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Von der Idee zum Produkt

Autor: Kurt Schlaphof | Erstellt am: 23.10.2007 | Gelesen: 4125
Kategorie: Marketing - Werbung & PR | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Wo fängt es an und was ist notwendig?
 
Produkt MarketingIn einigen Interviews und Artikeln habe ich die immer gleiche Antwort gelesen, was am wichtigsten ist: Erstens, gute Mitarbeiter, zweitens, gute Mitarbeiter und drittens, gute Mitarbeiter. Stimmt, dachte ich mir, und wie komm ich zu den guten Mitarbeitern? Wenn ich nichts habe, werde ich auch nichts bekommen. Einfaches Gesetz der Resonanz.

Also brauch ich als erstes eine grundlegende Vorstellung. Etwas über das ich sprechen kann. In existierende Firmen kein Problem, da gibt es jede Menge zu besprechen weil ständig Information hinein- und hinausgehen, Anforderungen entstehen und wieder vergehen. Manchmal ist auch das hinderlich, denn wo kommen die ganz neuen Ideen her? Aber wenn die gemeinsame Zielsetzung stimmt, werden aus den vielen Eingabekanälen jede Menge an guten Ideen geboren. Gibt es noch keine existierende Firma, könnte eine erste Idee aus folgender Diskussion zweier Spezialisten entstehen: „Was machst n' grad so?". Antwort: „Keine Ahnung, aber dies und das find ich cool". Darauf der erste: „Ok, ich mach mit". So entstehen in den USA Startups im IT Umfeld!

Also nehmen wir mal an, es gibt eine erste Gruppe. Eine Gruppe von Menschen, von Fachleuten mit einem bestimmten Hintergrund und mit bestimmten Erfahrungen. Aus dieser Gruppe können Ideen entstehen oder in diese Gruppe können Ideen hinein getragen werden. Der Hintergrund und die Erfahrungen dieser Gruppe, ihrer Teilnehmer, stehen für das Vermögen und die Fähigkeiten, aus diesen Ideen Produkte zu machen und diese zu vermarkten. Sind notwendige Erfahrungen oder Fähigkeiten nicht vorhanden, lohnt es sich, über alternative Ideen oder eine Ausweitung der notwendigen Ressourcen nachzudenken. Also aus einer Closed Innovation (innerhalb der Organisation) eine Open Innovation (Einbeziehung von Kunden, Interessenten) zu machen oder beides sinnvoll miteinander zu mischen.

Schauen wir nun auf die Idee. Oder auch: auf das Problem, für das es eine Lösung geben könnte, die den Kunden dabei hilft, etwas einfacher, günstiger oder erfüllender zu bekommen. Einige Ideen kommen vom Markt, von den Kunden. Andere Ideen entstehen aus Krisen oder schlicht aus selbst empfundenem Mangel, aus Bedürfnissen. Was fehlt mir am meisten, um mein Ziel zu erreichen? Konrad Zuse, Erfinder des ersten Digitalrechners, störte sich daran, mathematische Berechnungen umständlich lange per Hand auszuführen und entwickelte aus diesem Drang heraus etwas völlig neues. Ideen kommen unter der Dusche, im Wald, in langweiligen Meetings. manchmal können sie auch mit Kreativitätstechniken entwickelt werden. Ganz wichtig beim Finden neuer Ideen ist die Identifizierung jedes einzelnen mit den Zielen, die Bewusstheit des Problems und die Freiwilligkeit. In Deutschland nicht immer selbstverständlich. Kreativtät entsteht nur ohne Druck. Aber ohne Problem besteht auch keine Notwendigkeit neuer Ideen. Oder?

Haben ausgewählte Ideen die erste Runde überstanden, den Proof of Idea sozusagen, dann müssen diese auf ihre Tauglichkeit geprüft werden. Gibt es einen ähnlichen Ansatz schon, wer ist der potentielle Käufer, warum sollte dieser das Produkt kaufen, wie groß ist der Markt, wie kann das Produkt verkauft werden, wie ist die Konkurrenzsituation? Dies sind wichtige, erste Fragestellungen. Eine einfache Prüfung ist auch die Frage: Würde ich das Produkt selber kaufen, also mein sauer verdientes Geld dafür ausgeben? Aus dieser Frage können sich einige Anpassungen ergeben. Wichtig ist ferner ein Bewusstsein dafür zu bekommen, dass nicht die Durchsetzung der eigenen Idee in exakt der Art und Weise wie wir sie uns in einer vielleicht verknoteten Situation erdacht haben, sondern das am Ende etwas Nutzbares herauskommt, was auf dieser bestimmt sehr wertvollen Idee basiert!

Ist die erste Realisierungs- und Marktprüfung erfolgreich abgelaufen geht es nun darum, diese in ein konkretes Fundament zu gießen. Wer ist der Kunde der kaufen soll, wer ist Ansprechpartner, wer ist Entscheider? Wie muss das Produkt, die Lösung aussehen, gibt es artverwandte Lösungen, gibt es rechtliche Gegebenheiten die den Erfolg irritieren könnten. Wie müssen die Argumente aufgebaut sein, was ist der erzielbare Preis, welche Stufen soll es geben? Wie kann das Marktverhalten antizipiert werden? Je nach Produkt- und Art des Marktes kann dies durch Marktforschung, eigenes Wissen um den Markt oder durch Befragungen und Tests eruiert werden. Was muss entwickelt werden, um das Produkt mit den notwendigen Eigenschaften zu realisieren? Welche Aufwände entstehen, welche Entwicklungs-Fertigkeiten sind notwendig? Was kostet die Entwicklung, der Marktzugang und wie sieht die Finanzierung aus?

Und - welche Innovationshöhe wird erreicht werden? Denn dies ist relevant, um eventuelle Nachfolger beurteilen zu können. Daraus ergeben sich per se weitere Aufwände für stete Erweiterungen während der Produktlebenszeit und damit Kosten, aber auch neue Ertragsmöglichkeiten.
 
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