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Volvo V60 D3: Nur Mut!

Autor: autonet | Erstellt am: 13.12.2010 | Gelesen: 2708
Kategorie: Auto - Motor & Verkehr | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Mit dem V60 will Volvo im Teich der lifestyleaffinen Kombi-Kunden fischen. Ob das gelingt, hat sich autonet.at anhand eines Intensivtests mit dem D3 Summum angeschaut.

Der Lifestyle-Kombi Volvo V60 im autonet.at-Intensivtest.
Der Lifestyle-Kombi Volvo V60 im autonet.at-Intensivtest.
Kaum bringt Volvo einen neuen Kombi auf den Markt, schauen alle sofort in den Kofferraum. Ja, es stimmt, mit außerordentlicher Größe ist der V60 diesbezüglich nicht geschlagen. Aber wenn man nicht gerade ständig Schrankwände mit sich herum führt, reicht es allemal. Beim A4 jammert auch niemand herum. Wir jedenfalls haben eine Rodel proper untergebracht und auch sonst alles, was im Alltag so verstaut und transportiert werden will. Und außerdem hat dieses Auto weit mehr zu bieten, als scheinbar nicht Volvo-adäquate Gepäckfachdimensionen. Was wir in zwei Wochen Intensivtest vorfanden, war ein punkto Dynamik über sich hinausgewachsener Schwede, der den Vergleich mit anderen, das Attribut „sportlich" für sich in Anspruch nehmenden Kombis nicht zu scheuen braucht.

Optische Ertüchtigung

Da wäre schon allein einmal die Optik. Der V60 bricht mit der den Schweden eigenen Pragmatismusästhetik. Der V60 ist Freunden dynamischer, bereifter Rucksackträger ein visueller Schmeichelstein. Die wohltemperiert aggressive Front geht in eine, für Volvoverhältnisse, extensiv flache Windschutzscheibe über und findet via leicht abfallendem Dach in einem Heck seinen Abschluss, das geeignet ist, die Welt alt gedienter Volvo-Fahrer vollends zum Einsturz zu bringen. Dort wo Volvo sonst großflächig die allzeit bereite Aufnahme sperrigen Ladeguts signalisiert, verdichtet sich des V60 sportliche Attitüde in einem durchtrainierten Hinterteil. Der Schweden neu entdeckter Hang zur Athletik zeigt sich auch in dem sich stark nach hinten hin verjüngenden seitlichen Fensterband. Das alles lässt vermuten, dass sich größer gewachsene Fondpassagiere auf längeren Fahrten ihren Scheitel am Dachhimmel wund reiben. Stimmt aber nicht. Dieser Gefahr ist Volvo mit einem einfachen Trick begegnet: Die Rücksitzbank wurde kurzum um einige Millimeter abgesenkt, was reichlich Raum für die Köpfe Hintensitzender schafft.

Volvo V60 D3
Der V60 bricht mit der den Schweden eigenen Pragmatismusästhetik.
Der V60 ist Freunden dynamischer, bereifter Rucksackträger ein visueller Schmeichelstein.


Kein Grund sich zu schämen

Um die von uns im ersten Absatz durchaus als ausreichend bewertete Ladefähigkeit des V60 faktisch zu untermauern, seien die VDA-Volumsdaten nachgereicht: 460 bis 1.241 Liter. Das kann ein 3er Touring auch nicht viel besser (460 bis 1.385 Liter). Freilich, für einen Volvo ist das so gut wie nichts, allerdings mildert eine einfach zu bedienende, im Verhältnis 40:20:40 umzulegende und sodann einen sehr ebenen Ladeboden generierende Rücksitzlehne die aufkeimende Entrüstung ab. Da müsste es gar nicht sein, dass Volvo die Angaben des Ladevolumens des V60 in nahezu allen zur Verfügung stehenden Datenblättern verschämt verschweigt. Nur Mut ihr Mannen aus Göteborg, bekennt Euch ruhig in vollem Umfang zum neuen Lifestyle. Wer das gar nicht verwindet, dem bleibt ja immer noch der V70.

Volvo V60 D3 Heck
Dort wo Volvo sonst großflächig die allzeit bereite Aufnahme sperrigen Ladeguts signalisiert,
verdichtet sich des V60 sportliche Attitüde in einem durchtrainierten Hinterteil.


