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Vom Arbeit-Nehmer zum Unter-Nehmer (Teil 3)

Autor: KathrinK | Erstellt am: 10.06.2010 | Gelesen: 519
Kategorie: Handel - Business & Wirtschaft | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Auch in der Franchisebranche ist nicht alles Gold, was glänzt.

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Weltweit gehört Franchising zu den am schnellsten wachsenden Unternehmensformen überhaupt. Abhängig vom jeweiligen Franchisesystem kann es für den zukünftigen Franchisenehmer um sehr viel Geld gehen. Leider tummeln sich auch hier einige "schwarze Schafe" - dubiose Geschäftemacher, die nur auf "schnelles Geld" aus sind. Der folgende Artikel soll einige Informationen darüber liefern, wie man gute von schlechten Systemen unterscheiden kann bzw. wie man sich vor Abzockern schützt.

Gründungswillige haben bei der großen Vielfalt an verschiedenen Franchise-Systemen in Deutschland (die Zahl ist innerhalb von 10 Jahren von 560 auf 870 Franchise-Systeme angestiegen) wahrlich die „Qual der Wahl". Aber halten alle diese Systeme auch wirklich das, was der Name „Franchise" verspricht? Hier gehen Annahme und Wirklichkeit oft weit auseinander.

Obwohl es unzählige sehr gute Franchise-Konzepte gibt, mit denen schon so mancher „Durchstarter" sein berufliches Glück machen konnte, können sich unter dem Deckmantel des Franchisings auch manchmal unausgereifte Geschäftskonzepte verbergen, deren langfristiger Erfolg fragwürdig ist. Leider ist auch die Franchise-Branche nicht immun gegen „schwarze Schafe". Der deutsche Franchise-Nehmer-Verband hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, potenzielle Franchisenehmer umfassend über gängige Geschäftspraktiken in der Franchisebranche zu informieren und gegebenenfalls auch vor „Abzockern" zu warnen.

Um zukünftige Franchisenehmer vor einer kostenspieligen und möglicherweise enttäuschenden Erfahrung schützen, werden Franchise-Systeme hier genau unter die Lupe genommen und auf „Tauglichkeit" überprüft. Zudem verleiht der Deutsche Franchise-Nehmer-Verband (DFNV) verleiht seit 2005 auch das Prüfsiegel „Geprüftes System". Für die Erlangung dieses Prüfsiegels müssen wichtige Kriterien für ein faires Franchise-System erfüllt werden (z. B. juristisch einwandfreie Vertragsdokumente, ein aussagekräftiges Franchise-Handbuch sowie eine positive Beurteilung in den Bereichen Produkte & Leistungen, Systemkonzept, Strategie & Management und hohe Franchise-Nehmer-Zufriedenheit).

Doch auch als potenzieller Franchise-Nehmer selbst kann man viel tun, um sich vor unseriösen Franchise-Gebern zum schützen.
Nachfolgend finden Sie eine kurze Liste an Kriterien, die Rückschlüsse auf die Qualität eines Franchise-Systems zulassen:

  • Die Anzahl der bereits bestehenden Franchise-Nehmer
  • Das Anforderungsprofil des Franchise-Gebers lässt darauf schließen, dass er an Ihrem langfristigen Erfolg interessiert ist (z. B. durch die Forderung von fachlicher oder kaufmännischer Erfahrung oder durch das Angebot umfassender Schulungen für „Branchenfremde")
  • Das Angebot von Schulungen und Weiterbildungsmöglichkeiten seitens des Franchise-Gebers
  • Der bisherige Markterfolg des Unternehmens (Bekanntheitsgrad, Wachstum seit Unternehmensgründung, Zukunftsperspektiven etc.)
  • Ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis der anfallenden Gebühren bezogen auf die dafür vom Franchise-Geber angebotenen Leistungen (Marketing, Vergünstigungen im Einkauf, fortlaufende Beratung und Unterstützung)
  • Eine klare und übersichtliche Strukturierung des Franchise-Handbuches
  • Die Möglichkeit, vor Vertragsunterzeichnung andere Franchise-Nehmer kennenzulernen
  • Sie erhalten vom Franchise-Geber eine Gebietsschutzgarantie (direkte Konkurrenz innerhalb einer bestimmten Region wird bewusst vermieden)
Die vorangegangene Liste soll Ihnen lediglich als Hilfestellung dienen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nachfolgend möchte ich in diesem Zusammenhang noch eine kurze Aufstellung von „Warnsignalen" anführen, die möglicherweise für ein weniger seriöses Franchise-System sprechen. Demzufolge ist hier bei eventuellem Interesse höchste Vorsicht geboten:
  • Die "Garantie" eines „riesigen Umsatzes" bei „minimalem Einsatz" – solch leere Versprechungen dienen häufig als Köder.
  • Der Franchisegeber drängt auf schnelle Vertragsunterzeichnung und räumt nur widerwillig Bedenkzeit ein – „schnelles Geld" könnte das Hauptmotiv ihres Franchisegebers sein. Daher bitte Vorsicht walten lassen.
  • Das Geschäftsmodell, das Ihnen angeboten wird weist keine deutlich erkennbaren Alleinstellungsmerkmale auf und ist nur schwer standardisierbar
  • Fehlerhafte Anzeigentexte und Chiffrenummern – ein seriöser Anbieter braucht sich nicht zu verstecken und wird sich i.d.R. Zeit für die Ausarbeitung eines fehlerfreien Anzeigentextes nehmen
  • Teilweise werden Strukturvertriebsunternehmen unter dem Deckmantel des Franchisings angeboten. Seien Sie daher vorsichtig bei Ausdrücken wie „Vertriebsleiter" und „Regionaldirektor".
Auch die Zusammenstellung dieser Liste dient lediglich zu Informationszwecken.
Nutzen Sie die hier enthaltenen Ansatzpunkte als „Rüstzeug" für ihre Suche nach dem für Sie passenden Franchise-System und lassen Sie sich nicht von fragwürdigen Systemen blenden.

Ein langsames und wohl durchdachtes Vorgehen kann sie unter Umständen vor großen finanziellen Verlusten bewahren.

Dies ist der letzte Artikel aus unserer Reihe zum Thema „Vom Arbeit-Nehmer zum Unter-Nehmer". Sollten Sie die ersten beiden Teile „Vor- und Nachteile einer beruflichen Selbstständigkeit" und „Die Vorteile des Franchisings" verpasst haben, benutzen Sie einfach die bereitgestellten Links um zu den jeweiligen Artikeln zu gelangen.

Karin Weinzierl, i. A. Franchise Direkt
 
 
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