Kunststofffenster
Ob Neubau oder Altbausanierung – heutzutage muss jeder Bauherr der Auswahl der Fenster große Bedeutung beimessen. Aktuell stehen die Wärmedämmung und damit der Klimaschutz im Vordergrund. Dennoch sollten Aspekte wie Lärmschutz, Pflegeaufwand und nicht zuletzt die Recyclingfähigkeit bei der Entscheidung ebenfalls abgewogen werden.
Das Thema Energieeffizienz ist für viele Bauherren ein Grund, über den Ersatz alter Fenster nachzudenken. Was für Neubauten Pflicht ist, spart bei der Altbausanierung schnell Heizkosten: eine effektive Wärmedämmung durch moderne Fenster mit ausgeklügelter Schließtechnik und hochwirksamer Wärmedämmverglasung.
Durch die Hohlkammerprofile und mehrere ineinander greifende Falze sind Kunststofffensterrahmen sehr dicht. Ein innenliegender Metallträger sorgt zudem auch noch nach Jahren für Formstabilität und festen Schluss. Holz ist zwar kein guter Wärmeleiter, in Sachen Wärmedämmung ist es aber den modernen Fensterbauprofilen unterlegen.
Ein entscheidender Vorteil von Kunststofffenstern ist die leichtere Unterhaltung. Holzfenster müssen regelmäßig gestrichen oder lasiert werden. Bei älteren Holzfenstern müssen alte Farbschichten abgeschliffen und Fehlstellen im Holz verkittet werden. Diesen Aufwand müssen Besitzer von Kunststofffenstern nicht betreiben. Ganz ohne Pflege kommen Kunststoffester allerdings nicht aus. Durch die elektrostatische Anziehung setzen sich Dreckpartikel auf der Kunststoffoberfläche ab, die sich zu einem wasserunlöslichen Dreckschleier ansammeln. Der kann durch spezielle Reinigungsmittel entfernt werden.
Neben dem Zugewinn an Wohnkomfort durch mehr Wärme und weniger Zugluft fällt nach dem Einbau von Kunststofffenstern auch die bessere Geräuschdämmung auf. Straßenlärm dringt nicht mehr durch.
Die meisten Kunststofffenster bestehen aus PVC, einem Material, das zahlreichen unberechtigten Anfeindungen ausgesetzt gewesen ist. Die Kritik von Umweltorganisationen an PVC ist mehrfach und nachhaltig widerlegt worden, und auch die Frage des Recyclings ist endgültig geklärt: seit mehr als 20 Jahren wird PVC aus
Kunststofffenstern wiedergewonnen und zu neuen hochwertigen Produkten verarbeitet. Gestrichene Holzfenster gelten dagegen als Sondermüll und müssen aufwendig abgeschliffen werden, bevor sie als Brennmaterial verheizt werden dürfen.
Für den Verbraucher ist es daher mehr als nur eine Frage des guten Geschmacks, für welches Fenstermaterial er sich entscheidet. Denn gerade im Baubereich zeichnen sich PVC-Produkte durch Formstabilität und Langlebigkeit aus und erlauben durch Zugabe von Pigmenten und der Verkleidung mit Folien mit strukturierten Oberflächen Optiken, die auch den Liebhaber von Holzfenstern zufrieden stellen können. Durch die vorhandene Formenvielfalt sind Kunststofffenster sehr gut zur Sanierung von denkmalgeschützten Altbauten geeignet.
Fensterprofile aus PVC bestehen nur zur Hälfte aus Erdöl, die andere Hälfte wird aus Steinsalz gewonnen. Damit tragen Kunststofffenster zur Einsparung der begrenzten Ressource Erdöl bei.
Nadine Maier