Systematische Renditen
Ein weiterer zentraler Punkt, der für Währungen spricht, ist ihr hoher Diversifikationsnutzen. Devisenpreise unterliegen weitgehend ihren eigenen Gesetzen und korrelieren daher kaum oder gar nicht mit anderen Anlageklassen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Währungen mit Aktien nur marginal positiv korrelieren. Gegenüber Anleihen und Rohstoffen wurde historisch betrachtet sogar ein leicht negativer Zusammenhang gemessen. Damit leisten Währungen einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Gesamtrisikos und der Verbesserung des Chance-Risiko-Profils eines Portfolios.
Positive Streueffekte
Folgendes Beispiel unterstreicht diesen Punkt: Demnach hätte ein klassischen Portfolio, mit einer Allokation aus 50 Prozent Aktien, 35 Prozent Anleihen und 15 Prozent Rohstoffe im Zeitraum von Januar 1999 bis Dezember 2009 eine annualisierte Rendite von 3,3 Prozent bei einer Volatilität von 11,5 Prozent erzielt. Hätte man die Aktienquote von 50 auf 30 Prozent reduziert und dafür in gleichem Umfang ausgewählte Devisen ins Depot aufgenommen, hätte sich die jährliche Rendite im gleichen Zeitraum auf 4,7 Prozent erhöht und das Risiko in Gestalt der Volatilität hätte auf 8 Prozent abgenommen.
Die Beimischung von Währungen ins Portfolio kann also sowohl die Gesamtperformance erhöhen als auch das Risiko mindern. Das gilt umso mehr, da sich Währungsanlagen heutzutage nicht mehr nur auf wenige Hauptwährungen beschränken, sondern auch in zahlreiche Schwellenmarkt-Devisen oder Rohstoffwährungen investiert werden kann. Wege hierfür gibt es mehrere, etwa über Währungsfonds oder Währungszertifikate. Über diese Anlageprodukte erwirbt der Anleger meistens einen bestimmten Korb an Devisen. Welche Währungen konkret darin enthalten sind, hängt wiederum von der zugrunde liegende Strategie (zum Beispiel Carry Trade oder Momentum) ab.
Währungsanlagen mit Hebelwirkung
Während sich solche Paketlösungen in erster Linie an Einsteiger richten, können erfahrene Anleger mit Optionsscheinen, Knock-Out-Papieren oder CFDs kostengünstig und flexibel ihre eigenen Währungsstrategien verfolgen. Gemeinsam ist diesen Anlagen ihre Hebelwirkung. Durch den geringen Kapitaleinsatz sind schon bei kleinen Wechselkursbewegungen des zugrunde liegenden Währungspaars überproportionale Gewinne möglich. Natürlich sind auch die Risiken entsprechend höher.
Für welche Art von Hebelprodukt sich der Anleger entscheidet, hängt von seinen Präferenzen ab. Optionsscheine haben zum Beispiel den Vorteil, dass sie nicht vorzeitig ausgeknockt werden können. Dafür beinhalten sie einen Zeitwert, der bis zum Laufzeitende verlorengeht. Wer dagegen auf schnelle Ausführungsgeschwindigkeiten, eine hohe Handelbarkeit sowie auf eine individuelle Wahl des Hebels Wert legt, findet in CFDs das passende Instrument.
Siehe auch: Von der Anlageklasse Währungen profitieren Teil 1/2