Zum Thema: "WARUM KRIEG?GEWALT?TERROR?"
- GEHORSAMSZWANG HAT FOLGEN –
Die OHNMACHT in unserer Kindheit
und der W I L L E zur M A C H T
"Konservativ" oder "Alternativ" ? (1985 bis 2011.)
Ein Überblick.
Bei Kriegsende war ich 11 Jahre alt. Und ich wusste, wie viel Gewalt damals selbstverständlich war, gegen Kinder sowieso. Seit 1969 - ich begann meine Psychoanalyse-Ausbildung zeitgleich mit meiner eigenen Praxis für Psychotherapie - habe ich mich dafür eingesetzt, dass "Gewalt gegen Kinder" als pathogen ('krankmachend') endlich zu einem Diskussionsthema wird. Ich suchte Gleichgesinnte, erlebte aber eine merkwürdige Zurückhaltung gerade diesem Thema gegenüber: "Gehorsamszwang als Elternpflicht" - als "die gute alte Erziehungstradition". Am SÄUGLING und KLEINKIND nach Erziehungsbüchern mit aller Härte praktiziert - und das viele Generationen lang "weil man es alles richtig machen wollte".
Dieser eigenartige 'Nebel der Verdrängung' gegenüber dem Leiden des kleinen Kindes, das unter Drohung und Gewalt dem Gehorsamszwang ausgeliefert war - und das die meisten meiner Generation ja selbst einmal erfahren haben und irgendwie zu verkraften hatten - diese Abwehrhaltung durch Vermeidung und Nicht-Wissen war noch bis vor kurzem ein generelles Phänomen. Erst in den letzten Jahren gilt "Prügelstrafe" offiziell als "Misshandlung an Kindern" und wird als "Delikt" wahrgenommen.
Warum habe ich überhaupt diesen Text geschrieben?
Für WEN habe ich ihn geschrieben ? Und das vor 25 Jahren.
Mir war immer wichtig gewesen aufzudecken, WIE sich der Zwang zum "Blinden Gehorsam" auf die Kinderseelen auswirkt. Sich diese erschreckenden 'Erziehungsmaßnahmen' vorzustellen, als "Schwarze Paedagogik" von K.RUTSCHKY 1977 beschrieben, AUS DER SICHT DES KINDES, das diese Härte auszuhalten hatte.
Was konnte der Säugling, das kleine Kind, in seiner 'Machtlosigkeit' und unausweichlichen Bedrängnis denn anderes tun ? Bei seinem dringenden Bedürfnis (des völlig Abhängigen), seine geliebten LEBEN ERHALTENDEN Mächtigen der ersten Lebensjahre zufrieden zu stellen - ihr Wohlwollen zu erhalten ? Was bleibt ihm anderes übrig - in dieser elenden Lage – als SEIN EIGENES WOLLEN AUFZUGEBEN, SICH ANZUPASSEN UND SICH ZU IDENTIFIZIEREN ?
Das heißt dann aber: Sich mit diesen so wenig menschlich richtigen und so wenig 'kindgerechten' Verhaltensweisen abzufinden! Und sie auch noch "gutzuheißen" - und als "vorbildlich" zu integrieren (in sein gesamtes Erfahrungspotential)!Wenn das nicht eine spezifisch prägende Grunderfahrung ist ... als "generalisierte Grundstörung" sehr wohl denkbar als Voraussetzung für die "Idealisierung der Macht", bis zur Bewunderung der "gefühllosen Härte" und damit auch der 'insgeheimen Paktbildung' mit den "TÄTERN" !
Zur Frage, für WEN ich diesen Text damals geschrieben habe. Erst ab 2004 ist mir langsam die Erinnerung daran wieder zurückgekommen.
Das Ganze hat eine bemerkenswerte Vorgeschichte.
Es war 1979. Ich konnte am Internationalen Psychoanalytisehen Kongress teilnehmen, in New York. Seit 1975 war ich Mitglied, 'gehörte also dazu' und war dankbar für die angenehme Atmosphäre auf diesem Kongress, der im schönen großartigen Walldorf Astoria tagte. Und ich war noch mehr als bisher bereit gewesen, meine sympathischen Analytiker-Kollegen geradezu zu idealisieren. Gegen Kongressende aber erlebte icheine überraschende Szene, die mich schwer beunruhigte. Ich höre wie jemand vom Rednerpult aus Deutsch spricht, es gab Simultanübersetzung.
