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Warum Darwin mit F.W. Steinmeier keinen Tee trinken würde

Autor: mareikemareike | Erstellt am: 11.06.2009 | Gelesen: 595
Kategorie: Handel - Business & Wirtschaft | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Oder: Wie man langjährige Erfahrungen in der Evolutionstheorie für ein paar Stimmen im Wahlkampf ignoriert

Wir haben das Jahr 2009 - es ist das Darwinjahr. Und die Bild-Zeitung hat Herrn Steinmeier gefragt, ob er der Sieger der Opel-Nacht sein? *Sucht man in Google nach Veranstaltungen zu Ehren Charles Darwin so findet man 12.300.000 Einträge. *Gibt man Charles Darwin ein - erhält man 15.300.000 Einträge *Sucht man nach OPEL - so bekommt man 84.000.000 Einträge *Sucht man nach Opel in Kombiniation mit Staat so findet man immerhin 443.000 Einträge

443.000 Einträge sind in Relation zu den anderen drei Ergebnissen relativ wenig, für die zukünftige Entwicklung unseres Landes und der damit verbundenen Wirtschaft könnte dies jedoch bald schwerwiegende Folgen haben.

Opel mit 1,5 Mrd. EUR Überbrückungskredit am Leben zu lassen, war keine Entscheidung, die zukunftsweisend ist. Wir reden hier von einem Automobilhersteller, den eigentlich niemand für voll genommen hat - bis, ja bis zu dem Zeitpunkt, als das mit der staatlichen Stütze ans Licht kam. Und dann ging es los - Politiker, die über nicht weniger Mitnahmementalität verfügen, als der durchschnittliche Bundesbürger - drückten sich in die Presse, manche sogar bis nach Detroit. Immer im Sinne der BRD im allgemeinen und der Bundesbürger im speziellen. Wobei man hier BRD neu definieren muss, also BRD = Sicherung der Macht durch Erwerb der Mehrheit am 27.09.09 in der Bundestagswahl. Bundesbürger, darunter sind die 70.000 (69.999 Mitarbeiter die direkt und indirekt an OPEL hängen + 1 in Person Claus Franz, Betriebsratskoryphäe) gemeint. Die wirkliche Meinung des Volkes kennt niemand, es wird ja auch nicht gefragt. Was aber hat die Regierung bewegt, einen "unscheinbaren" Automobilhersteller wie Opel zu retten? Fragt man nach dem "typischen Opelfahrer" so bekommt man keine wirkliche Antwort, denn Opel mangelt es, wie KIA, SUBARU etc, an Charisma. Und was kein Charisma hat und was uns nicht bewegt, das würden wir nicht vermissen. Es ist natürlich klar, dass ich hier leichtfertig über 70.000 persönliche Schicksale schreibe, aber wir sind nun mal nicht die Heilsarmee. Die Wirtschaft lebt nun mal, wie die Natur und wir Menschen von der Evolution. Nur die, die sich schnell genug an neue Gegebenheiten anpassen haben eine Chance.

Es hilft nichts in der Vergangenheit zu buddeln, auf Vergangenheit gibt es keinen Kredit, die Zeiten haben sich verändert und wir verändern uns mit oder wir werden zwangsweise verändert, dann aber nicht bottom-up sondern top-down. Was hat aber Opel mit Darwin zu tun und warum ist die Rettung so gefährlich? Der weltweite Automobilmarkt befindet sich im Abwärtstrend. Im Moment verfügen wir über eine Produktionskapazität von 94 Mio. , die aktuelle Nachfrage nach Autos liegt aber nur bei 60 Mio. Wir sprechen also hier von einem riesigen Überhang, der sich durch die Krise sicher noch verschärfen wird - es gibt Prognosen, die sprechen für eine Nachfrage in Höhe von nur noch 50 Mio Fahrzeugen. Wäre der Automobilmarkt ein Wald, die Produktionskapazitäten die Tiere und die Nachfrage der Wald, der zur Verfügung steht. Hätten wir folgendes Szenario: Die Fläche des Waldes wird immer kleiner, während die Tiere in der gleichen Anzahl blieben, sich eventuell noch vermehren würden. Was wäre demnach die logische Konsequenz? Nur die Tiere, die schnell lernen auf engstem Raum zu leben und sich den dramatischen Veränderungen anzupassen, hätten die Chance um zu überleben. Aber selbst wenn sie es schaffen, das andere vor ihnen sterben, so könnte der Wald immer noch so stark geschädigt sein und irgendwann würden auch die stärksten Tiere kaputt gehen, weil der Kreislauf in diesem Wald nichts mehr funktioniert.

Jetzt ist zu klären welche Rolle der Staat hat? Ganz klar: Er ist der Jäger. In Deutschland ist es gewöhnlich so, dass im Falle einer Überpopulation die Jäger das Gleichgewicht herstellen, indem sie die Tiere erlegen, die das natürliche Gleichgewicht aufgrund ihrer Überzahl gefährden. Was macht aber der Jäger in unserer Geschichte? Er schiebt immer mehr Tiere in den Wald, in der Hoffnung, wenn er von jeder Rasse mehr hinzutut, würde das Gleichgewicht wieder stehen. Er hat sicher recht, denn das Gleichgewicht stimmt dann wieder, nur verdoppelt sich die Geschwindigkeit des Verdrängungswettbewerbs, was dann zu einem relativ schnellen Absterben der Tiere und des Waldes führen würde. Bedeutet also für die aktuelle Situation auf dem Automobilsektor: Was sich nicht aus eigener Kraft erhalten kann, hat auf dem Markt nichts mehr verloren. Die Subvention der Landwirtschaft hängt uns immer noch, da benötigen wir nicht auch noch eine Subvention der Automobilindustrie. Liebe Regierung, vielleicht schaffen Sie es noch bis zum 27.09.09 eine Darwin-Veranstaltung zu besuchen. Ansonsten wünsche ich Ihnen viel Spass am 28.09.09 dem deutschen Volk vor die Augen zu treten und neue Steuererhöhungen (besonders die Erhöhung der MwSt auf 25%) mitzuteilen, da die Opel-Sanierung leider ein finanzielles schwarzes Loch wurde und sie auch noch Arcandor, Infineon, ContiSchäffler, Porsche sowie zig tausende Mittelständler retten mussten. Weil das Bundesverfassungsgericht zwecks demokratischer Gerechtigkeit dazu verdonnert hat.

Herzlichst
Mareike W.
 
 
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