Streetwear
Wissen Sie, was
Streetwear ist? Wenn nicht, haben Sie ein doppeltes Problem. Zum Einen haben Sie Ihre besten Jahre vermutlich bereits hinter sich, denn Sie sind sicher schon vierzig oder älter. Zum Anderen ist es gar nicht so leicht, diese Wissenslücke zu beheben, denn Streetwear ist nicht einfach zu erklären. Trotzdem soll es hier einmal versucht werden – mit allen groben Vereinfachungen, die so etwas nun einmal mit sich bringt. Streetwear ist eine bestimmte Art, sich zu kleiden. Wörtlich übersetzt aus dem Englischen bedeutet es so viel wie „das, was man auf der Straße trägt". Das kann natürlich prinzipiell erst mal alles sein – aber wie das mit Modebegriffen so ist, hat auch in diesem Fall ein sehr allgemeiner Begriff eine recht spezielle Bedeutung erlangt.
Streetwear entstand so ungefähr Anfang der achtziger Jahre – daher ja auch die Vermutung, dass Sie bestimmt schon jenseits der Vierzig sind, wenn Sie es nicht kennen. Eher schon jenseits der fünfundvierzig, wenn wir ehrlich sein wollen. Anfangs wurde Streetwear hauptsächlich von den Anhängern bestimmter Musikrichtungen getragen, HipHop etwa. Es stand aber auch in engem Zusammenhang mit Skateboardfahren, Breakdance und Graffiti. Man wollte sich von der Masse der Menschen abheben und schuf sich dabei nach und nach seine eigene Uniform.
Typisch ist ein weiter, lockerer Schnitt, der sich an Arbeitskleidung orientiert. Auch bedruckte T-Shirts und bestimmte Accessoires gehören dazu. Inzwischen ist um die Streetwear herum eine ganze Modeindustrie entstanden, mit typischen Modebegriffen wie etwa „Streetwear for Men". Damit verkehrt sich das, was
Streetwear ursprünglich einmal sein wollte, natürlich in sein Gegenteil – und geht damit denselben Weg wie so viele andere Trends davor.
Andreas Mettler