Er sagtdiese Sätze: "Ich bin kein Nazi. Seht mich an, sehe ich aus wie ein Nazi? Ihr kennt mich doch, ich bin kein Nazi. Wir sind keine Nazis. Ihr könnt mit dem Kongress zu uns kommen".
Ich dachte, alle diese berühmten Analytiker, FREUDIANER, könnten doch allenfalls schmunzeln zu dieser Rede. FREUD war es doch gewesen, der als Erster erkannt hatte, dass"das UNBEWUSSTE" - das aus dem Bewusstsein Weggedrängte-„s t ä r k e rist als das Bewusste". Sich im Wiederholungszwang des Verdrängten szenisch wieder meldet, ob wir das nun wollen oder nicht.
Und er drückte diese Erkenntnis einprägsam so aus: Wir sind "nicht Herr im eigenen Haus..." , m.a.W., man sieht uns eigentlich nicht an, was in uns ist - an Verdrängtem. Und weil es (fast) immer "Konfliktcharakter" hat – ausweglos ehemals, sonst hätte es nicht verdrängt werden müssen - kann es schlimme und schlimmste Auswirkungen haben. Wie wir an unserer unfassbar mörderischen Vergangenheit erkennen müssen!
Es geht nicht um Schuldzuweisung. Es geht um Verstehen WARUM? Und WIE? Wie konnte es zum Faschismus kommen?
Was muss uns passiert sein, so daß wir als Massen "in geistige Verirrung" geraten sind? ALBERT EINSTEIN erkannte 1934 den Faschismus als schwere geistige Störung. Wegen der brutalen Verfolgung von Minderheiten - als "die, die NICHT SO SIND WIE WIR" und die deshalb zum "lebensunwerten Leben" erklärt wurden. Und umgebracht. Der Wahnsinn hat viele Gesichter. EINSTEIN erkannte die Entwicklung unter HITLER als "eine Form von Geisteskrankheit". FREUD war damals nicht dazu in der Lage gewesen. Denn er hatte sein "Triebkonzept" geschaffen. Nachdem er seine „Verführungstheorie" unter der empörten, hochaggressiven Reaktion der Wiener Gesellschaft hatte widerrufen müssen:
Das Konzept vom "ANGEBORENEN" AGGRESSIONS-/DESTRUKTIONSTRIEB DES MENSCHEN (besonders beim KIND "erkennbar"...!) ----mit dem FREUD wieder den vollen Konsens ALLER "GUTERZOGENEN" zurückgewonnen hatte! (Gilt es HEUTE noch? "Offiziell"? )
Und so hat FREUD auf die entsprechende Frage EINSTEINS geantwortet, das Volk zerfalle "genetisch" in solche "die Führer sind", und solche "die geführt werden wollen". (Siehe beider Dialog 1932 "Warum Krieg"?)
Und dieser deutsche Kollege, ausbildender Analytiker, ich kannte ihn seit 1969, hat sinngemäß in New York gesagt: "Weil ich nicht aussehe wie ein Nazi - deshalb bin ich auch keiner". Das klingt treuherzig, dachte ich. Und dass man nicht unbedingt einem Menschen seinen "inneren Übeltäter" ansehen kann...
Und wenn das kein Witz sein soll - was dann?
Aber die netten Kollegen aus aller Welt stimmten dafür, dass 1985 dererste Internationale Psychoanalytische Kongress wieder auf deutschem Boden stattfinden sollte – 40 Jahre nach Kriegsende - in Hamburg. Ich dachte damals, kann es denn sein, dass'sie nicht wissen was sie tun'? Jedenfalls war das ja gutgemeint, im Sinne der Versöhnung und Völkerverständigung.
Ich blieb beunruhigt. Wie das wohl bei dem Kongress mit der Aufarbeitung unserer faschistischen Vergangenheit werden könne. Und ich hatte die Idee, wenn ich meinen Analytiker-Kollegen einen Text in die Hand geben könnte, als Unterstützung bei den Diskussionen gemeint, über unsere hoffnungsvolle Nachkriegsentwicklung - über die fortschrittliche und positive Entwicklung der 68er Generation - und zwar im Gegensatz zu allen früheren Generationen, die "Gehorsamszwang" als "Elternpflicht" - als "vorbildliche Erziehungstradition" mittels Drohung und Gewalt angewandt haben, mit ihren schlimmen zu begreifenden Folgen - dann könnte meine Beunruhigung vielleicht nachlassen.
