Vor einigen Jahren war es noch ein völlig ungewohntes Bild, wenn ein Kleinkind nicht etwa im Wagen geschoben, sondern statt dessen von den Eltern in einer speziellen Brustschürze (die manchen unwillkürlich an den Brustbeutel eines Känguruhs erinnerte) getragen wurde. Womit dann sogleich auch Vorurteile programmiert waren: Was ist, wenn Mama nun hinfällt und dabei ihr Baby verletzt?
Zeiten, die zum Glück lange vorbei sind. Denn heute weiß jedermann um die entscheidenden Vorteile, die solche Systeme (die es als Bauch-, Rücken- und Hüfttrage gibt) mit sich bringen. Zunächst einmal ist es so, dass die Hände der Mutter dabei (für andere Dinge) frei bleiben, weswegen diese Form der Kinderfortbewegung bei etlichen Naturvölkern schon seit Urzeiten praktiziert wird.
Wobei es jedoch vor allem auch die Kleinen selbst sind, denen solche Tragesysteme besonders gerecht wird: Nah am Körper, fühlt sich ein Baby besonders geschützt, kann vielleicht sogar den Herzschlag der Mutter spüren und eine besonders intensive Beziehung zu den Eltern aufbauen.
Aufrecht getragen - anstatt in einen engen Wagen "gesperrt" zu sein -, strömt eine Fülle von Sinneseindrücken auf den kleinen Erdenbürger ein: Getragene Kinder wirken dadurch aufgeweckter, aktiver und wissbegieriger und werden auch, was die körperlichen Fähigkeiten betrifft, stets liegend "Transportierte" alsbald abhängen.
Tatsächlich werden nämlich nicht allein der Gleichgewichtssinn, sondern auch Tast-, Geruchssinn und Wahrnehmung des Kindes von Anfang an gefördert. Was natürlich auch bedeutet, dass Mama besonders auf der Hut sein muss, wonach das Kleine seine Finger ausstreckt. Hier kann also das Tragen auf der Brust, das vor allem für Neugeborene empfohlen wird, auch bei aktiven Älteren eine Überlegung wert sein, da man so den Sprößling besser im Blick hat.
Übrigens sollte man gerade die Jüngsten niemals mit dem Blick nach vorne tragen, um zum einen einer Reizüberflutung, aber auch Fehlhaltungen (Hohlkreuz) vorzubeugen. Ältere Kinder brauchen dann nicht zwangsläufig auf der Brust, sondern können auch in anderen Positionen (Rücken, Hüfte) getragen werden. Generell sollte man aber bedenken, dass das Kind hier vor einem Anrempeln schlecht(er) geschützt ist.
Tipps zum Tragen bekommen Eltern heute meist schon in ihrer Geburtsklinik und/oder bei ihrer Hebamme. Wobei moderne Babytragen sämtlichen Anforderungen gerecht werden. Bekannte Tragen und renommierte Hersteller sind zum Beispiel der BONDOLINO, eine ergonomische Komforttrage von HOPPEDIZ, ein System, das für Babys bis hin zu Kleinkindern (von 36 Monaten) geeignet ist. Das Beste: Laut einem ÖKO-Test Gesamturteil wurde der Stoff des Tragetuchs mit "sehr gut" bewertet.
Melanie Wander