge Bargeld können nach einem Jahr weniger Waren gekauft werden als im Jahr zuvor. Habt nun die Zentralbank die Zinsen für Kredite an, wird das Geldmengenwachstum begrenzt, es befindet sich also praktisch weniger Geld im Umlauf, was wiederum dazu führt dass Unternehmen die Preise für ihre Produkte senken müssen – die Inflation nimmt ab.

Problematisch dabei ist jedoch, dass durch eine solche Begrenzung der Geldmenge auch das Wirtschaftswachstum abnimmt, in Zeiten hohem Wachstums stellt dies jedoch kein Problem dar und hilft sogar noch dabei eine Überhitzung der Märkte und die Bildung von Blasen zu vermeiden.

Trübt sich das Wirtschaftswachstum dagegen ein, so kann auch hier die Zentralbank eingreifen, diesmal durch Zinssenkungen. Wenn Kredite günstiger werden, kommt mehr Geld in den Umlauf. Dies führt dazu dass Konsumenten über mehr Geld verfügen, also auch mehr Waren kaufen können, so dass die Wirtschaft letztendlich auch wieder schneller wachsen kann.

Derzeit sind der Europäischen Zentralbank aber praktisch die Hände gebunden, denn egal was sie macht, sie löst damit Probleme aus. Hebt sie die Zinsen wie zuletzt an, so kann dies zwar helfen die Inflation zu begrenzen, bremst die ohnehin schwächelnde Wirtschaft damit aber zusätzlich aus. Will sie dagegen die Zinsen senken, wie es zum Beispiel die US-amerikanische Notenbank gemacht hat, so heizt sie die Geldentwertung weiter an. In den USA hat sich die Inflationsrate mittlerweile auf über 5 Prozent herausgeschraubt, während sie in Deutschland „nur" bei 3,3 Prozent liegt.

Daher ist davon auszugehen, dass die Zinsen in den nächsten Monaten wohl eher konstant bleiben werden, zumindest solange es keine unerwarteten harten Ausschläge zum Beispiel beim Ölpreis oder Lebensmitteln geben wird. Gerade der Ölpreis sorgt derzeit wieder für etwas mehr Entspannung, von den Höchstständen hat er sich wieder deutlich entfernt und steht derzeit sogar kurz davor die Marke von 120 Dollar wieder zu unterschreiten. Die Anzeichen, dass die Inflation im Herbst wieder nachlassen wird, häufen sich derzeit, weshalb zum Ende des Jahres wohl auch eher mit sinkenden als mit steigenden Leitzinsen zu rechnen ist. Wer eine langfristige Geldanlage sucht oder sich gegen die sinkenden Zinsen absichern möchte, sollte daher am besten jetzt in eine Anlage wie Festgeld investieren, um die jetzt noch hohen Zinsen für einen möglichst langen Zeitraum sichern zu können.
 
 
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