Ein Pelletofen verbrennt Holzpellets zur Wärmeerzeugung. Für einen Einzelofen ist der Platzbedarf nicht viel größer als für einen Kaminofen. Es gibt sie inzwischen auch mit einem Glaseinsatz, sodass das Feuer beobachtet werden kann.Funktionsweise
Es werden - daher der Name - Pellets verbrannt, das sind kleine gepresste, rund drei Zentimeter lange Holztabletten. Diese werden in einem Vorratsbehälter aufbewahrt und von dort automatisch über eine Förderschnecke in den Brennraum befördert. Die Verbrennung wird über eine Regelungsanlage gesteuert und ist so optimal, dass nur eine geringe Menge an Asche anfällt. Der Aschebehälter muss allerdings von Zeit zu Zeit entleert werden. Ein wasserführender Pelletofen hat im Gegensatz zu anderen Pelletöfen einen Anschluss an ein Heizwassersystem. Deshalb muss ein Wasserspeicher vorhanden sein, in dem über einen Wärmetauscher die Wärme genutzt werden kann. Dann wird nur ein Teil der Wärme, die im wasserführenden Pelletofen entsteht, zur Erwärmung des Raumes genutzt. Der größte Teil der Wärmleistung wird an das Heizwasser abgegeben. So können wasserführende Pelletöfen quasi die Funktion der Heizung für ein ganzes Haus übernehmen. Dazu muss natürlich die Leistung des wasserführenden Pelletofens auf den Bedarf im Haus abgestimmt sein. Pelletöfen gibt es aber auch mit hohen Leistungswerten bis 11 kW. Dennoch muss genau abgeschätzt werden, wie groß die Heizlast im Aufstellraum ist und wie hoch der Bedarf für die restlichen Räume ausfällt. Erfahrungswerte zeigen, dass bei wasserführenden Pelletöfen ein Verhältnis von einem Fünftel Wärme für den Aufstellraum und vier Fünftel der Leistung für die Heizwassererwärmung sinnvoll ist und den höchsten Wirkungsgrad bringt.
Vorteile
Ein wasserführender Pelletofen ist einfach in der Bedienung, es muss nur von Zeit zu Zeit eine größere Menge Pellets in den Vorratsbehälter gefüllt werden. Durch das Design mit Blick aufs offene Feuer wirkt ein Pelletofen gemütlich. Die Heizungsregelung erlaubt eine optimale Verbrennung mit hohen Wirkungsgraden. Pellets sind zudem ein sehr preiswerter Brennstoff. Vor allem sind wasserführende Pelletöfen eine sehr umweltfreundliche Heizmethode, kohlendioxidneutral und die Pellets können aus Abfallholz produziert werden. Darüber hinaus wird der Einbau von Pelletöfen durch die Bundesregierung und Bundesländer gefördert. Daher lohnt sich die Investition schnell. Wasserführende Pelletöfen lassen sich hervorragend mit anderen Wärmeerzeugern wie Solaranlagen oder Wärmepumpen und auch mit konventionellen Heizungen kombinieren. Daher kann insbesondere ein wasserführender Pelletofen in einem Passivhaus als einzige Heizung aufgestellt werden und den Bedarf umweltfreundlich abdecken. Die Kosten für wasserführende Pelletöfen liegen im unteren Leistungsbereich bei rund 4000 Euro und damit in der gleichen Größenordnung wie ein Holzkamin.
Christian Münch