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Was ist eigentlich Montessori - Pädagogik?

Autor: khans80 | Erstellt am: 09.05.2009 | Gelesen: 2800
Kategorie: Babys - Kinder & Erziehung | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Informationen zur Montessori - Pädagogik.

Zuordnung geometrischer Körper nach der Montessori Pädagogik
Zuordnung geometrischer Körper nach der Montessori Pädagogik
Die Montessori-Pädagogik ist ein reformpädagogisches Bildungsangebot. Erdacht und umgesetzt wurde diese von Maria Montessori, der ersten Ärztin Italiens. Bereits 1906 eröffnete Sie die erste Kinder-Einrichtung in Rom. Inzwischen ist die Montessori-Pädagogik weltweit verbreitet und findet in Zeiten von PISA- und OECD-Studie immer mehr Anhänger. Alleine in Deutschland gibt es über 1.000 Schulen und Kindergärten die nach der Montessori-Pädagogik arbeiten. Montessori-Materialien sind Lernmaterialien, die speziell auf diese Art der Pädagogik ausgerichtet sind.
Kinder lernen damit selbst komplizierte Inhalte selbstständig und eigenverantwortlich zu erarbeiten

Das ist der Name einer Frau, die ein Herz für Kinder hatte wie wenige. In ihrer Liebe zu den Kindern hat sie ihnen Lebensräume geschaffen, in denen sie sich wohlfühlen, in denen sie gleichzeitig zu integrierten Persönlichkeiten und zu mündigen Bürgern der demokratischen Gesellschaft heranwachsen können. So gibt es z.B. Montessori-Kinderhäuser für die Drei– bis Sechsjährigen, Montessori-Grund-, Haupt- und Sonderschulen für die Sechs- bis Vierzehnjährigen und auch Montessori - Sekundarschulen für die Zehn- bis Neunzehnjährigen.

Und all diese Einrichtungen sind nicht vage Experimente, sondern durch lange Praxis bewährte Erziehungsstätten. Das Besondere dieser Montessori-Einrichtungen ist, dass der ursprüngliche spontane Lernwille, der unermüdliche Betätigungsdrang und das angeborene Gesellungsbedürfnis eines jeden Kindes in diesen Schulen nicht behindert oder eingeengt, sondern ausdrücklich pädagogisch in Hut genommen werden als die eigentlichen Motoren der menschlichen Persönlichkeits- und Kulturentwicklung. Die eigentlich Tätigen in diesen Einrichtungen sind darum die Kinder. Die Erzieher und Lehrer aber verstehen sich vor allem als Helfer dieser selbsttätigen Kinder. „Hilf mir, es selbst zu tun" hat einmal ein Kind zu Frau Montessori gesagt und damit gleichsam eine Kurzformel für die gesamte Montessori-Pädagogik geprägt.

Dass die Haupttätigen in diesen Kindergärten und Schulen die Kinder sind, heißt für die Erwachsenen nicht, dass sie selbst die Hände in den Schoß legen können. Die Kinder brauchen nämlich, damit sie sich selbsttätig Schritt für Schritt in die Kultur und Gesellschaft unserer Gegenwart – einer wahrlich ungeheuer reichen, aber auch komplizierten Kultur und Gesellschaft – einarbeiten und einleben können, eine von dieser Gesellschaft gestaltete und durchwaltete Kulturumgebung. Und als Schlüssel zu ihr benötigen die Kinder Hilfsmittel: Lernmittel, Beschäftigungsmittel (z. B. die bekannten Montessori - Arbeitsmaterialien), mit denen sie hantieren, experimentieren und trainieren können, wie es ihrem augenblicklichen Interesse entspricht. Zu Anfang solcher Betätigungen brauchen die Kinder jeweils Anregung und Einweisung durch den sachverständigen Erzieher.

Eine solche Umgebung in Bezug auf die einzelnen Kulturbereiche und Fächer und die jeweiligen Kinder richtig vorzubereiten, ihnen mit Rat and Tat zur Seite zu stehen, wann immer sie darum bitten, ist sicherlich nicht leichter als übliches Unterrichten, aber es ist um vieles menschenwürdiger und darum auch beglückender.

Deshalb gibt es in diesen Schulen auch kaum die üblichen Autoritätskonflikte zwischen Lehrern und Kindern. Obwohl es keinen starren Stundenplan und keinen restlos ins Zeitraster gepressten Lehrplan gibt, faulenzen die Kinder keineswegs, sondern sie lernen freiwillig das, was Kinder unserer Zeit lernen müssen, um einmal im Leben zu bestehen.

Das Erstaunliche aber ist: Die große Freiheit, die man den Kindern in diesen Schulen gewährt, missbrauchen sie keineswegs und kehren sie nicht gegeneinander und gegen die Erwachsenen. Vielmehr ist das direkte Produkt dieser Freiheit eine besondere Form von Disziplin, eine selbstproduzierte, demokratische Disziplin, die ganz ungezwungen und selbstsicher ist. Zugleich entsteht ein soziales Beziehungsgefüge, in dem Partnerschaft, Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein nicht leere Worte und ideale Forderungen, sondern schlichte Realitäten sind.

Weil das alles so ist, fühlen Kinder sich wohl in diesen Schulen. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass Eltern, die mit dieser Pädagogik vertraut werden, sich für sie begeistern und sich in Gruppen und Vereinen zusammenschließen, um für ihre Kinder solche Erziehungsstätten ins Leben zu rufen. Dazu gehört nicht nur der gute Wille. Man muss sich selbst mit der Sache befassen. Es gibt inzwischen auch in Deutschland genügend Bücher von und über Montessori. Gleichgesinnte müssen sich zusammenschließen. An vielen Orten gibt es bereits Elternvereine. Darüber hinaus gibt es auch überörtliche Vereinigungen und internationale Montessori-Gesellschaften.

Vor allem gilt es, mit der Montessori-Pädagogik vertraute Erzieherinnen und Lehrer zu gewinnen. Das ist nicht ganz leicht, denn diese Erzieher müssen über ihre normale Ausbildung hinaus eine zusätzliche Montessori-Ausbildung erhalten, die meist nebenberuflich und unter großem persönlichen und finanziellen Einsatz erworben werden muss. Nicht wenige Erzieher entscheiden sich trotz dieser Belastungen für die Montessori-Pädagogik, weil sie Ihnen ein Lehrer- und Erziehersein ermöglicht, durch das sie, ohne dabei zu Gegnern der Kinder werden zu müssen, ihnen die Kultur und die Gesellschaft der Gegenwart erschließen und repräsentieren dürfen. Und dafür haben sie ja einmal diesen Beruf ergriffen!
 
 
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