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Was ist dem Wachstum tatsächlich förderlich?

Autor: revhoros | Erstellt am: 01.02.2011 | Gelesen: 314
Kategorie: Geschichten & Anekdoten | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Das tun, was uns wirklich gut tut.Und die uns zu Verfügung stehende Energie für unser Wachstum nützen.

Rainer Sauer/Autor/Philosoph
Rainer Sauer/Autor/Philosoph
Dieses Hinterfragen hält stets einen lebens bejahenden Leitfaden für uns bereit und erlaubt uns somit immer wieder mit dem in Verbindung zu treten, was wir wirklich wollen, nach was wir uns wirklich sehnen und uns vor allem mit dem in Verbindung bringt, was und wer wir wirklich sind. Des­halb fragen wir uns nicht etwa: „Ist etwas falsch oder richtig, schön oder häßlich? Ist etwas vielleicht gut oder böse, gefällt es den ande­ren oder nicht?" Nein, die Art und Weise dieser Fragestellungen und die potentiell zu erhaltenden Antworten auf eine dieser Fragen wird uns nie­mals mit einem Gefühl der Zufriedenheit beglücken und uns somit nie­mals in einer Atmosphäre der Eintracht ankommen lassen. Ankommen ist jedoch kei­nesfalls im ewigen Ergründen des Entweder Oders und auch nicht in der endlosen Ermittlung des Richtig oder Falschseins möglich, die sich in einem fort als eine Art Vernunft Akrobatik in unserem Kopf abspielt. Und realistisch betrachtet entspricht dies einem nie enden wol­lenden Versuch ohne tatsächlicher Erfolgschance, endlich die absolute, die ultimativ rich­tige Antwort zu erhalten und zu besitzen, welche uns dann zur langer­sehnten Ruhe kommen lassen würde.

Die weitaus effektivere Frage lautet wie folgt: „Fördert dies mein persönliches Wachstum und somit auch das der anderen Wesen, und fördert dies somit das Leben an sich?" Folgen wir dieser dem Wachs­tum zugeneigten Ausrichtung, also der Mehrung und der grundsätzlich unterstützenden Haltung dem Leben und den Entwicklungsprozessen gegenüber, haben wir ein weiteres wirksames Mittel zur Hand, um unserem üblichen Schwarz Weiß Sehen bzw. unserer angelernten Entweder Oder Ordnung aktiv und mit mehr Wahlfreiheit zu begegnen. Mit diesem praktisch anzuwendenden Werkzeug können wir unseren unentwegten Ordnungszwang neutralisieren, der die Dinge in polare Bewertungs Systeme einordnet, die ja prinzipiell auf einer Positiv Negativ Einteilungsskala oder auf der moralischen Wertvorstel­lung von gut und schlecht basieren. Die generelle Ausrichtung auf das Wachstum zeigt ihren Nutzen unmittelbar in Beziehung zu unserer Entscheidungs Freiheit und Entscheidungs Bereitschaft. Wir erfahren also sowohl eine deutliche Mehrung unserer Bewußtheit über unsere Entscheidungs Freiheit als auch eine Erhöhung der Bereitschaft zur Entscheidung, wenn wir uns von der Wahrheit und der Klarheit des Wachstums geleiten lassen, anstatt uns in den Labyrinthen der zahllosen Bewertungssysteme zu bewegen.

Denn wie wir wahrscheinlich alle bereits des öfteren in unserem eigenen Leben erfahren haben, läßt uns das Verweilen in Bewertungs Systemen gerne in langen, manchmal nie endenden Warte­schleifen des Analysierens, mit ansteigendem und anhaltendem Selbst­zweifel münden. Ein Umstand, welchem das ständig sich selbst wieder­holende Hinterfragen "Ist das richtig oder falsch, was ich machen möchte" zugrunde liegt. Dies ergibt zusätzlich mit der Unheil drohenden Angst genährt, sich möglicherweise letztendlich doch für das Falsche zu entscheiden, zusammen genommen eine Mischung unheilvoller „Lebens­qualitäten". Aus dieser Angst heraus, uns für das vermeintlich Unrichtige zu entscheiden, entsteht eine unvermeidliche Entscheidungs Unlust, wel­che sich bis hin zur Entscheidungs Unfähigkeit steigern kann und uns in letzter Konsequenz, falls wir die Eigendynamik dieses Vorganges nicht willentlich stoppen, in einen Zustand des Ge­lähmtseins, der Regungslo­sigkeit manövriert. Erinnern wir uns jedoch an die Möglichkeit, uns zu der Wachstums Förderung hin auszurichten, entfernen wir uns von der lähmenden Angst, das Falsche zu tun, und es fällt uns zunehmend leich­ter, den Fokus auf das zu richten, was uns wichtig und wesentlich ist. Um uns dann vielleicht sogar manchmal ganz mühelos für das zu entscheiden, was für uns, für die anderen und auch für das Leben förderlich ist, und letztendlich zu erkennen, daß die der Liebe zugewandte Ausrichtung für das Wachstum an sich eine unbestreitbare Notwendigkeit ist.