Volvo V60 D3 Heckscheibe
Das alles lässt vermuten, dass sich größer gewachsene Fondpassagiere auf längeren Fahrten
ihren Scheitel am Dachhimmel wund reiben. Stimmt aber nicht. Dieser Gefahr ist Volvo mit einem
einfachen Trick begegnet: Die Rücksitzbank wurde kurzum um einige Millimeter abgesenkt,
was reichlich Raum für die Köpfe Hintensitzender schafft.


Volvo V60 D3 Kofferraum
460 Liter fasst dass Gepäckabteil des V60. Das kann ein 3er Touring auch nicht viel besser (460 bis 1.385 Liter).

Ja, hält, was die Optik verspricht

Abgesehen davon: Am Steuer des V60 vergisst man ohnehin schnell, was sich ab der zweiten Sitzreihe abspielt. Genauso, wie das Gestühl die Gratwanderung zwischen sportlich straffer und komfortabler Auslegung bravourös meistert, tut es auch das Fahrwerk. Der V60 lässt sich zackig in Biegungen hinein und auch wieder hinaus manövrieren und überträgt damit den visuellen Eindruck auf die restlichen Sinne. Das tut der knackige Schweden-Kombi allerdings nicht kompromisslos: Straßenhalterische Versäumnisse werden großzügig ausgebügelt, die Wirbelsäule bleibt von kurzen, harten Stößen verschont.

Volvo V60 D3 Innenraum
Am Steuer des V60 vergisst man ohnehin schnell, was sich ab der zweiten Sitzreihe abspielt.
Genauso, wie das Gestühl die Gratwanderung zwischen sportlich straffer und
komfortabler Auslegung bravourös meistert, tut es auch das Fahrwerk.


Starke Basis

Die motorische Top-Version, den S60 T5mit 240 PS und Allradantrieb haben wir bereits in der „Reissen" gehabt (die Dokumentation in Bewegtbildern mit Rallye-Ass Manfred Stohl am Steuer sehen Sie hier). Ein Leistungsschock blieb uns bei den Testfahrten mit dem Einsteigerdiesel D3 erspart. Die 163 PS des 2-l-Fünfzylinders kommen sehr gut zur Geltung und harmonieren mit der gut abgestimmten, schnell reagierenden 6-Gang-Automatik. Gasbefehle werden verzögerungsfrei umgesetzt, das Drehmoment von 400 Newtonmetern steht bereits ab frühen 1.400 Touren zur Disposition. Einigermaßen enttäuscht waren wir allerdings beim Blick auf den Bordcomputer: Trotz sehr maßvoller Penetration des Gaspedals kamen wir im innerstädtischen Bereich kaum je unter 10 Liter, was dann doch eine nicht unbeträchtliche Diskrepanz zu den werkseitig angegebenen 8,3 Liter darstellt.

Volvo V60 D3 Fazit
Der V60 steht in der Klasse der Lifestyle-Kombis seinen deutschen Kollegen A4 Avant und
3er Touring um kaum etwas nach - auch preislich: Im Fall der von uns getesteten
topausgestatteten Version (Summum) D3 mit Geartronic wurden 44.402 Euro fällig.
Nicht günstig, allerdings im direkten Konkurrenzvergleich auch nicht unverhältnismäßig.


Fazit
Volvo wirkt in der Welt der ausgewiesenen Lifestyle-Laster alles andere als deplaziert. Das diesbezügliche, bislang von Fahrzeugen deutsche Provenienz dominierte Angebot hat sich mit dem V60 klar gen hohen Norden ausgeweitet. Das stellt der Schwede nicht nur mit seiner Optik und den dynamischen Fahreigenschaften unter Beweis. Auch die Verarbeitungs- und Materialqualitäten im Innenraum sind zweifelsfrei im Premiumsegment angesiedelt – leider auch preislich: mit einem Einstiegspreis von 31.000 Euro (T3) versteigt sich der V60 in A4-Regionen. Im Fall der von uns getesteten topausgestatteten Version (Summum) D3 mit Geartronic wurden 44.402 Euro fällig. Nicht günstig, allerdings im direkten Konkurrenzvergleich auch nicht unverhältnismäßig.

von Christian Zacharnik, autonet.at
 
 
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