Die Islamische Studierenden Vereinigung Bochum der Ruhr-Universität Bochum lädt vom 10.-12.Mai alle interessierten Studierenden und BürgerInnen zur Vortragsreihe „das wissenschaftliche Erbe des Islam“ ein.Viele Historiker der Vergangenheit waren der Meinung, die Araber hätten sich lediglich um die Übersetzung einiger wichtiger griechischer Werke verdient gemacht. Darüber hinaus hätten sie keinen Beitrag zu den Fortschritten des Westens geleistet. Diese Sichtweite ist inzwischen nicht mehr zeitgemäß. Heute ist klar: Unter der Führung des Islam eigneten sich die Araber das wissenschaftliche Erbe früherer Zivilisationen, zu denen auch die des klassischen Griechenlands und Roms gehörten, an. Sie übersetzten und bewahrten viele wissenschaftliche Werke jener Zivilisationen, arbeiteten mit ihnen und entwickelten sie weiter. Muslimische Wissenschaftler und ihre Erfahrungen beeinflussten die westliche Welt des späten Mittelalters ganz entscheidend. Ihre Leistungen waren nicht zuletzt für das Heraufziehen des Zeitalters der Renaissance verantwortlich. Die Muslime schrieben Weltgeschichte.
Noch bis vor kurzer Zeit waren diese historischen Tatsachen im Westen nahezu unbekannt. In den letzten Jahren jedoch wurde den großartigen Leistungen der islamischen Wissenschaft endlich jene Beachtung geschenkt, die sie verdienen. Die moderne Geschichtswissenschaft brachte zu Tage, dass muslimische Wissenschaftler bis ins 16. Jahrhundert hinein in ihren Fachgebieten Erstaunliches vollbrachten. Zuvor hatten einige Geschichtswerke, die sich mit der islamischen Wissenschaft beschäftigten, behauptet, dass diese ab dem 12. Jahrhundert im Niedergang begriffen war. Als Gründe führen sie, um nur einige zu nennen, die Opposition der religiösen Autoritäten (v.a. Imam Ghazzalis), das islamische Recht und die Nichtexistenz einer kapitalistischen Ökonomie an.2 Analysiert man jedoch die Wissenschaft in der islamischen Welt nach dem 11. Jahrhundert, wird man feststellten, dass sie in der Folgezeit eine eindrucksvolle Blütephase erlebte. Insofern dürften jene Aussagen entweder nicht zutreffen oder zumindest viel zu oberflächlich sein.
Durch die Vortragsreihe „das wissenschaftliche Erbes des Islam" möchten wir einem Teil dieser Errungenschaften den gebührenden Platz einräumen und freuen uns auf interessante und hochkarätige Vorträge und Referenten.

Montag, 10. Mai 2010 – Hörsaal HIA
„Ein Ausweg aus der Finanzkrise – Islamic Banking ein alternatives
Wirtschaftssystem“
Referent Zaid el-Mogaddedi, Institute for Islamic Banking and Finance
(IFIFBAF), Frankfurt a.M
Dienstag, 11. Mai 2010 - Hörsaal HZO 40
„Naturwissenschaften im Lichte der göttlichen Offenbarung“
Referent Nur Eddin Siena, Ruhr-Uni Bochum
Mittwoch, 12. Mai 2010 - Hörsaal HZO 40
„Vom Geben und Nehmen / Diachroner Vergleich des Transfers technischen
Wissens zwischen Orient und Okzident am Beispiel der Bautechnik“
Referent Thomas Schuetz, Universität Stuttgart
Wann?
10.-12. Mai 2010
Einlass 18.00 Uhr
Beginn 18.15 Uhr
Wo?
Ruhr-Universität Bochum
Hörsäle HIA (Mo)/ HZO 40 (Di/Mi)
Der Eintritt ist frei!
Mehr Informationen auch unter: www.isv-bochum.de