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Was ist Resveratrol?

Autor: DrScience | Erstellt am: 03.06.2010 | Gelesen: 1357
Kategorie: Gesundheit - Medizin & Chirurgie | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Resveratrol gilt als der entscheidende Wirkstoff des Rotweins

Wundermittel Resveratrol?
Wundermittel Resveratrol?
Resveratrol gilt als der entscheidende Wirkstoff des Rotweins. Es kommt hauptsächlich in der Traubenschale und in geringeren Konzentrationen in den Traubenkernen vor.

Entdeckt wurde es erstmals 1940 aus den Blättern der weißen Lilie. Den höchsten Gehalt hat der japanische Knöterich Polygonom cuspidatum. Diese Heilpflanze ist sowohl in der traditionellen japanischen Medizin als auch in der indischen Ayurveda-Medizin verbreitet.

Internationale Bekanntheit erlangte Resveratrol jedoch erst in den 90er Jahren, vor allem als mögliche Erklärung für das Französische Paradoxon!

Französisches Paradoxon

Anfang der 90er Jahre machten Epidemiologen eine außergewöhnliche Beobachtung.

Im Süden Frankreichs lag die Herzinfarktrate um rund 30 bis 40 Prozent niedriger als in vergleichbaren europäischen Länder und den vereinigten Staaten. Und das, obwohl die Franzosen viel rauchen und eine eher Cholesterin reiche Kost bevorzugen. Rasch war für diese Phänomen ein prägnanter Begriff gefunden: das französische Paradoxon.

Und ebenso rasch wurde eine mögliche Erklärung präsentiert. Der hohe Rotweinkonsum der Franzosen wirke schützend auf Herz und Kreislauf, insbesondere eine im Rotwein in hoher Konzentration vorliegende Substanz: das Resveratrol.

Resveratrol ist Bestandteil des pflanzeneigenen Immunsystems. Seine Hauptaufgabe ist der Schutz der Weintraube vor Pilz-, Bakterien und Virusinfektionen sowie vor schädlichen Umwelteinflüssen wie UV – Strahlung, Ozonbelastung und Toxinen.

Bereits hieraus erklärt sich der zum Teil sehr unterschiedliche Gehalt an Resveratrol in verschiedenen Rotweinen. Hohe Konzentrationen finden sich vor allem in jenen Reben, deren Immunsystem stark gefordert wird.

Produktionstechnisch bedingt hat Rotwein in der Regel einen höheren Gehalt an Resveratrol als Weißwein, da hier die Maische länger beim abgepressten Saft bleibt. Das Polyphenol löst sich gut in Alkohol. Dies erklärt, warum Wein mehr davon enthält als Traubensaft.

Generation XXL

Das Leben ist nicht einfach für fettsüchtige Menschen:

Die Wirbelsäule wird extrem beansprucht, die Gelenke leiden. Extrem Übergewichtige können ihren massigen Körper kaum noch aus eigener Kraft bewegen. Besonders dramatisch sind die Folgen der Fettsucht für die Gesundheit:

Es kommt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Leber vergrößert sich, häufig tritt Diabetes auf, die Lebenserwartung sinkt. Zumindest gegen diese gesundheitliche Folgen von Übergewicht könnte es bald ein erstaunlich wirksames Mittel geben: Resveratrol.

Die Verbindung, ein Antioxidant aus der Gruppe der Polyphenole, kommt unter anderem in Rotwein vor.

Polyphenole

Polyphenole sind bekannt für Ihre hohe antioxidative Potenz. Insbesondere die phenolischen Hydroxylgruppen besitzen ein hohes Redoxpotenzial, sind also ideale Radikalfänger. Auch für das Polyphenol Resveratrol wurde eine ausgeprägte antioxidative Wirksamkeit nachgewiesen. Ähnlich wie Coenzym Q10 dichtet es direkt an den Mitochondrien die sogenannte Protonenleaks ab und neutralisiert gleichzeitig reaktive Sauerstoffradikale.

Bei Versuchen mit Mäusen hat Resveratrol die Gesundheit übergewichtiger Tiere deutlich verbessert, wie ein internationales Forscherteam jetzt in einer Vorabveröffentlichung des Magazins „Nature" berichtet. Die Tiere waren fast so fit wie normalgewichtige Mäuse und ihre Lebenserwartung verlängerte sich.

Sollte die Substanz bei übergewichtigen Menschen ähnlich wirken, dann könnte Resveratrol deren Lebensqualität und Lebenserwartung deutlich verbessern – selbst dann, wenn es überzählige Pfunde nicht verschwinden lässt. Fettsüchtige könnten, abgesehen von ihrem Körperumfang, womöglich folgenlos schlemmen. Resveratrol wäre eine Art Lebenselixier für die Generation XXL.

Darüber hinaus besitzt es offensichtlich die Fähigkeit, körpereigene antioxidative Enzymsysteme wie die Superoxiddismutase und einige Katalasen zu stimulieren.

Als besonders flüssigkeitsreiches Organ leidet auch das Gehirn unter übermäßigem oxidativen Stress. Eine neuroprotektive Wirkung von Resveratrol, das die Blut-Hirn-Schranke überwindet, wurde in mehreren In-vivo-Studien nachgewiesen.

Neuere Arbeiten deuten sogar darauf hin, dass es direkt die Prozessierung von Beta-Amyloid, dem pathogenen Faktor der Alzheimer-Demenz, beschleunigt.

