Das Mediennutzungsverhalten der Konsumenten hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert – mit weit reichenden positiven Effekten für die Kreativität im
Online-Marketing. Dies schlägt sich auch in den Gesamtanteilen der weltweiten Werbeausgaben nieder: Bis 2009, so die aktuelle Studie von ZenithOptimedia, wird das Werbemedium Online sechsmal so schnell wachsen wie konventionelle Medien. Auch die stark zunehmende Anzahl an Breitband-Internetanschlüssen, die im vergangenen Jahr allein in Deutschland um 18 Prozent wuchs und überdurchschnittlich auf 60 Prozent anstieg, haben unter anderem dazu geführt, dass Nutzer individuellen, breitbandigen Content immer und überall abrufen und interaktive Angebote wahrnehmen können. So bietet das Medium Internet - mittlerweile Platz drei bei der Mediennutzung - nicht nur mehr Informationen, sondern auch zahlreiche kreative neue Werbeformen.
Stärkster Trend vor allen anderen ist das Video-Ad, das laut Dynamic Logic Market Norm für die Kaufentscheidung 2,6-mal wirksamer ist als ein statisches Bild. Portale wie YouTube oder MySpace haben dies längst erkannt, aber auch immer mehr Unternehmen wollen mit kreativen Videoclips eine neue und vor allem junge Zielgruppe erreichen. Bestes Beispiel in Deutschland ist der Automobilhersteller VW, der mit der viralen Marketingaktion „Horst Schlämmer", die erste wirklich erfolgreiche und aufmerksamkeitsstarke Kommunikationsmaßnahme einer großen Marke im Web 2.0. mit über einer Millionen Videoviews im Monat startete. Die Zahlen belegen: Video-Werbung ist ein ernstzunehmendes Geschäftsmodell im Internet. Eine aktuelle Studie zum Thema Klickraten stellte erst kürzlich fest, dass neue Formate wie Video-Ads überdurchschnittliche Klickzahlen erreichen, während die klassischen Formate wie Bannerwerbung deutlich fallende Zahlen vorweisen. Prognosen gehen davon aus, dass die Werbeausgaben für Videoanzeigen in diesem Jahr um 89 Prozent zunehmen werden. In Europa stieg der Werbeumsatz im Internet mit Rich Media Formaten von 230 Millionen Euro (2005) auf 1,8 Milliarden Euro (Doubleclick Studie).
Engagement Marketing heißt das Schlüsselwort bei Rich Media Formaten, sogenannte dialogbasierte Werbemaßnahmen, die den Nutzer mit markenverwandten Themen interagieren lassen. Die neuen Online- Werbeformen sollen den Konsumenten bewegen, sich mit dem beworbenen Produkt und Kontext auseinander zu setzen. Nutzer erhalten über umfassende Content-Angebote einen Mehrwert jenseits reiner Produktinformation und nehmen die Marke in einem größeren Zusammenhang wahr. Werbetreibende haben umgekehrt die Chance, produktverwandte Themen oder Trends zu besetzen, sich als Experten zu positionieren und so Markenbekanntheit und -image auszubauen. Gleichzeitig lassen sich durch Interaktionen wie z.B. Gewinnspiele wertvolle Daten über die Zielgruppe gewinnen und für weitere dialog-basierte Marketingmaßnahmen verwenden. Mit der Kampagne „Dance to L.A." oder dem „WM für Frauen"-Special haben der Sportartikel-Hersteller Nike und die Marke Zewa bereits entsprechende Konzepte realisiert.
Quelle: igedo.com