Um uns das Wesen des Wachstums und das Leben zu seinen Be­dingungen etwas näher zu bringen, werde ich ein Beispiel anführen, das für uns alle die offensichtlichen Auswirkungen der Bewertungs Systeme allzu gut widerspiegelt. Und zwar möchte ich mich mit dem Bewertungs-Gegensatz Paar „schön und häßlich" befassen, wel­ches eine unglaubliche Prägung auf unser aller Leben auf diesem Planeten Erde hat. Dieses Gegensatz Paar macht uns seine scharfgeschnittenen polaren Ab­gründe im täglichen Erleben überdeutlich spürbar. Daß wir etwas als schön oder häßlich, als anziehend bzw. als abstoßend wahrnehmen, ist selbstver­ständlich im eigentlichen Sinne absolut subjektiv und legitim und somit sowohl ein wesentlicher Teil unserer individuellen Erfahrungswelt als auch Mittel und Auswirkung unserer Unterscheidungsfähigkeit. Das Be­werten ist hier also grundsätzlich notwendig und äußerst nützlich, um die bei uns eingehende Information individuell für uns selbst, aber auch für unser aller gemeinsames Wohlergehen auszuwerten. Dieses persönli­che Einschätzen der Umstände, der uns zufließenden Information, unser ge­fühlsmäßiges Reagieren auf äußere Einflüsse, ist wichtiges menschliches Eigentum und somit geistiges Instrument im Dienste unse­rer Bewußtwer­dung. Diese Unterscheidungsfähigkeit, die auf das bewußte Betonen von Trennung und Unterschiedlichkeit beruht, brauchen wir also, um eine Richtung für unseren ureigenen Weg zu erhalten und um unsere Ent­scheidungen unterstützt vom Ausdruck unseren eigenen inneren Wol­lens, also aufgrund unseres echten Verlangens zu treffen. Wir haben also auf der einen Seite den nützlichen Aspekt der Unterscheidungsfähigkeit, welcher uns zu uns und in letzter Konsequenz zueinanderführt und auf der anderen Seite den sabotierenden Aspekt, welcher dem vorhergehend er­wähnten entgegenwirkt, uns also in die Trennung, in die Isolation von uns und voneinander katapultiert. Das eine fördert somit unsere Selbstfindung und das andere arbeitet dem offensichtlich entgegen und findet in den existierenden Wertsystemen genügend Nahrung, um der Suche nach uns selbst in Form von mannigfaltigen Gestalten, nämlich von Hindernissen und Blockaden, entgegenzutreten.

Durch das Entstehen starrer Bilder, welche unnatürlicherweise au­ßerhalb von uns bestehen und welche zu festen gesellschaftlichen Größen, also „allgemein akzeptierten" Normen mutierten, ist es zweifelsohne äußerst schwierig geworden, unser eigenes zu finden. Es scheint sogar in gewisser Weise unterbunden oder zumindest nicht gefördert zu sein, nach dem uns Eigenen, nach dem uns Individuellen zu suchen. Gerade in Punkto „Schönheit" erleben wir da viel Schmerzliches, da es objektiv betrachtet unmöglich ist, diesen vorgegebenen Normen zu entsprechen. Wir befinden uns also in einem ständigen Zustand des Unzufriedenseins, da wir uns innerlich dem idealisierten, perfekten Bild doch weit entfernt empfinden, sogar wenn wir äußerlich gesehen diesem Idealbild ganz nahe sind, und dieser Zustand des nicht Richtig Seins unverändert bleibt. Un­vorstellbar, welcher Schmerz und welches innere Zerrissensein besteht, wenn wir „schon" äußerlich gesehen nicht dieser Norm entsprechen, wir uns also so definieren müssen, wie es uns dieses äußere „Maß der Dinge" vorgibt. Nämlich, wenn wir uns laut Definition als scheinbar häßlich anzusehen haben und uns als solches als „nicht richtig" erkennen und einordnen müssen. Welch inneres Leid muß also erst in den Menschen existieren, welche die Gesellschaft als solches schon abgeschrieben hat, weil sie sie als häßlich, unnütz oder gar lebensunwert erkannt, bestätigt und unwiderruflich eingeordnet und ausgesondert hat? Wie ergeht es also Menschen, welche nicht den Ideal Vorstellungen und Ideal Bildern ent­sprechen, welche die Gesellschaft laut Norm der „Liebenswertigkeit" bereits unwiderruflich ausgeschossen hat und weiterhin von menschen­verachtenden Bewertungs Systemen geleitet ausschließen wird?