Einen Text, als hoffnungsvolles und entlastendes Material für die Diskussionen gedacht, zur Bestärkung beim Aufdecken der frühen Wurzeln unserer mörderischen und kriegerischen Vergangenheit. Unter großem seelischem Druck tippte ich 19 Seiten zum Thema: "Die psychische Entwicklung in der Nachkriegszeit - ein chronifizierter Kampf um Autonomie - dieSymptomatik des Konflikts zwischen MACHT und OHNMACHT".
Und schickte allen Kollegen meiner Ausbildungsvereinigung (über 400 Mitgliedern damals) meinen Text vor dem Kongress. Nur 8 Kollegen haben mir geantwortet.
Was ich mir dabei gedacht habe? Als ich die vielen Scripten abgeschickt habe? - Dass die Kollegen sich freuen würden, wenn sie den Text für klärende und verstehbare Argumente beim Kongress in Händen haben. Ja, das dachte ich. (Wovon ging ich da aus ?)
Sich ins Bewusstsein zurückzurufen, was allesan positiven Veränderungen in unserem Land sich inzwischen ereignet hat, das war mein Anliegen damals: Unsere Nachkriegsentwicklung als die wunderbar fortschrittliche GEGENBEWEGUNG
gegen "Gewalt, Zwang und Hierarchie": diese bemühte FÜHLENDE Generation hat uns die vorher nie da gewesene Alternative aufgezeigt - zur Erziehungstradition des BLINDEN GEHORSAMS mit seiner Entwicklung zum mörderischen Faschismus nach dem 1. Weltkrieg. (Das muss man aber so wahrnehmen können.
Wem es nur um "STARK" oder "SCHWACH" geht,"bedeutend"oder"unbedeutend", für den sind'positive Veränderungen'eher"störend","befremdlich"und damit zu ignorieren - oder zu bekämpfen . . . ).
Dazu dann meinen kühnen Textals Angebot"für die Aufarbeitung unserer Vergangenheit" bei dem Kongress ? (Ich denke heute, ich muss - in einer anderen Zeit gewesen sein - damals.)
"Ohnmacht?" - "Machtlosigkeit?" Das war 1985 kein Diskussionsgegenstand. "Machtlosigkeit in der Kindheit?" - als ehemaligesEIGENESErleben?Das gab es gar nicht. "OHNMACHTSERLEBEN?" Nicht erinnerlich.Und dadurch war es einfach kein Thema.
ERZIEHUNG AUS DER SICHT DES KINDES WAHRGENOMMEN - diese Thematik stellte sich gar nicht.Diesen Blickwinkel gab es nicht.
"Schwäche" war verächtlich, verachtet - allenfalls 'zum Schämen'.
Weil "Macht" das Angestrebte war!
(Jedenfalls waren Kinder in unserem Land als„machtlos"und damit „unfähig und schwach" nicht beachtenswert -außer als „Erziehungsobjekte". Und haben dann ihre eigene Kindheit als etwas„Abzuwertendes bis Unverkraftbares"VERDRÄNGT !)
Und wer sich herausnimmt, ein dermaßen abgelehntes, verleugnetes, ein "Tabu"- Thema aufzugreifen, der wird als "Störenfried" begriffen--"der uns schaden will."
WILLENBRECHEN als Kongressthema? Und das schon BEIM SÄUGLING?
Unter der "SCHWARZEN PAEDAGOGIK" zum "Parieren auf den Blick hin" 'abgerichtet'?
Und das sollte bis zum Ende seines ersten Lebensjahres "geschafft" sein - sonst würde "das Willenbrechen zu einem mühseligen Akt" (in den Erziehungsbüchern bis in die Sechziger vorgeschrieben...).
Das als Diskussionsthema auf diesem wichtigen Kongress?
Das war offenbar niemandem zuzumuten, denke ich heute. Das hätte ja womöglich die freundliche angenehme Atmosphäre stören können...
Die lange Tradition der Kleinkinderziehung mit Strenge/Härte/ Unnachgiebigkeit - aber hat ein ARCHAISCHES Feind-Introjekt bei jedem so behandelten Säugling/Kleinkind zur Folge gehabt!
Wer an dieser Wahrheit interessiert war, erfuhr die immense Angstabwehr bei den für diesen Kongress Verantwortlichen über "Feind-Projektion": missverstanden als "gefährlich" für den friedlichen Kongressablauf...
Und das fühlte sich gar nicht gut an für uns Wenige, die das betraf. Heute weiß ich, warum ich diese Vorgeschichte fast 20 Jahre lang völlig verdrängt hatte. Nachdem ich mich - ab 2004 - wieder langsam erinnert habe, war ich schon sehr erstaunt, dass meine Aussagen von damals (leider) heute noch genauso hochaktuell geblieben sind wie 1985/86.
