Ein
Lektorat (
Korrektorat) bezeichnet zum einen die Institution, die ein Lektorat (Korrektorat) ausführt, zum anderen die Leistung selbst, die vom entsprechenden Lektorat (Korrektorat) oder Lektor (Korrektor) durchgeführt wird. Ein Lektorat enthält immer auch ein Korrektorat. Die folgenden Ausführungen gelten deshalb immer dann auch für das Korrektorat, wenn es in Klammern mit aufgeführt ist.
Beim Lektorat werden Texte Korrektur gelesen, das heißt generell im Hinblick auf Rechtschreibung, auch Orthografie genannt, Satzbau oder Grammatik und Zeichensetzung (Interpunktion) überprüft. Orthografie beinhaltet u.a. die schwierigen Felder Getrennt- und Zusammenschreibung sowie Groß- und Kleinschreibung. Mit eingeschlossen im Lektorat (Korrektorat) ist auch die korrekte Silbentrennung am Zeilenende. Natürlich interessiert bei der Interpunktion am meisten das weite Feld der Kommasetzung. Am kompliziertesten gestaltet sich beim Lektorat (Korrektorat) allerdings der Bereich der Grammatik. Hierzu gehören alle Bezüge zwischen den einzelnen Satzgliedern, die beispielsweise das richtige Geschlecht (Genus), die richtige Zahl (Numerus) und den richtigen Fall (Casus) aufweisen müssen.
Bei Verben muss z.B. auch die richtige Konjugation, d.h. regelmäßig oder unregelmäßig, beachtet werden und wann sie in welchem Modus (Indikativ/Konjunktiv) stehen. Außerdem gehört zum Lektorat (Korrektorat) die Überprüfung zahlreicher Formalien, wie z.B. dass alle Seitenzahlen vorhanden sind, und zwar in der richtigen Reihenfolge, oder alle Gedankenstriche dasselbe Format aufweisen. Das gewerbsmäßige Lektorat (Korrektorat) umfasst darüber hinaus noch die Überprüfung der Texte auf einheitliche Verwendung und Schreibung von Begriffen sowie die Einhaltung vorgegebener Schreibweisen anhand von Wording-Listen, die nach Corporate-Wording-Vorgaben erstellt wurden.
Im Lektorat (≠ Korrektorat) werden über diese Korrekturen hinaus tiefere sprachliche Eingriffe vorgenommen. Das Lektorat soll für einen flüssigen, gut lesbaren Stil in der für den adressierten Leser passenden Tonalität sorgen. Ebenfalls beachtet werden sollten der logische Aufbau, die Argumentationsführung sowie inhaltliche Mängel, die bei einer einfachen Plausibilitätsprüfung aufgedeckt werden können. Im Fachlektorat sind noch stärkere inhaltliche Eingriffe möglich.
Stephan Arweiler