Die Polizei wird zum Dauergast an Schulen
Vor genau drei Monaten, am 11.3.2009, stürmte ein Jugendlicher in seine Ex-Schule und richtete ein Blutbad an. 16 Menschen starben. Ein lauter Aufschrei ging durch die Republik, doch hat sich seitdem etwas geändert?Nein, lautet ganz klar die Antwort. Noch schlimmer. All die Diskussionen, die man aus dem Entsetzen heraus ins Leben rief, liefen ins Leere. Vergessen ist, was man gedachte zu verbessern: Soziale Dienste in den Schulen, Gefahrenzulage für Lehrer und ... .
Ja, Lehrer leben gefährlich. Das steht nicht erst seit diesem Attentat fest. Doch vorbereitet werden sie auf diese Gefahren, anders als Polizisten und Soldaten, nicht.
Doch könnten wir uns viele Dinge und Sorgen sparen, wenn wir die Schüler aus ihrer Anonymität, zumindest an den Schulen, herausholten. Kein Staat in Westeuropa gibt so wenig Geld für Schulbildung bis einschließlich zur Sekundarstufe I aus wie Deutschland. Niemand sonst leistet sich so große Klassen wie Deutschland. Die ganze Diskussion um Pisa und Bildungsoffensive wird vor diesem Hintergrund zur Farce. Eine Schande für ein Land, das als eines der reichsten in der Welt gilt.
Anstatt in Bildung direkt zu investieren, zahlen wir so doppelt und dreifach für Schulabbrecher, Verrohung an Schulen und in der Gesellschaft, Kriminalität, Sicherungssysteme und ja, Attentate. Wir werden zu einer Reparaturgesellschaft.
Doch der Mensch vergisst schnell. So ist das Attentat von Winnenden, wie auch die von Erfurt und Emsdetten, sowie die vielen "Beinahunfälle", ganz zu schweigen von der alltäglichen Aggression an Schulen, längst in der Schublade der Vergessenheit begraben. Besser so oder nicht? In jedem Falle billiger, so glaubt man fälschlicherweise in den Führungsetagen.
Schwach ist da die Hoffnung, dass wir in der Zukunft keine neuen Bluttaten an deutschen Schulen mehr erleben werden.
ArneFrentzel
www.arnefrentzel.de.tl