Wie wird es weiter gehen?
Eine lange Saison geht zu Ende. Auf den ersten Blick erscheint der 34. Spieltag dieses Jahr gar langweilig im Vergleich zu anderen Spielzeiten: Der Meister steht schon lange fest und auch die Absteiger sind fast eindeutig ermittelt. Doch was war es denn für eine aufregende Saison, betrachtet man die personellen Höhen und Tiefflüge. Wer verliert eigentlich bei dem Karussell? Felix Magath hat scheinbar bei Schalke seinen Schnitt gemacht und eine für ihn scheinbar positive Transferpolitik betrieben. Der VFL hat einen neuen Trainer und außerdem könnte vermutet werden, dass Hauptsponsor VW für die Ungereimtheiten im Ruhrgebiet aufkommt und gerade steht. Schalke hat einen neuen Trainer, der nach großen Zielen strebt. Wie unglücklich sich Ralf Rangnick und Hoffenheim getrennt haben, so positiv ist es doch, dass im Pott nun einer nach ganz vorne will.
Zielstellung von Trainer und Management sowie Präsidium scheinen hier überein zu stimmen. Genauso wie in Hoffenheim. Da war man auf der Suche nach einem Realisten, der verständnisvoll erst einmal Rücksicht auf eine stabilisierende Finanzpolitik nimmt. Man hat ihn gefunden. Wenn Wolfsburg die Klasse hält, dann hat eigentlich nur der ehemalige Trainer Mcclaren verloren. Dass der FC St. Pauli in der höchsten deutschen Spielklasse verweilen darf, damit hat definitiv keine Mehrheit gerechnet. Retrospektiv ist es allerdings sehr bewundernswert anzumerken, dass so lange Zeit überhaupt eine reale Chance zum Klassenerhalt für den Klub mit dem am Abstand kleinsten Etat der Liga bestanden hat. Reine Statistiker könnten auch behaupten, dass der Sieg gegen den HSV, der seit langer Zeit für alle St. Pauli Ultras schon mehr als Überflüssig war, den Braunen den Verbleib in der Bundesliga gekostet hat. Seit diesem Spieltag ging es rapide berg ab. Schade, denn die Liga verliert definitiv eine sympathische Mannschaft und tolle Fans. Weitgehend zumindest, denn nicht ohne Grund wird das Eröffnungsspiel in der nächsten Saison ohne Fans ausgetragen.
Blickt man auf die vergangene Saison in Bezug auf die Regeln des DFB zurück, so kann man feststellen, dass sich in Zukunft einige Grundlegende Änderungen anbahnen. Beispielsweise wird es verschärfte Regeln für finanzielle Unterstützungen für Vereine geben, um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden. Der Fußball als Sport soll schließlich für die Fans attraktiv sein und nicht immer mehr in den Hintergrund rücken. Die sechs Schiedsrichter bei wichtigen Spielen in der Championsleague haben eine deutliche Verbesserung der Regelauslegung auf dem Platz bewirkt. Einige wenige Abseitssituationen und falschgegebene Tore zeigen aber auch ganz deutlich, dass die Einführung der Torkamera nur noch eine Frage der Zeit ist. Man wird sehen, was die nächste Saison bringt. Fußballdeutschland freut sich drauf.