Im Körper eines jeden Menschen befindet sich eine Chemiefabrik ungeahnten Ausmaßes mit erstaunlicher Produktvielfalt. Eines der wichtigsten Produkte für die Beweglichkeit der Gelenke ist das
HA – die Hyaluronsäure. Sie ist als Schmiermittel für die Gelenke in unserem Körper unverzichtbar und – da sie über die Fähigkeit eine Unmenge an Wasser binden zu können verfügt - auch für die Schönheitspflege ein wichtiger Bestandteil vieler Cremes.
Der natürliche Hyaluronsäuregehalt der Haut ist ein maßgeblicher Faktor für die Hautelastizität - die natürliche Abnahme des HA mit zunehmendem Alter führt zur zunehmenden Ausbildung von Fältchen im Hautgewebe.
Hyaluronsäure ist also eine der wichtigsten Substanzen im Bindegewebe (sowohl in der Haut als auch im Knorpel), sie verfügt über die erstaunliche Fähigkeit der Wasserspeicherung bei gleichzeitiger Druckbeständigkeit.
In der Orthopädie ist gerade die Fähigkeit der Wasserbindung beim Aufbau neuen Knorpelgewebes sowohl in den Gelenken (vor allem Knie und Hüfte) als auch bei den Gallertkernen (Nucleus Pulposus) der Bandscheiben sehr gefragt. Dabei ist ein Gramm der Hyaluronsäure in der Lage bis zu 6 Liter Wasser zu speichern! Zum Aufbau von Knorpel wird die Hyaluronsäure direkt in das betroffene Gelenk gespritzt.
Als Hauptbestandteil der Synovia (Gelenkflüssigkeit) ist vor allem die hohe Viskosität (Dickflüssigkeit) bei jeder Bewegung der Gelenke wichtig.
Die Hyaluronsäure in der Synovia sorgt für die Haftung der Gelenkflüssigkeit am Knorpel und bildet
während der Belastung eine Art Schutzpolster zwischen den Gelenkpartnern – so verhindert sie das direkte Reiben der knöchernen Strukturen aufeinander. Die hohe Viskosität verhindert dabei während der Belastung ein Austreten von Gelenkflüssigkeit aus den Gelenken.
Aber auch bei der Behandlung trockener Schleimhäute (als Nasenspray) oder trockener Augen gewinnt die
Hyaluronsäure Dank ihrer Wasserspeicherkapazität weiter an Bedeutung. Hyaluronsäure wurde früher ausschließlich aus Hahnenkämmen gewonnen. Die so gewonnenen Produkte enthalten jedoch tierisches Eiweiß und konnten allergische Reaktionen hervor rufen. Seit geraumer Zeit ist die Herstellung auf Basis von Bakterien möglich (nicht- animalische Herstellung). Ein bislang notwendiger Test auf eine Tiereiweißallergie beim Verbraucher ist damit nicht mehr nötig.