Bausparen für das eigene Häusschen
Meist weiß der junge Mensch gar nicht, wozu er den Bausparvertrag macht, es wird ihm einfach gesagt, das braucht er und vielleicht will er ja doch einmal bauen. Zumindest die vermögenswirksamen Leistungen werden oft so angelegt.
Oft erst später fragt sich dann der eine oder der andere, was will ich denn mit dem Bausparvertrag eigentlich? Selbsternannte Propheten sind dann schnell bei der Hand und reden den Bausparvertrag schlecht – schlechte Zinsen, Geldvernichtung und raten dann zu Sachwerten.
Da haben sie natürlich recht – der Bausparvertrag ist Geld, das angelegt wird, hier steckt immer das Vertrauen dahinter, das man einer Währung entgegenbringt, und ist dieses Vertrauen nicht mehr da, ist Geld nur noch das Papier wert, auf das es gedruckt ist. Das ist bei allen Anlagen in Geld der Fall: Anleihen, Sparbücher, Tagegelder, Festgelder....
Zwar kommt das Wörtchen Bau von Bauen, da der Bausparvertrag eigentlich dazu gedacht ist, irgendwann einmal eine Immobilie zu erwerben, oder das Geld inklusive Darlehen für eine Renovierung zu nützen, aber solange das Geld im Bausparvertrag angelegt ist, schlägt die Inflation oder eine Geldentwertung voll zu, wenn diese einmal zum Tragen käme. Gegen Inflation oder Geldentwertung schützt ein Bausparvertrag also nicht – möchte man hier mehr Sicherheit haben, ist eine Anlage in Immobilien, Edelmetalle oder Aktien sinnvoller, diese Anlagen sind aber nicht so flexibel, und nur langfristig anzuraten.
Rechnet man nicht mit einer hohen Inflation oder einer Geldentwertung, dann kann Bausparen auch weiterhin eine der sinnvollsten Alternativen sein.
Der Bausparvertrag ist eine Versicherung gegen hohe Zinsen. Er garantiert einen von Anfang an festgelegten Darlehenszins, um in einigen Jahren einen Kredit mit niedrigen Zinsen aufzunehmen. Bezahlen muss man das mit niedrigen Zinsen auf das angesparte Kapital – nur, auch andere Geldanlagen bringen im Moment keine hohen Zinsen – der Unterschied ist minimal.
Wenn man jetzt noch die Möglichkeit hätte, vergleichsweise hohe Zinsen zu bekommen, die sich am oberen Rand der im Moment möglichen Zinsen bewegen – dann wäre der Bausparvertrag so etwas wie die Eierlegendewollmilchsau – wenn die Zinsen so niedrig bleiben, wie sie sind, werden einfach hohe Guthabenszinsen gewählt, wenn die Zinsen steigen, nimmt man das billige Darlehen. Im Moment gibt es tatsächlich noch wenige Bauspartarife, die diese Möglichkeit bieten – der Guthabenszins bei einer Laufzeit von mindestens 7 Jahren liegt bei 4 %, es können in begrenztem Rahmen Zuzahlungen gemacht werden, man kann mit den Einzahlungen pausieren und in der allergrößen Not kommt man auch an sein Geld heran – wenn auch mit Gebühren. Und zu guter letzt gibt es immer noch die Wohnungsbauprämie – 8,8% auf die jährliche Einzahlung von 512 €.
Also auch heute kann der Bausparvertrag mehr als viele andere Geldanlagen - das Einzige was er nicht leisten kann, ist der Schutz vor Inflation, und natürlich ist das Geld nicht täglich verfügbar, also nicht als Kurzfristanlage gedacht.