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Vespertilio durchstöbert die sogenannten 'Parallelwelten'

Autor: RMS-Scriptorin | Erstellt am: 07.05.2011 | Gelesen: 518
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Der Kommentar der Fledermaus lautet: Vermessenheit .

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Wie kommt „Noli me tangere" überhaupt auf die Wahnvorstellung, dass Magdalena ihn anfassen will? Man weiß doch schließlich seine Grabesherkunft.

Hätte der Künstler mehr Wert auf seine Qualität gelegt anstatt einem Picasso seiner Zeit gleich auf Quantität und kommerzieller Ausrichtung würde der Titel „Leonardo des Nordens" zu treffen. So verbleibt er im Hintergrund.

Anstelle einer Signatur stehen Zahlen. Eine Durchnummerierung der Akkord-Werke. Bei der Nummerierung der Ausstellungsobjekte beginnt nach der in einer Ecke versteckten Nr. 1 die Suche nach zwei, drei und vier.

Die Ausstellung liefert den Beweis, dass bei einer höheren Anzahl von Kunstwerken früherer Meister, der Eklektizismus des 19, Jahrhunderts keine Einzelerscheinung ist.

Die Titel sind in dieser Präsentation das A und O. Eine plumpe Marketingstrategie. Treffend findet der Noir-Klassiker: „Der dritte Mann" Verwendung. Der Bezug zum Wiener Schwarzhandel  lässt ein zeitgemäß brisantes Thema anklingen. Warum nur erinnert der Name Lime an geleimt? Total fehl interpretiert ist die Bezeichnung Parallelwelten.

Der schlafende Jesusknabe ist offensichtlich die einzige Figur, die den Betrachter direkt anspricht und das Oeuvre auf den Punkt bringt. Die Übereinstimmung der Wiedergabe des Bäuchleins und seiner Nahrungsquelle lässt den Betrachter schmunzeln. Dieser Künstler war sicher noch nicht Zeuge einer solchen Handlung.  Weibliche Aktmodelle gab es in Cleves Werkstatt nicht.

Bemerkenswert sind die Darstellungen des Bartes von Hieronymus, der Einbezug des Rahmens in das Bildwerk und das Schaffen in der Grabes Grotte. Auch ist das kleine Format seines Selbstbildnisses sehr ansprechend. Der Porträt-Saal offeriert seinen geschickten Varianten-Reichtum und bei einem einzigen Handschuh gelingt ihm eine bravouröse Stofflichkeitsillusion.

Die beiden unbekleideten Knaben in inniger Umarmung sind eine mehr als zweifelhafte, eine geradezu obszöne Angelegenheit. Keine normale Mutter würde dies mit gelassener Miene dulden. Die Anzahl lässt auf die Frivolität des zeitgenössischen Klientels schließen.

Der lucretianische Selbstmord à la asiatischer Ehrentötung veranschaulicht die christliche Variante. Warum stellt der Künstler sie mit entblößtem Oberkörper dar im Widerspruch zu „ihrer" Tat?

Fazit: Eine  makabre Gesamtkomposition zweier Ausstellungen gruppiert um ein „restauriertes" „Noli me tangere", wo selbst die ursprüngliche Pinselführung über dem Arm Magdalenas sehr plump ist und der aus dem Kunst-Knall stammende Hyperrealismus amerikanischer Kunst um 1970 mit jeweils thematischen Séparées. Mit einer Filmeinleitung, bei der dem Besucher zugemutet wird beim Essen zu zu sehen und er mit Untertiteln abgespeist wird. Hier ist der Gast wohl kaum König.

Im Suermondt-Ludwig Museum ist der Kassenbereich mittlerweile vom Foyer in die ehemalige Durchfahrt gewandert. Das Resultat: Eine verheerende Akustik.

Im Ludwig Forum finden sich die diversesten Möglichkeiten und Ausdrucksmittel Realität zu erzeugen. Die Malerei lässt bei näherer Betrachtung den Pinselstrich erkennen, die Fotografie den Lichtdruck. Es ist eben nicht real. Aber wo schon findet sich echte Realität?

William Christenbergs Maltechnik entspricht der Realität. Selbst die Maltechnik hat er bei der Schaufensterbeschriftung entsprechend der Realität inszeniert. Aber es ist nicht fassbar.

Die legendäre Aktdarstellung des Hausbestandes  lässt bei näherer Betrachtung den eigentlichen Akt vermissen. Nun wenn schon denn schon! Der Künstler wollte provozieren und hat sich selbst nicht zu Ende getraut.

©RMS-Scriptorin, alias: Rosa-Marita Schrouff
 
 
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