Zum weiteren Schicksal meines gutgemeinten aber völlig missverstandenen Textes:
Ein Lektor vom CAUSA-Verlag in München bekam ihn in die Hände und begriff als einer der Wenigen seine Aktualität. Er wollte den Text zu einem Buch erweitern und einen eigenen Verlag damit gründen, unter dem Titel "Frieden durch Autonomie".
Wir hatten es auf etwa 200 Seiten geschafft, da setzte das Reaktorunglück von Tschernobyl seinem guten Projekt ein jähes Ende. Bei dem "schleichenden Plutonium-Tod" war "Frieden" nicht mehr gefragt. Es galt, am Leben zu bleiben. Und "Autonomie" im Angesicht der Katastrophe war schon gar nicht gefragt.
Zumal der Begriff damals noch (oder schon wieder) als gleichbedeutend aufgefasst wurde mit "Revolte, Aufsässigkeit, UNART". Und das konnte man sich in dieser Not nicht leisten. Der Lektor resignierte und gab sein Projekt leider auf.
1990 brachte ich das Buch unter einem anderen Titel in 300 Exemplaren im Verlag für Akademische Schriften heraus (VAS Verlag Frankfurt am Main). Im Dezember 2008 erfuhr ich beiläufig, dass ein gebrauchtes Exemplar meines Buches im Internet für "Unsummen" angeboten wurde: Bei Amazon für 441,16 Euro und bei AbeBooks für die unglaubliche Summe von 786,60 Euro.
Was bedeutet das aber? Das muss mir gar nicht zum Bewusstsein gekommen sein. Denn weder mir noch jemand anderem ist dazu eingefallen, mal nachzufragen, wiesodiesesBuchsovielkostet?
Wie vernebelt kann man denn bloß sein?-Unter Verdrängung!
Dessen was einem selbst enorm wichtig war und ist - AUFZUKLÄREN, welche ungeheuere Bedeutung die Erfahrungen in unseren ersten Lebensjahren haben für die PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG zum ERWACHSENEN-UND FÜR UNSERE GANZE GESELLSCHAFT !
Und auch die ErfahrungenIN DER PUBERTÄT, der Entwicklungsphase, in der alle unerträglichgewesenen und verdrängten Konflikte von früher wiederbelebt werden.
Und in den Beziehungen zu den Erwachsenen reinszeniert, ausgetragen werden wollen. (Näheres unter Kapitel III.)
Dass dieser denkwürdige Kongress nach unserem entzetzlichen Krieg und Faschismus - obwohl bereits zwei Generationen nach Kriegsende erwachsen geworden waren - keine Aufarbeitung der psychischen Ursachen unserer mörderischen Vergangenheit erbracht hat--ist bekannt.Ist Geschichte. Aber heute ist eine andere Zeit.Zeit der Veränderungen.
Vor 25 Jahren waren diese wunderbar fortschrittlichen und mutigen Generationen noch gar nicht auf der Welt (oder sie waren kleine Kinder) - die fähig sind, gegen ihre Diktatoren FRIEDLICH zu demonstrieren!Im Januar/Februar 2011 in Tunesien und Ägypten! Völlig unerwartet-in Ländern des Islam!
Und die - das ist die hoffnungsvolle neue Entwicklung-gar nicht mehr den Tod des Despoten wollen! Sie wollten nur seinen Rücktritt. Um ihn in seinem rücksichtslosen, grausamen Regiment zu stoppen - ihn unschädlich zu machen. Sie haben ihr Leben für die Befreiung vom Diktator eingesetzt. Sie blieben friedlich und ausdauernd. UND SIE HATTEN ERFOLG !
Ein vor 10 Jahren noch völlig undenkbar gewesenes Geschehen! Sind wir vielleicht doch alle - sofern wir uns nicht an grauenhafte, lebensbedrohliche Früherfahrungen unter Verdrängung anpassen mussten - zuerst einmal "MENSCHEN"?
Menschen mit denselben Bedürfnissen ?Nach Gerechtigkeit?Nach einem Leben in friedlicher, sich gegenseitig unterstützender Gemeinschaft?
NICHT "Einer der FEIND des Anderen"-wie bisher?
