Chindogu ist japanisch für „seltsames Gerät". Wenn man über Bilder stolpert, auf denen ein Geschäftsmann beispielsweise die Regenschirm – Krawatte trägt, die eigentlich nichts anderes ist als ein Regenschirm zum Umhängen, so wirkt das schon reichlich seltsam. Es finden sich in den Reihen der Chindogus Schuhe mit Regenschirm, damit sie nicht nass werden. Umschnallbare Milchbehälter für Männer, damit sie auch das richtige Still – Feeling bekommen können. Auf den Kopf geschnallte Toilettenrollen – Abroller für Schnupfengeplagte, einen aufklappbaren Kopfständer für das kurze Schläfchen in der U – Bahn.
Was skurril klingt wird doch von manch einem als die geniale Idee klassifiziert – und so manch eine Erfindung findet sogar weltweiten Anklang. So war zum Beispiel die Horizontbrille, die seekranken Menschen durch einen sich bewegenden Horizont gegen Übelkeit helfen soll, ursprünglich ein Chindogu. Diese Brille hat aber ebenso den Chindogu – Status verloren wie die beidseitig betretbaren Toilettenpantoffeln, die in 2003 Eingang in den Versandkatalog einer japanischen Landwirtschafts – Kooperative fand.
Erfinder können sich der zehn Regeln der Chindogus annehmen und Dinge erfinden, die eigentlich nutzlos aber wirklich vorhanden sind, den Geist der Anarchie in sich tragen, aber trotzdem Werkzeuge für das tägliche Leben sind.
Sie dürfen nicht für den Verkauf bestimmt und nicht aus einer Laune heraus entstanden sein, dürfen keine Propaganda und auch kein Tabubrecher sein. Patente für Chindogus gibt es genau so wenig wie Vorurteile. Eigentlich sollten diese weitgehend unbrauchbaren
Erfindungen eine Satire auf den Neuentwicklungswahn japanischer Firmen sein, die nach dem Kaizen – Prinzip immer wieder neue Kleinigkeiten erfinden, um für einen Kundenwunsch zu sorgen, obwohl das alte Gerät noch funktioniert.