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Warum wir rauchen?

Autor: sconstapel | Erstellt am: 29.05.2011 | Gelesen: 762
Kategorie: Gesundheit - Medizin & Chirurgie | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Warum wir rauchen (Filmindustrie, Suchtfaktor, kapitalistischer Hintergrund)

Tabak - Warum rauchen Menschen?
Tabak - Warum rauchen Menschen?
Fragt man Menschen, die rauchen, fallen ihre Antworten ganz unterschiedlich aus. Die Antworten reichen von, weil es schmeckt, über: weil es beruhigt, bis hin zu: weil es cool ist. Das sind Antworten, die wenig in die Tiefe gehen. Meist werden die Antworten spontan und ohne viel nachzudenken gegeben.

Gründe zu erforschen, warum wir rauchen, obliegt der Wissenschaft, der Medizin, der Tabakindustrie und auch der Politik. Was ist es, das beim Rauchen bewirkt, dass es schmeckt? Was wird warum bevorzugt geraucht: Zigarette, Zigarre, Zigarillo oder Pfeife? Und wie verändert sich der Geschmack durch Veränderung der Tabakmischung? Welche Wirkung hat die Herstellermarke des Rauchobjektes auf den Genuss des Rauchers?

Das sind Fragen, die die Rauchwarenindustrie für sich beantworten muss, um die Produktion für die am Markt platzierbaren Rauchwaren gezielt steuern zu können. Das Rauchen von Tabakwaren ist ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor, der weltweit von hoher Bedeutung ist. Eine ganze Industrie, die weltweit über Konzerne vernetzt ist, lebt von den Einnahmen aus dem Verkauf von Rauch- und Tabakwaren und stellt in vielen Ländern eine machtvolle Lobby dar.

Ein ganz eindeutiger Grund, warum ein Mensch raucht, ist im Suchtfaktor zu finden. Bei Nikotin handelt es sich um ein Nervengift, dass im Körper Abhängigkeit nach diesem Giftstoff erzeugt. Sucht beginnt immer mit der Zufuhr einer geringen Menge des Suchtmittels und mit der Dauer der Zufuhr des Suchtmittels benötigt der Körper immer größere Mengen dieses im Körper chemisch wirksamen Stoffes. Besonders empfindlich reagiert nach medizinischen Studien auf dieses Suchtmittel der Körper von Jugendlichen und von Frauen. Das ist eine fundierte Tatsache.

Aber wieso beginnt der Mensch überhaupt mit dem Rauchen? Die Ursachen für den Einstieg ins Rauchen sind vielfältig und es kommt auf die Perspektive des Betrachters an, aber auch auf den Zeitgeist, als entscheidende Vorbedingung zur Entscheidung für den ersten Griff zum Nikotin. In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts galt es als schick und als ein Zeichen von Befreiung und Eigenständigkeit, wenn eine Frau rauchte. Elegante Diven mit Zigarettenspitze zierten Werbe- und Filmplakate. Die Wirkung blieb nicht aus. Frauen, die bis dahin keine politische Macht besaßen, drängten in die Öffentlichkeit und präsentierten sich als unabhängig und eigenständig mit Zigarette in der Hand. Das Rauchen galt ihnen als Zeichen für die Befreiung der Frauen aus der Vorherrschaft der patriarchalen Gesellschaft.

Daneben zeichnete die Filmindustrie über viele Jahrzehnte das Bild des heldenhaften Mannes, der frei, stark, wild und eigenständig für die legitimen Rechte des schwächeren Menschen eintritt, mit einer Zigarette in der Hand. So wurde auf der Kinoleinwand auch dem gewichtigen Wirtschaftsmagnaten oder dem bedeutenden und umsichtigen Politiker eine kostbare Zigarre in die Hand gegeben. Über diesen Signifikator wurde und wird auch heute häufig noch durch die Filmindustrie das Image eines bestimmten Typus Mann, aber auch Frau gezeichnet.

Menschen brauchen Leitbilder und die modernen Leitbilder sind die Kino- und Fernsehhelden. Unbewusste Impulse erzeugen den Wunsch im Menschen, seinem Leitbild so ähnlich wie möglich zu sein. Identifikation mit dessen als positiv für sich selbst entdeckten Eigenschaften und Verhaltensweisen bewirkt in der Folge den Griff zur Zigarette, zur Zigarre oder zur Pfeife. Für Psychologen eine eindeutige Folge.

Ein weiteres Moment bei der Beantwortung der Frage nach dem Grund, warum wir rauchen, ist ebenfalls in der Psychologie zu finden. Weit zurück in unserer Säuglingszeit war die Nahrungsaufnahme ein Augenblick des genussvollen Entzückens. Eine beruhigende, geborgene und wohlige Situation entstand sofort, sobald die Flasche oder die Mutterbrust geboten wurde, um wenig später satt und zufrieden einschlafen zu können. Dieser Zustand wird nach Ansicht der Psychologen unbewusst wieder erreicht, indem wir zur Zigarette greifen und sie wie einen unbewussten Ersatz aus Säuglingstagen einsetzen. Diese Zusammenhänge werden als Auslöser für den Griff zur Zigarette insbesondere in Stresssituationen angenommen.

Sebastian Constapel

 
 
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