Eine freundliche, eine friedliche Gesellschaft ?Die existiert bereits -an vielen Orten -sie ist nur nicht im Mittelpunkt des Medieninteresses. Das befasst sich leider noch immer überwiegend mit"Zerstörung, Tod und Untergang", als ob wir - 'das Volk' - das Schockierende und Erschreckende "zu unserem Vergnügen" bräuchten... Das Volk aber denkt sich inzwischen sein Teil und fasst sich an den Kopf... Veränderung steht an.Passiert. Dafür mussten aber nach Kriegsende in unserem Land mehrere Generationen erwachsen werden, die den "tödlichen FEIND" gar nicht durch frühen Terror des Gehorsamszwangs erleben mussten.
Die Verständnis, Glaubwürdigkeit und ausreichend freundliche Zuwendung als Kind erfahren konnten. Diese jungen Menschen aber sind es, die'Gerechtigkeit'wollen. Die keine "Macht" bewundern und sich ihr unterwerfen wollen, weil sie nie dazu gezwungen wurden.
Es sind auch diejenigen, die gar kein Interesse an "Krieg" haben,zumeist nicht einmal an "Konkurrenz und Rivalität" . Die soweit 'seelisch gesund' sind, authentisch auch in ihren Ansichten zu Lebenskonzepten, dass sie miteinander etwas schaffen wollen, 'das das Leben lohnt'! Sich gegenseitig zu fördern, gehört dazu.Sie demonstrieren friedlich.Und motivieren damit auch wieder Pazifisten aus älteren Generationen.Das macht Hoffnung.
Der Grund WARUM ' Machtmenschen' von sich überzeugt sind, KEINE FEHLER ZU MACHEN - (und falls doch, als eindeutig erkennbar, "den Mantel des Schweigens" darüber breiten – bis die "Öffentlichkeit" wieder vergessen hat, WORUM es überhaupt ging): Der Grund für diese "Unfehlbarkeit" ist "BRAVHEIT und GEHORSAM".Früh 'gelernt', in Anpassung an die "bewundernswerte MACHT":Ein "immer braves folgsames Kind" hat ja nie anderes getan als ihm die Erwachsenen befohlen oder erlaubt haben! (Das muss man sich mal vorstellen; das ist nie freiwillig gewesen.)
Und DESHALB KANN ES GAR NICHTS FALSCHES TUN! - "Weil ja auch seine ERZIEHER KEINE FEHLER GEMACHT HABEN" :Denn die Mächtigen-die „Vorbilder" -waren immer im Recht! Und duldeten keinen Widerspruch!
Gnadenlose Härte und Strafe "gehören dann zum Leben" -vonGeneration zu Generation weitergegeben.
Vor mehr als 60 Jahren war unter den Folgen dieses unmenschlichen "Erziehungsdiktats" aller früheren Generationenin unserem Lande eine Ära einer nur schwer vorstellbaren GEWALT und ZERSTÖRUNGzu Ende gegangen.
Eine Zeit der GEFÜHLSKALTE und GRAUSAMKEIT, deren erschreckendes Ausmaß -in den KZs,im 2. "Krieg-gegen-die-ganze-Welt" -auch für viele Hitlergetreue, also "Faschisten",überhaupt nicht mehr vorstellbar war: Aber OHNE VORSTELLUNGSVERMÖGEN und OHNE EINFÜHLUNG in die NOT der Bevölkerung IN EINEM KRIEG-wird Krieg GUTGEHEISSEN, ALS NÖTIG rationalisiert und - "es passiert Krieg"!
Dies entspricht dem„internalisierten Kriegszustand"aus dem frühen "Kampfdes KLEINEN/SCHWACHEN GEGEN den GROSSEN/ÜBERMÄCHTIGEN - der gesiegt hat und "nahtlose Kongruenz" des Kleinen erzwungen hat.Verdrängt und 'vergessen'! (Aber hoch-wirksam geblieben !... wartet er auf"seine STUNDE der MACHT"!)
Weil bei dem Terror DER FRÜHEN ZWANGSERZIEHUNG - "die gute alte Erziehungstradition" -bis zur 68er GENERATION !-das Elend des KLEINEN hilfsbedürftigen und machtlosen Menschen in seinen ersten Lebensjahren NUR AUSZUHALTEN WAR durch VERDRÄNGUNG :
Verdrängt wurden alle GEFÜHLE, die als unverkraftbar das Überleben gefährdet haben !
Um weiterleben zu können, werden Gefühle wie ANGST, Entsetzen, Traurigkeit, Verzweiflung u.a.m. VERDRÄNGT.Auch die Sehnsucht nach liebevoller, geduldiger, verständnisvoller Behandlungmuss unter dem "verlorenen Krieg"im Kampf zwischen "Macht und Ohnmacht" -tief verdrängt werden.
