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Viagra - Der Kern männlicher Sexualität: Erektion und Impotenz

Autor: frankmiller | Erstellt am: 19.07.2010 | Gelesen: 784
Kategorie: Gesundheit - Medizin & Chirurgie | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Wie das Potenzmittel Viagra nach der Zulassung in den USA den Höhepunkt erreicht hat

Giles Brindley hatte eine Schwäche für starke Auftritte. Statt im standesgemäßen Anzug schritt der siebenundfünfzigjährige Brite 1983 auf dem Jahreskongreß des amerikanischen Urologenverbandes in Las Vegas in einem roten Overall zum Rednerpult.

Mitten in seinem Vortrag trat er hinter dem Katheder vor, ließ die Hose fallen und präsentierte Hunderten von Kollegen im Auditorium eine prächtige Erektion, die er durch die Injektion einer gefäßerweiternden Substanz namens Papaverin in den Schwellkörper seines Glieds hervorgerufen hatte. "Es war ein sehr großer Penis", erinnerte sich ein Teilnehmer nach dem spektakulären Akt. - Brindley lief damit auf dem Podium auf und ab. -

Neu war die Erkenntnis nicht, daß das aus Schlafmohn gewonnene Alkaloid dem männlichen Geschlechtsorgan zu voller Größe verhilft, selbst im gähnend langweiligen Ambiente eines Konferenzsaals. Der französische Ghirurg Ronald Virag war schon wenige Jahre zuvor durch Zufall auf diesen Effekt gestoßen, als er einem Patienten vor einer Penisoperation das Muskelrelaxans Papaverin versehentlich in den Schwellkörper injiziert hatte - und danach von dessen zweistündiger Erektion überrascht wurde.

Dennoch gilt der Selbstversuch Brindleys als ein Meilenstein auf dem Weg zur medikamentösen Behandlung von Erektionsstörungen, die mit der Zulassung des Potenzmittels Viagra in den USA im März dieses Jahres ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Die Erektion, von der Fachwelt bis dato als ein überwiegend von Stimmungen, sexueller Erregung und erotischen Reizen abhängiges Phänomen betrachtet, entpuppte sich vor den Augen der aus aller Welt angereisten Experten als eine quasi per Knopfdruck auslösbare Körperfunktion.

Arzneimittelforscher an Hochschulen und in Industrielabors wagten sich, durch Brindleys Pioniertat motiviert, an die Behandlung der Impotenz - einen der "finstersten Winkel der Medizin", wie das US-Wirtschaftsmagazin Fortune schrieb. Denn verzweifelte Männer schrecken selbst vor bizarren Rezepturen aus Wildschweingalle, Wurzelextrakten oder ausgekochtem Tigerpenis nicht zurück, um ihren müden Lenden neuen Schwung zu verleihen.
 
 
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