Sie sind Beamter oder üben selbständig ein Gewerbe aus? Oder liegt Ihr Einkommen als Angestellter gar über der so genannten Beitragsbemessungsgrenze (also der Grenze, ab der Sie selbst entscheiden können, ob Sie Beiträge in die gesetzlichen Krankenversicherung einzahlen oder eine private Krankenversicherung abschließen können)? Wenn Sie in der Situation sind und die Wahl haben, sollten Sie eine private Krankenversicherung (PKV) abschließen. Denn die PKV bietet Ihnen eine ganze Menge an Vorteilen, die Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung nur durch Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung bekommen. Wenn überhaupt.
Unschätzbare Vorteile der privaten Krankenversicherung
Einerseits sticht schon einmal die oftmals kritisierte bevorzugte Terminvergabe von Mitgliedern der PKV ins Auge. Selbst wenn Ihnen eigentlich gar nichts Gravierendes fehlt, bekommen Sie als Mitglied der privaten Krankenversicherung bei vielen Fachärzten in ganz Deutschland schneller einen Termin als gesetzlich Versicherte. Die Differenz kann mehr als 40 Tage betragen, wie neuere Studien festgestellt haben. Das liegt auch ein Stück weit daran, dass die Ärzte für Privatpatienten andere Gebührensätze abrechnen dürfen – damit können Ärzte für ein und dieselbe Leistung bei einem Privatpatienten mehr Geld von der Krankenkasse verlangen als bei einem gesetzlich Versicherten. Des Weiteren bietet dieses Abrechnungssystem vielfältigere Behandlungsmöglichkeiten: Der Arzt kann PKV-Mitgliedern alternative, bessere oder neuere Behandlungen anbieten, welche gesetzlich Versicherten aufgrund des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen verwehrt bleiben. Damit haben Sie in der privaten Krankenversicherung die Gewissheit, eine optimale und sehr gute medizinische Versorgung zu erhalten.
Private Krankenversicherung bietet ein Plus an Leistungen
Im Krankenhaus haben Sie das Privileg, grundsätzlich als Privatpatient besser vom Krankenhauspersonal behandelt zu werden. Mitglieder der privaten Krankenversicherung liegen nicht selten sogar auf einem anderen Trakt, sodass Sie mit den gesetzlich Krankenversicherten gar nicht erst in Kontakt treten.
Natürlich müssen Sie diese Leistungen der privaten Krankenversicherung auch speziell versichern und bezahlen, wenngleich die stationäre Behandlung auf der Privatstation für die PKV Standard ist. Im Gegensatz zu gesetzlich Versicherten müssen Privatpatienten keine 10,- € Eigenbeitrag pro Tag bei einer stationären Behandlung an ihre Krankenkasse leisten.
Die Erstattung von Leistungen wie Zahnersatz oder Heilmaßnahmen (z.B. Kuren) müssen Sie zwar in der privaten Krankenversicherung separat absichern. Jedoch bieten die meisten PKV-Anbieter spezielle Pakete an, in denen alle möglichen Risiken nahezu vollständig mit abgedeckt sind, sodass Sie keine versteckten Kosten fürchten müssen.
Auch Gründe, wie z.B. der weltweite Versicherungsschutz ohne eine Zusatzversicherung abschließen zu müssen oder die freie Arztwahl sprechen für eine
private Krankenversicherung. Wenn Sie also die Wahl haben und in die PKV wechseln können, sollten Sie dies auf jeden Fall tun.
Sabine Biederhahn