Der Begriff
Ökologisches Bauen setzt sich aus zwei ausreichend bekannten Begriffen zusammen. Erst die Zusammensetzung macht eine genaue Definition notwendig. Denn die Ökologie als Beziehung und Wechselwirkung zwischen Lebewesen und deren Umwelt beinhaltet bereits die gebaute Umwelt, die durch das Bauen entsteht. Daher sollte sie ohne das Zusatzwort Bauen auch für denselben Zweck verwendet werden können. So einfach die Erklärung zu sein scheint, ist sie es auch, wenn die beiden Begriffe ganzheitlich betrachtet werden.
Das Wort Bauen bezeichnend für Gebäude, Städte, Straßen u. ä. weist auf einen speziellen Bereich in der Ökologie hin, der im Laufe der vergangenen Jahrtausende kontinuierlich größere Ausmaße annahm und in den letzten hundert Jahren mit den größten Ausmaßen durch einen weitgehenden Eingriff in die regionale und darüber hinausgehende Umgebung von Bedeutung geworden ist. Die erste Essenz der Definition ist das Merkmal, das die gebaute Umwelt als Teil der gesamten Umwelt festlegt und die zweite ist die Verbindung, die den Menschen als Lebewesen und Erbauer zugleich kennzeichnet. Denn er schafft Lebensräume und beeinflusst damit nicht nur seine, sondern die gesamte Umwelt. Diese Wissenschaft wird stets komplexer, weil nicht nur die momentanen Beziehungen und Wechselwirkungen zu beachten sein sollen, sondern auch die der Zukunft. Eine genaue Erklärung, was das ökologische Bauen bedeutet, ist daher nicht unwichtig.
In der Literatur und den Fachdiskussionen werden oft spezielle und daher untergeordnete Themen mit ökologischem Bauen gleich gesetzt bzw. das Verständnis dessen vermittelt. Das ist nicht korrekt und deshalb irreführend. Die häufig verwendeten Begriffe wie
energieeffizientes Bauen, flächensparendes Bauen oder
nachhaltiges Bauen sind dieser Art, um nur einige Beispiele zu nennen. Sie sind Themen des ökologischen Bauens und gehören zu einigen wenigen Gebieten darin. Ökologisches Bauen beinhaltet aber zahlreiche andere Themen und Fachgebiete, die zum Teil nicht als solche erkannt und behandelt worden sind. Bei ganzheitlicher und weitgehender Betrachtung werden die Beziehungen und Wirkungen jedoch offensichtlich und nachweisbar.
Insgesamt gehören zum
ökologischen Bauen folgende Themen und Fachgebiete, die wiederum in mehrere Teile gegliedert werden können:
a) Grundfläche mit Flächennutzung, Flächenversiegelung etc.
b) Baustoffe mit Baustoffgewinnung, Baustoffverarbeitung etc.
c) Energie mit Energiegewinnung, Energienutzung etc.
d) Mikro- und Makroklima mit für Menschen selbst und für andere Lebewesen etc.
e) Luft mit Luftverschmutzung, Luftreinigung etc.
f) Wasser mit Gewinnung und Nutzung von Trink- und Brauchwasser etc.
g) Licht mit Tageslichtnutzung etc.
h) Gesundheit mit physischen und psychologischen Themen etc..