Auf dieser frühen Erlebensebene geht esnoch um die SYMBIOSE-mit-der-MACHT, die absolute Unterordnung verlangt. 'Geerbt' hat dann der kleine Mensch ein 'Machtgefühl' über jeden anderen, den er als "kleiner und damit schwächer" erlebt.
Im Wiederholungszwang des Verdrängten aber wird von ihm jeder "Schwächere" - als "nicht-zu-uns-gehörig" - das heißt "zu u n s: "S t a r k e n" gleich "Machtidentifizierten"NICHT passend,als "FREMD" und dadurch - bis "zerstörenswert FEINDLICH" eingestuft und --attackiert:Die Psychodynamik des RECHTSRADI KALISMUS !
Dem schon eine andere Hautfarbe genügt, eine andere Sprache oder Religion, um„den Schwächeren" als "FEIND" zuentdecken !Gegen den dann in aller GEFÜHLLOSIGKEIT (des zur Uniformität GEZWUNGENEN) vorgegangen wird.
WIE können wir da das noch immer nicht erfolgte VERBOT der Rechtsradikalen begreifen?
Da wundern sich doch viele Menschen, die diesen IRRSINN schrecklich finden. Ja, die 'insgeheime Paktbildung' mit den "TÄTERN"...auf der Ebene ihrer Genese gesehen, ist sie auch so eine Art „Vasallen-Treue" in ihrer MACHTHÖRIGKEIT.
Aber heute ist eine andere Zeit:"Durch sanfte Erziehung mitfühlend und mündig geworden", das können immer mehr Erwachsene jetzt von sich sagen.
Ich denke heute, für mich war diese schlimme Ära ab 1945 zu Ende ! Besonders nachdem ich in den siebziger Jahren das enorme Bemühen dieser friedlichen und sympathischen jungenMenschen aus der Nachkriegsgeneration in meiner Praxis miterleben und verstehen lernen konnte. Ich erlebe in letzter Zeit, dass das Interesse wächst - an den Entstehungsbedingungen für unsere grauenhafte Vergangenheit,an den zu klärenden und zu erinnernden Ursachen für MACHTBESESSENHEIT, MACHTMISSBRAUCH, MACHTHÖRIGKEIT und UNTERTANENGEIST -zu dem wir viele Generationen lang erzogen worden sind.
Am ehesten zu verstehen, wenn wir versuchen, uns in die schlimme Lage des kleinen Menschen hineinzuversetzen, der zum "Parieren auf den Blick hin" erzogen werden soll: WEIL uns - als winzig und völlig machtlos - nur ein Weg bleibt: Totale SELBSTAUFGABE in ANPASSUNG an die UNTERWERFUNG ERZWINGENDEN Erzieher! DIE ZUGLEICH UNSERE LEBEN ERHALTENDEN GELIEBTEN MÄCHTIGEN SIND - "GOTTGLEICH" empfunden - in unserer absoluten Bedürftigkeit als Kleinkind.
Es ist diese unselige Kopplung zwischen ENTMACHTENDER HÄRTE einerseits - und ERNÄHRENDER VERSORGUNG andererseits, durch die wir AM LEBEN BLEIBEN - WENN wir uns DEM FREMDEN WILLEN BEUGEN : Und alle als grausam erlebten Handlungen als "normal" und "notwendig" internalisieren. Das aber geht NUR UNTER GEFÜHLSVERLUST.
Unter VERDRÄNGUNG der GEFÜHLE, die man hatte VOR der IDENTIFIKATION.
Das hat zum Verhängnis dieser noch immer verbreiteten Ansicht geführt:
"Wer streng, rücksichtslos und drohend auftritt" - WIE DER MÄCHTIGE MEINER KINDHEIT - "der ist fähig, mein Leben zu erhalten...".
(Das dachten viele in der USA über G. W. Bush und seinen Irakkrieg... auch unsere Kanzlerin, damals.)
Aber wer "an der Macht ist", MACHT KEINE FEHLER. UND MUSS AUCH NICHTS ERKLÄREN UND BEGRÜNDEN: Siehe auch den FIFA-Präsidenten! Das ist "MACHTVOLLKOMMENHEIT": Die genügt sich selbst.
(Aber wie glaubwürdig ist ein solches Verhalten ? Erweckt das unsere Sympathie ? Oder nur Empörung ?)