Diese Bilder und Vorstellungen, die in ständiger Forderung, ihnen gerecht zu werden, unsere individuelle Wahrnehmung trüben, haben so­wohl eine starke Auswirkung auf die Suche als auch auf das Auffinden und schließlich auf das Verwirklichen unseres „individuellen So Seins". Die wohl ursprünglich auch individuell erfahrenen Bilder eines Menschen haben sich nun zur Schablone für die Gesamtbevölkerung, für alle Men­schen verfestigt, und es erscheint uns völlig natürlich, daß sie als solches bestehen und daß wir ihnen gerecht werden müssen, um richtig, liebens­wert, erfolgreich, gut und schön zu sein. So wird allzu leicht aus einer subjektiven Erfahrung eines einzelnen Menschen heraus ein allgemein anerkanntes und gültiges Dogma geboren. Was einer denkt oder fühlt, z. B. über die Beschaffenheit derSchönheit, wird somit allzu schnell zum kulturellen Allgemeingut. Wir haben also eine äußere Vorgabe, die uns ganz klar umschreibt, was wir uns darunter vorzustellen haben, was schön, was gut und was richtig ist. Und unsere eigenen Empfindungen den Dingen, der Welt und uns selbst gegenüber haben da anscheinend keinen Platz mehr. Anstatt unser Spüren, unser Verlangen, unser intuitives Wis­sen, also unsere Individualität zu fördern, um somit unsere Lebendigkeit zunehmend zu erwecken, wird sie gebremst, und wir erschaffen zusätzli­che Hemmschwellen, die generell eher Konformität als Individualität fördern und welche zumindest langfristig gesehen ein langsames Sterben unseres wirklichen Lebens Impulses, unserer Lust zu sein begünstigen.

Es ist also zugegeben nicht leicht, auf unserem ureigenen Weg zu gehen und immer wieder unser Eigenes im dominanten Überangebot des Fremden zu suchen und zu finden. Und wir benötigen bestimmt mehr dafür als das bloße Verständnis, daß wir uns nun mal in dieser unange­nehmen Lage befinden. Aber dennoch, ist das Umschwenken in Richtung Wachstums Unterstützungjederzeit und an jedem Ort für uns aufs neue möglich! Das ist die gute Nachricht, es ist nicht sinnlos und schon gar nicht hoffnungslos, uns selbst zu suchen und uns dabei aufzufinden. Ganz im Gegenteil, wir sind auch hier unterstützt, getragen und geleitet vom Göttlichen in uns und um uns. Wir sind immerwährend von jener göttlichen Kraft begleitet, welche sich uns sodann auch in unserer kleins­ten Bewegungsveränderung in Richtung Wachstum als uns motivierende, stärkende und mit Liebe erfüllende Kraft zu erkennen gibt. Das Schönste daran ist, daß wir im Laufe des Bewußtwerdens zwangsläufig erfahren, daß das Wichtigste, was wir wirklich für eine unmittelbare Teilnahme an diesem wunderbaren Lebens Prozeß brauchen, uns ganz nahe ist. Es ist und bleibt für uns immer an jedem Ort, an dem wir uns auch gerade be­finden, direkt und ohne Einschränkung zugänglich. Dies ist nämlich ganz einfach und schlicht unser Selbst und die Bereitschaft, bei uns zu sein. Und somit ist die „innere Bewegung" der Frage, ob etwas dem Wachstum förderlich ist, immer auch eine Bewegung des uns selbst Zuwendens und demnach ein Schritt vorwärts zu uns selbst hin.

 
 
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