Warzen im Intimbereich - alleine bei dieser Vorstellung wird es manchen Menschen schaudern. Leider ist diese Erkrankung gar nicht so selten, im Gegenteil ist sie sogar relativ häufig anzutreffen. Ausgelöst werden die
Genitalwarzen durch eine Viruserkrankung mit dem HPV - Virus. Ähnlich wie bei den
Warzen auf der Haut handelt es sich um eine ansteckende Erkrankung, die aber im Genitalbereich ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen wird.
Genitalwarzen werden daher auch zu den sexuellen übertragbaren Krankheiten gezählt.
Allerdings ist es kaum vorstellbar, von dem eine solche Erkrankung stammt, da der Ausbruch in einer unbestimmten Zeit nach der Ansteckung erfolgt. Es ist ein Zeitraum von einigen Wochen bis zu mehr als einem Jahr möglich.
Damit verbunden ist auch ein erhebliches Ansteckungsrisiko für die Partner. Da in vielen Fällen Genitalwarzen lange Zeit unentdeckt bleiben, breitet sich die Infektion rasch auf den Partner aus, sofern nicht das Immunsystem ausreichend stark ist, dies zu verhindern. Eine Untersuchung des Partners ist daher sehr wichtig und sollte trotz aller Hemmungen unbedingt erfolgen.
Da es sich um eine Viruserkrankung handelt, ist eine ursächliche Behandlung derzeit nicht möglich. Der Arzt kann lediglich versuchen, die Warzen zu entfernen. Bei kleineren Warzen erfolgt dies durch Laser, Kältebehandlung oder elektrisches verbrennen. Bei größeren
Warzen und ausgedehnten Flächen handelt es sich um einen echten chirurgischen Eingriff. Eine medikamentöse Behandlung kann ebenfalls versucht werden. Üblich ist dort die Anwendung eines Arzneimittels mit dem Wirkstoff Imiquimod, dass die Immunreaktion stärkt.
Einen ganz wichtigen Punkt gibt es, auf den unbedingt hingewiesen werden muss. Die Erkrankung mit dem HPV Virus ist eng verbunden mit dem Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Es sind bestimmte Typen des Virus, die im konkreten Fall daran beteiligt sind. Inzwischen wurde eine Impfung entwickelt, die eine Erkrankung verhindert. Allerdings hilft die Impfung nicht mehr, sobald der Virus schon im Körper vorhanden ist. Hier kann man lediglich versuchen, den Körper durch Stärkung des Immunsystems gegen den Virus zu aktivieren.
Andreas Städtgen