Anna Fiedler
Ich nehme Sie heute mit, weit in die Vergangenheit, um die gegenwärtige Esskultur und das damit entstandene Verhalten verständlich zu machen. Die Funktion von Ernährung ist die Basis der Weiterentwicklung unserer Spezies. Ständig veränderten sich in den Epochen die Essgewohnheiten und brachten somit Weiterentwicklung mit sich.
In der Steinzeit waren spezifisch ausgeprägte Fähigkeiten und ein hohes Maß an Organisation der Grund überhaupt, was eine Jagd und ein Überleben ermöglichten. Im Vergleich zu wilden Tieren waren die Menschen damals mit einem überaus schlechten Geruchssinn ausgestattet. Das menschliche Auge nimmt im Vergleich zu Tieren nur einen Bruchteil der wahren Realität auf. Wir können die Welt mit unseren Augen nicht so sehen, wie sie wirklich ist. Nimmt man die Fähigkeiten eines Jaguars, ist ein Mensch extrem langsam und schwach. Nur unsere Fähigkeit, unsere 5 Sinne intelligent zu benutzen und weiter zu entwickeln, hat wahrscheinlich dazu geführt, dass wir das erschaffen haben, was es heute existiert.
Mit der Erzeugung von Feuer war die Zeit der kalten Küche beendet. Das Beherrschen des Feuers war das Grundelement für Häuslichkeit und Gesellschaftlichkeit. Die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau in der Speisenzubereitung war geboren. Der Mann beschafft die Nahrung, die Frau war für die Zubereitung in der „Küche" zuständig. Die gemeinsamen Mahlzeiten waren die Grundkomponenten des menschlichen Zusammenlebens.
In der Epoche der Zwischeneiszeit gewannen Fleischmahlzeiten immer mehr an Bedeutung. Mit der Weiterentwicklung der Spezies Mensch entwickelten sich auch die Speisen immer weiter. Es wurde gekocht, gebraten und gewürzt. Die Feuerstelle gewann immer mehr an Bedeutung als Ort der Speisenzubereitung und der Gesellschaftlichkeit. Fangmethoden entwickelten sich weiter und die Menschen wurden immer leistungsfähiger. Die Qualität und die Quantität der Nahrung stiegen erheblich. Schon damals war zu sehen, dass Ernährung durchaus sehr viel mit Intelligenz zu tun hat. Um 5500 v. Chr. in der Jungsteinzeit begannen die Menschen, sesshafter zu werden und Siedlungen zu bauen. Es entstanden die ersten Bauernkulturen und Familien häuften Vorräte an.
Mit dem Beginn der Metallzeit vor ca. 6500 Jahren begann die Differenzierung der Kulturen. Schritt für Schritt entstanden immer bessere Waffen, Pflugtechnik und Ackerwerkzeuge. Männer, die im Kampf und bei der Jagd besonders erfolgreich waren, galten auch im Sozialleben als Führungspersönlichkeiten. Diesen Männern stand schon damals das beste Essen als Privileg zur Verfügung. So blieben sie erfolgreich.
Heute sollte es genauso sein.
Mit besten Grüße
Vitalligent
Intelligent ernähren – Vital leben!
Ihre Anna Fiedler
Quelle: Europäische Esskultur – Gunther Hirschfelder