Über das Jahr hinweg gesehen, gibt das
Nullenergiehaus mindestens genauso viel Energie an andere Verbraucher ab, wie ihm selbst zugeführt wird. Den Ausgleich der im Winterhalbjahr zusätzlich benötigten Energie schafft man über die Stromproduktion im Sommer.
Ein Nullenergiebilanz Haus besitzt in aller Regel eine dual arbeitende Solaranlage. Mit solarthermischen Modulen wird die für die Aufbereitung von Warmwasser und für die Beheizung von außen benötigte Energiemenge ganzjährig sehr deutlich reduziert. Zusätzlich werden an einem Energiesparhaus mit der Option Nullenergiehaus Solarmodule montiert, mit denen Strom erzeugt werden kann. Dieser Gleichstrom wird mit einem Wechselwandler in den netzüblichen Wechselstrom verwandelt und die Frequenz angepasst, so dass er ins öffentliche Netz eingespeist werden kann.
Optimal ist es bei einem solchen Energiesparhaus natürlich, wenn man mit der
Photovoltaikanlage im Laufe eines Jahres mehr Strom produzieren und abgeben kann, als man für den eigenen Haushalt aus dem öffentlichen Netz entnimmt. Dann profitiert man voll von den Förderungen, die es im Zuge der Regierungsprogramme und von der EU initiierten Programme zur Nutzung alternativer und regenerativer Energien gibt. Dazu zählt es auch, dass man für den vom Nullenergiehaus eingespeisten Solarstrom eine höhere Vergütung pro Kilowattstunde bekommt, als man an den eigenen Anbieter mit einem konventionellen Mix zahlen muss.
Zwei weitere Aspekte, die bei einem als Nullenergiehaus konzipierten Energiesparhaus nie unter den Tisch fallen lassen kann, sind die Isolierung und die Energierückgewinnung. Dabei darf sich die Dämmung aber keinesfalls nur auf die Fassaden beziehen. Auch die Bodenplatte am Energiesparhaus muss gegenüber den darüber liegenden Wohnbereichen gut gedämmt werden, was natürlich auch für den Boden bzw. das Dach des Gebäudes gilt. Dabei werden auch Fenster und Türen mit berücksichtigt. Bei einem modernen Nullenergiehaus findet man durchgängig nur Modelle mit Dreifachverglasung.
Auch der Abluft und dem Abwasser entzieht man in einem
Nullenergiehaus so viel Energie, wie es mit den heutigen technischen Mitteln überhaupt möglich ist. Dafür stehen schon recht effiziente Wärmetauschsysteme zur Verfügung, bei denen eine Vermischung des Trägermediums mit dem Zielmedium immer ausgeschlossen ist.
Marc Hammermeister