Dass Resveratrol das Zeug zum Lebenselixier hat, hatten Wissenschaftler bereits bei verschiedenen Organismen gezeigt – bislang aber noch nicht bei Säugetieren. So verlängerte das Antioxidant die Lebenszeit von Hefen um 60 Prozent, die von Fliegen und Würmer um 30 Prozent.

Ulrich Förstermann, Leiter des Instituts für Pharmakologie der Universität in Mainz, zeigte sich nur zum Teil überrascht von der neuen Studie. Die Vielfalt der Wirkungen des Antioxidants sei jedoch beeindruckend. „Ich finde es erstaunlich, dass Resveratrol so viele Gene reguliert, so auch im Bereich Diabetes."

Förstermann Forscherteam hatte 2002 gezeigt, dass Resveratrol ein wichtiges Herzkreislauf-Schutzgen aktiviert: die sogenannte endotheliale NO-Synthese.

Erhöhte Resveratrol Konzentrationen schützen damit wahrscheinlich vor Trombose, Bluthochdruck und Arteriosklerose, so Förstermann.

Dosis entspricht Dutzenden Flaschen Rotwein

Simone Fulda von der Universitätsklinik Ulm erklärt: Es sei interessant, dass der Stoff so viele Effekte auslösen kann. Die Wissenschaftlerin hatte herausgefunden, dass Resveratrol die Resistenz von Tumorzellen gegenüber Krebstherapien aufhebt – also den Behandlungserfolg erhöhen kann.

Eine tägliche Gabe von ca. 120mg entsprechen ungefähr 250 Gläsern des besten Rotwein – und das pro Tag. Deswegen ist es faktisch unmöglich die ausreichende Dosis von Resveratrol in Form von Rotwein zu sich zu nehmen.

Eventuell ein Schutz vor Krebs?

Wenn es überhaupt Stoffe gibt, die die Bezeichnung Wundermittel rechtfertigen, dann zählt Resveratrol auf jeden Fall dazu. Das Antioxidant aus der Schale von Weintrauben wird seit Jahren intensiv erforscht. Studien haben gezeigt, dass es eventuell nicht nur vor Krebs schützen kann, sondern auch Arterienverkalkungen und Herzinfarkte vorbeugen könnte.

Für Ihre Versuche teilten Dr. David Sinclair von der Harvard Medical School und seine Kollegen Mäuse in drei Gruppen ein: Die erste Gruppe bekam normale Nahrung. Die beiden anderen wurden mit extrem fettreicher Nahrung regelrecht gemästet – binnen weniger Wochen waren sie übergewichtig. Die dritte Gruppe bekam mit der Fettnahrung zusätzlich Resveratrol.

Die Forscher untersuchten die Mäuse permanent während des ein Jahr laufenden Versuchs. Neben diversen Blutwerten dokumentierte das Team von Dr. David Sinclair auch die motorischen Fähigkeiten der Tiere in einem sogenannten Rotarod, einem sich immer schneller drehenden Laufrad, das automatisch misst, wie viele Sekunden sich eine Maus auf dem Rad halten kann.

Überraschendes Ergebnis:
Die Resveratrol – Mäuse waren zwar nur minimal leichter als die anderen Tiere mit Fettnahrung – verbesserten ihre Motorik in Laufe der Woche aber permanent und erreichten fast das Niveau der normalgewichtigen Mäuse.

Die Mäuse lebten besser

Noch beeindruckender waren die gesundheitlichen Effekte des Wundermittels aus Rotwein. Nach sechs Monaten hatte Resveratrol die meisten negativen Wirkungen der Hoch-Kalorie-Diät verhindert, sagte Sinclair. Die Alterung der Tiere sei verringert worden, die Lebenszeit habe sich im Schnitt um 15 Prozent verlängert. Außerdem habe sich die Insulin-empfindlichkeit erhöht – ein Indiz für ein geringeres Diabetesrisiko. Auch Blutwerte seien durch die Resveratrol – Gabe im Vergleich zur Kontrollgruppe verbessert worden. Die Mäuse lebten mit Resveratrol nicht nur länger, sondern auch besser!

Was sagen und schreiben die Medien zu dem Thema Resveratrol?

Dr.med. Bernd Kleine-Gunk in seinem Buch zu Resveratrol: „Resvertraol—Länger jung mit der Rotwein-Medizin! (ISBN 978-3-8304-3370-5)

Pharmazeutische Zeitung: „….. Wirkt antiinflammatorisch und chemopräventiv…"

Spiegel online: „Wenn es überhaupt Stoffe gibt, die die Bezeichnung Wundermittel rechtfertigen, dann zählt Resveratrol auf jedem Fall dazu."

Welt online: "….Die Rotweinsubtanz Resveratrol kann die lebensgefährliche Kettenreaktion unterbrechen."

Universität Freiburg: „3,4´,5. Trihydrxy-Stilben heißt die Zauberformel, die unser Leben verlängern könnte. Besser bekannt ist sie unter dem Namen Resveratrol."

New York Times: „ Resveratrol lässt Sie wie einen durchtrainierten Athleten erscheinen—doch das ohne Training."

CNN: „Resveratrol ist quasi der Heilige Gral der Anti-Aging Forschung."
Deutsches Grünes Kreuz: bit.ly/EkSh6
Deutsches Ärzteblatt.de: bit.ly/vgaXz
Über 2900 klinische Studien zu Resveratrol: bit.ly/liRgx
mysisel.com/productdetail.htm?id=901
mysisel.com/home.htm

DrScience
(Micha Häusler)
 
 
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