Nun aber der verhängnisvolle Umkehrschluss:
"Wer freundlich, hilfreich und geduldig auftritt, der sei "schwach" - "habe es nötig, sich anzubiedern" - und sei "unfähig, uns gegen "Feinde" zu verteidigen . . .".
WEIL friedliches Verhalten - wegen der "erzwungenen Kongruenz" mit der bedrohlichen Macht - als "Feigheit und Schwäche" missverstanden wird.
Eindeutig eine pervertierte Auffassung ! Mit schlimmen Auswirkungen. Wie wir aus unserer erschreckenden Vergangenheit erkennen müssen.
Frühe Anpassung an "Härte" lässt "gefühllos" werden ! - Uneinfühlsam in die Not eines "Schwachen": eines Kindes / "Opfers' / Machtlosen / Armen / Kranken - eines Menschen, der leidet.
Wer "machtorientiert" werden musste, wer in Machtpositionen d r ä n g t , gerade von dem kann "das Volk" kaum Einfühlung und damit Verantwortung und Fürsorge erwarten. Deshalb auch das gegenwärtige E r w a c h e n in unserem Lande !
WIE ist das mit unserer "Demokratie"? Wenn der Wille der Politiker, des Parlaments, so weit a b w e i c h t vom 'Willen des Volkes'? WARUM gibt es dafür keine VOLKSENTSCHEIDE? (Demos = Volk, kratein = Regieren) Regiert bei uns das Volk?
Wie oft entscheidet sich unsere Regierung GEGEN die Mehrheitsmeinung des Volkes?
Denken wir an den Afghanistaneinsatz deutscher Soldaten:
Schon 10 Jahre lang und keiner weiß so richtig, was wir dort Sinnvolles schaffen?
Verbessern? Was wir dort sollen?
Das will die Mehrheit des Volkes doch gar nicht. Haben wir eine "Demokratie"?
Warum gibt es keine VOLKSENTSCHEIDE ? Wenn doch das Parlament so anders entscheidet als das Volk es will?
Und WARUM haben die etablierten Parteien "ihren Bezug zur Basis" denn verloren?
So daß sich 'das Volk" von ihnen gar nicht mehr vertreten fühlt?
Volksentscheide sind dringend. Für diese Fälle. Stuttgart 21, das ist auch so ein Fall: Die Machtvollkommenheit der Verantwortlichen hat hier aber schon unübersehbar diktatorische Züge.
Für WEN bauen diese Leute denn den teuren Bahnhof ? Doch für "das Volk"? Die vielen Menschen doch, die sollen den Bahnhof nutzen ! Es geht wohl wieder um Milliardengewinne!? Was aber hat "das Volk" davon ??? Das will doch gerade den teuren Bahnhof gar nicht !!
Machtmenschen sind von ihrem Recht überzeugt: Recht auf alles was sie wollen. (Sie haben es sich DURCH FRÜHESTE ANPASSUNG "verdient"! So kurz ausgedrückt, WORUM es geht - und WAS so nicht bleiben DARF.)
In Verantwortung fordernden Machtpositionen, wie Abgeordnete in der Regierung sie haben, so sieht es aus, sind sie nicht in der Lage, für "die vielen Machtlosen" - uns als das Volk - zu sorgen ! Sie KÖNNEN NUR für die (anderen) MÄCHTIGEN sorgen (u.a. Banken/Konzerne/ Kapital-Mächte). Und das merkt das Volk.
Denn das Resultat unserer grausamen Erziehungstradition - wir sind fast alle noch "Kinder, Enkel und Ur-Enkel der Schwarzen Paedagogik" ist fehlendes Bewusstsein und fehlende Einfühlung.
In das Elend, das die meisten selbst ehemals erlebt haben - BEVOR die ANPASSUNG "gelang". Das ist eine unerfreuliche Erkenntnis. Und Unerfreuliches WILL GAR NICHT BEWUSST WERDEN - so auch das Unerfreuliche unseres letzten Krieges mit seinen Trümmern und Toten.
Wer wollte sich denn freiwillig daran erinnern?
Doch höchstens jemand, der die Hoffnung damit verbindet, dass - wenn die eigentlichen Ursachen (die zwischenmenschlichen, die zu "geistiger Verirrung" geführt haben) für Rechtsradikalismus/Faschismus/KZs und Kriege endlich erkannt und bewusst werden können, wir dann überhaupt nur für Prävention sorgen können.
Für die Verhinderung weiterer Kriegseinsätze !
