Sieht man am Horizont einen Ballon schweben, heißt es aufpassen: fährt er weiter oder landet er vielleicht in unserer Wohngegend? Aufpassen muss man auch, was man sagt: „
Ballonfliegen" ist nämlich verpönt, es heißt schon seit jeher „
Ein Ballon fährt und fliegt nicht". Es heißt nicht Ballonflug, sondern Ballonfahrt!
Die ersten Ballonfahrer in Frankreich kannten den Begriff des Fliegens nur von den Vögeln – Menschen waren bis dato noch nie in der Luft gewesen. Die Seefahrer fuhren mit ihren Koggen im Meer, die Ballonfahrer fuhren im Himmelsmeer, so bürgerte es sich ein, Ballonfahren zu sagen. In den kommenden Jahren erfand man dann das Luftschiff (welches sogar auch Segel hatte) und die tollkühnen Luftschiffer fuhren durch die Luft.
Doch das ist nicht die einzige Begründung. Denn die Physiker haben ihre eigenen Gesetze – und diese begründen das Ballonfahren ganz nüchtern. „
Alles was leichter ist als Luft, das fährt!" so die theoretische Begründung. Der Ballon "
Ballonfliegen" wird durch die heiße Luft nach oben gezogen, die in der Ballonhülle steckt und ist somit leichter als die kalte Umgebungsluft. Das gilt für Gasballone, Heißluftballone und auch die Zeppeline. Diese fahren nicht mit heißer Luft, sondern mit einem Gas, welches aus Helium bzw. Wasserstoff besteht.
Und denken Sie einmal an den Begriff der „
Luftfahrt" – dieser geht auf die Zeiten der Franzosen zurück. Die Piloten haben einen Luftfahrtschein und das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig ist für die Untersuchung aller Flugunfälle verantwortlich.
Noch etwas amüsantes am Schluss: Seit jeher muss ein Ballonfahrer eine Lokalrunde ausgeben, wenn es zu Begriffsverwechselungen kommt. Dies ist Tradition.