USD/JPY 2007-09
Der japanische Yen repräsentiert die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und ist nach US-Dollar und Euro die weltweite wichtigste Währung. Der Yen hat in den letzen sechs Monaten gegenüber
US-Dollar, Euro & Co. deutlich aufgewertet, obwohl die japanische Volkswirtschaft in einer tiefen Krise steckt. Dies wurde durch einen Rückgang der Industrieproduktion im Monat Dezember 2008 um 10% eindrucksvoll bestätigt. Die japanische Exportwirtschaft leidet besonders unter sinkender Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen in den USA und Europa. Trotzdem konnte der japanische Yen gegenüber allen Hauptwährungen deutlich zulegen.
Gründe für die starke Yen Aufwertung müssen in der vergleichsweise hohen japanischen Sparquote, der Finanzkrise sowie den niedrigen Leitzinsen der japanischen Zentralbank gesucht werden. Niedrige Zinsen in Japan haben Anlagen im Ausland in den Boom Jahren der Weltwirtschaft von 2002-2007 attraktiv gemacht. Oft wurden japanische Investitionen mit Fremdkapital künstlich erhöht, da es in Geld zum Nulltarif gibt (Niedrigzinspolitik). Seit der Lehman Pleite und dem Wiedereinsetzten der Finanzkrise mit erhöhter Schlagzahl im September 2008, wird verstärkt Kapital nach Japan zurückgeführt. Japanische Banken sind nicht so stark betroffen wie amerikanische- und europäische Geldinstitute. Der Hebeleffekt, also die Tatsache dass japanische Investitionen auch durch Fremdkapital finanziert wurden, verschärft die Zurückführung von Kapital. Aufgrund von negativen Wirtschaftsaussichten und steigende Arbeitslosigkeit müssen die Ersparnisse angezapft werden. Im Ausland investiertes Kapital wird in Japan dringend benötigt.
Das japanische Fiskaljahr endet am 31. März 2009 und zuvor ist mit einer nachhaltigen Yen Abwertung gegenüber US-Dollar, Euro und Co. nicht zu rechnen. Mittel- bis langfristig werden sich die sinkenden Exportüberschüsse jedoch auf den Yen auswirken und in USD/JPY kann bis Ende 2009 durchaus auf 120 Yen für 1 US-Dollar steigen. Das derzeitige Niveau von 90 Yen für 1 US-Dollar kann langfristig nicht gehalten werden.
Christian Tübben