Überhaupt für die ÄCHTUNG ALLER KRIEGE !
Das fordert unsere Vernunft. Aus unserer deutschen Geschichte können wir lernen.
Wir können erkennen WIE es zum Faschismus kommen konnte.
Und was es in der Pubertät bedeutet, durch den verlorenen Krieg mit gefallenen oder invalide und geschwächt heimgekehrten "Vätern" konfrontiert zu werden --- die kein "machtvolles Vorbild" mehr sind... um sich mit ihnen zu identifizieren.
Das aufzudecken und verständlicher zu machen, war mein Anliegen 1985/86 mit meinem Text.
(Und ist in meinem Buch "Das Vermächtnis der 68er Generation" näher ausgeführt.)
Unsere Soldaten in Afghanistan?
(Damit ist auch noch eine tragische Psychodynamik verbunden...
Aber wer hat das überhaupt gemerkt?
Nach "altbekanntem Muster" waren unsere vorbildlichen GRÜNEN damals gezwungen worden, ihren Pazifismus aufzugeben.)
"Kriegseinsatz"?
Und das kostet auch noch Geld --- und immer wieder MENSCHENLEBEN !
Es ist Zeit. Für sinnvolle Veränderungen. Volksentscheide stehen an. Und wie ist das mit dem für Milliardengewinne geplanten Panzerverkauf in kriegsgefährdete Länder?
WIR sollten bei unserer Vergangenheit VORBILD sein - für die anderen Völker! Das sind wir UNS schuldig - uns selbst. Den Anderen, denen wir soviel Leid zugefügt hatten, sowieso. Also, darüber hat mit Sicherheit das deutsche Volk die Entscheidung!
Wenn auch die Politiker der etablierten Parteien überwiegend "Elternrollen-Spieler" sind, so müssen WIR: das Volk, doch nicht weiterhin die projizierten "Kindrollen-Spieler" mehr bleiben...
Glaubwürdige Politiker sind sozial engagiert, haben "keinen gebrochenen Willen", hatten ein 'günstigeres' Erziehungsmilieu. Ihnen ist die "Symbiose mit der gnadenlosen Macht" erspart geblieben (so kann man das ja auch sehen).
Sie bemühen sich um politische Ämter, um den Machtorientierten ENTGEGEN zu arbeiten. Aus VERANTWORTUNG für die Vielen, das Volk, WEIL SIE SICH DEM ZUGEHÖRIG FÜHLEN als WIR.
Sie haben kein Interesse an der "FEIND-suche". Brauchen den Konsens. (Anders als ihre Kontrahenten, mit ihrem "inneren ENTWEDER ODER" , "Macht oder Ohnmacht" - in Anpassung an den Mächtigen, den Erzieher: dessen "MACHT" und "UNFEHLBARKEIT" man aber so "geerbt" hat. Der jedenfalls "Kritik nicht geduldet hat" und "erhaben war über jeden Zweifel", wie wir inzwischen wissen.)
Ein "Machtmensch"?
Wer will das schon sein? Das zeigt sich nur daran, wo die Interessen liegen:
Die erzwungene "Symbiose mit der Macht" erfordert Kongruenz - mit den jeweils "MÄCHTIGEN".
Dazu gehört eben NICHT "das Volk". ( Siehe Sozialabbau usw. )
Inzwischen wurde aber auch etwas so unvorstellbar Geniales erfunden - zur weltverbindenden Kommunikation - wie das Internet. Und diese friedlich demonstrierenden jungen Menschen haben dieses wunderbare Medium Internet auch sinnvoll genützt: Durch Gedankenaustausch Gleichgesinnte gefunden, in aller Welt. Und auf diesem Wege begriffen, was mit "Demokratie" gemeint ist: "Das Volk bestimmt". So wurden sie fähig, sich zu empören und der rücksichtslosen Willkür von Machtmenschen ihren 'Volkswillen' entgegenzusetzen.
Die vielen Einzelnen - GEGEN die Wenigen "an der Macht":
Die sich - noch in vielen Ländern - mit brutaler Gewalt - Geschossen, Panzern und Bomben - an ihrer kriminellen, menschenverachtenden Macht halten (wollen).
1985 waren die vielen heute an unserer Geschichte interessierten jungen Menschen noch gar nicht geboren. Oder sie waren Kinder, die keinen Einfluss hatten auf das Klima grandioser Verleugnung unserer kriegerischen Vergangenheit.
Heute ist eine andere Zeit. Heute können sie Einfluss haben.
August 2011
Christiane Behrendsen