Prepaid Handys aufladen
Wie vielen bekannt, herrscht in Kuba immer noch großteils Planwirtschaft unter dem Deckmantel des Kommunismus. Über dieses wirtschaftliche Ungleichgewicht gelingt es vielen Betrieben mit einer Monopolstellung, obwohl nicht rentabel, sich seit vielen Jahren über Wasser zu halten. Der Markt reguliert sich nicht selbst, sondern Verluste werden an eben genannten Stellen mit Gewinnen an anderen wieder bereinigt.
Einer dieser konkurrenzlosen Marktführer ist der Mobilfunkanbieter "Cubacel". Als Tochterunternehmen der staatlichen und ebenfalls einzigen Telefongesellschaft des Landes "ETECSA" ist dieser für die Vertrags- sowie Prepaidkunden im Bereich Mobilfunk zuständig.
Da Überweisungen im größten karibischen Land nicht zur Regel gehören und die meisten Rechnungen (Strom, Gas, etc.) Bar bezahlt werden, hat sich die seit 2007 verbreitete Prepaid Karte als meist genutztes Modell durchgesetzt. Die Anschaffungskosten einer neuen Karte mit Rufnummer, anfangs mit einem Preis von über 100 Euro - ohne Startguthaben - haben sich mittlerweile auf ca. 30 Euro gesenkt. Bei einem durchschnittlichen Monatslohn von 25 Euro, immer noch unerschwinglich für die meisten Bürger, welche keine Familie oder Freunde im Ausland haben.
Diejenigen welche jedoch eine eigene Rufnummer und doch Zugang zu Devisen haben, benötigen um diese Karte "aktiv" zu halten, regelmäßig eine Aufladung. Ähnlich wie hier zu Lande verfällt eine Sim Karte und erlischt die Funktion nach einem gewissen Zeitraum ohne Aufladung. So kommt es oft vor , das Verwandte, Bekannte oder Freunde aus dem Ausland - Guthaben auf ein solches kubanisches Prepaid Handy aufladen. Manchmal um dem Empfänger eine Freude zu machen, oder einfach Ihn/sie erreichbar zu erhalten.
Einige Unternehmen, zumeist aus dem karibischen Raum, vermitteln eben diese Dienstleistung. Dabei ist für Kunden aus dem deutschsprachigen Raum oft die fehlende Übersetzung ein Hindernis. Ein gewisses Misstrauen, Kredit- oder andere sensible Daten quer über den Atlantik zu senden, tut sein übriges vom Gedanken einer solchen Aufladung abzulassen.
Zum Glück jedoch kann nicht mal eine geographisch abgeschlossene Insel verhindern, das gewinnorientiere Unternehmen aus dem Westen, die fehlende eigene Dienstleistung ersetzen. So finden sich eben Anbieter, bei denen es nicht nur möglich ist ein kubanisches Handy mit neuem Guthaben zu bestücken, sondern welche die weltweit Prepaid Handys aufladen. Auf diese Art bleiben neben sicherheitsrelevanten Daten, auch noch die Datenschutzbestimmungen gewahrt und es besteht eine Basis für Rechtsansprüche, sollte es ein Problem bei der Abwicklung geben.
Da sich durch die im Artikel beschriebene Dienstleistung, hohe Einnahmen erzielen lassen, ist es nur eine Frage der Zeit bis auch der kubanische Staat erkennt, das ein Schwenk in Richtung freie Marktwirtschaft nicht nur gefahren, sondern auch Vorteile bringt.
Dominik Stauffer