Tagesgeld Zinsen
Festverzinsliche Geldanlagen sind aktuell der Renner
Trotz immer weiter sinkender Leitzinsen - der Leitzins der Europäischen Zentralbank liegt aktuell nur noch bei 2,00% und weitere Zinssenkungen gelten als sicher – bieten manche Banken, darunter vor allem Direktbanken,
Tagesgeldzinsen von über 4,00% p.a. für eine
Geldanlage auf dem Tagesgeldkonto. Und auch bei einer
Festgeldanlage sind derart
hohe Zinsen möglich, in der Spitze und bei Anlagehorizonten von zwei bis drei Jahren, sogar über 5,00% pro Jahr.
Doch warum bieten Banken überhaupt solch hohe Zinsen, wenn sie doch bei den Bundesbanken und anderen Kreditinstituten günstigere Kredite bekommen könnten? Man darf nicht vergessen, dass eine Geldanlage bei einer Bank vom Prinzip her nichts anderes ist, als ein Kredit, den man der Bank gewährt. Der einzige Unterschied hierbei ist, dass nicht der Kreditgeber, sondern der Kreditnehmer entscheidet wie hoch die zu zahlenden Zinsen ausfallen.
Warum also bieten so viele Banken deutlich höhere
Tagesgeld Zinsen, als es die Leitzinsen eigentlich erfordern würden? Der Grund liegt in der fehlenden Kreditwürdigkeit und dem gegenseitigen Misstrauen der Banken. Geldhäuser, die aufgrund der aktuellen Finanzkrise hohe Verluste zu verkraften haben, gelten nicht gerade als sichere Schuldner, daher bleibt ihnen oftmals keine andere Möglichkeit an frisches Geld zu kommen, als es zu entsprechend höheren Zinsen bei Privatanlagern einzusammeln. Denn während milliardenschwere Kredite bei einer Bankenpleite verloren gehen, sind dies Einlagen von Privatanlagern durch die gesetzliche und private Einlagensicherung in Deutschland bestmöglich geschützt. Das bedeutet, dass ein Privatanleger sein auf einem Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto angelegtes Kapital auch im Falle einer Pleite der jeweiligen Bank zurück erhält – zumindest bis zu einer gewissen Höhe, welche aufgrund des Einlagensicherungsfonds deutscher Banken meist aber im Millionen-Bereich liegt. Anders sähe es mit einem im Volumen wesentlich größeren Kredit einer anderen Bank aus, diese würde das verliehene Geld im Falle einer Pleite des Kreditnehmers nicht zurück erhalten.
Der Grund für solch hohe Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld liegt also in der fehlenden Kreditwürdigkeit der jeweiligen Banken – sie haben einfach keine Möglichkeit anderswo günstiger an frisches Kapital zu kommen. Daher sind es aktuell auch vor allem die Finanzhäuser der großen deutschen Autobauer die hohe Zinsen auf Geldanlagen bieten. Bei der Mercedes-Benz Bank sorgte dies kürzlich sogar dazu, dass ein Stopp für neue Kontoeröffnungen verhängt wurde – die Bank war aufgrund des hohen gebotenen Zinssatzes nicht mehr in der Lage die vielen Kontoeröffnungen in akzeptabler Zeit abzuarbeiten. Nach wie vor angeboten wird aber das
Tagesgeldkonto der Volkswagen Bank, welches mit 4,00% p.a. und einer monatlichen Gutschrift der Zinsen ein sehr gutes Produkt anbietet.