RMS-Scriptorin
Vorbei an dem von der Paunelle gespeisten Teich von Gut Bodenhof macht sich Vespertilia auf zu dem Vortrag eines live Spiegel Gesprächs an der Fachhochschule in Aachen. Seit 2007 existiert diese Gesprächsrunde. Heute sitzen in den zwei großen orangefarbenen Sesseln auf dem Vortragspodium NASA Manager Professor Freiherr Jesco von Puttkamer und Spiegel Redakteur Olaf Stampf.
Über den großen Teich in seine ehemalige Studienstadt Aachen bringt die Legende der Raumfahrt mit seinem unkomplizierten Weltflair eine unterhaltsame Wohnzimmeratmosphäre. Der Gast mit der Kurzform des slawischen Vornamens Jaromir gewährt Einblick in sein Leben und seine Arbeit.
Als 12jähriger steht er nach dem zweiten Weltkrieg fassungslos in den Trümmern. Da nimmt ihn seine Großmutter bei der Hand und zeigt ihm die Sterne. Von nun an ist ihm sein Weg klar.
In den Heimgärten 31 finanziert er sich sein Studium als Autor von Science Fiction Romanen. Zwei Jahrzehnte weiter ist er bei der Serie Star Trek als fachlicher Berater tätig.
Nach dem schockierenden Challenger Unglück, das der Film authentisch wiedergibt, sieht Puttkamer Science Fiction Medien als Mittel die Neugier und das Interesse an dem Weltall zu erhalten und aufzubauen.
Gerne erzählt Puttkamer von dem Brief Werner von Brauns: „Do not go into the industry. Come to Huntsville!" Er hatte Braun gefragt, ob er seine Fähigkeiten in der Industrie erst vertiefen solle. Dass auch die andere Seite erpicht auf den Studiosus ist, erfährt er Jahre später. Es ist das Zeitalter der Computer. Bei der Durchsicht der alten Akten liest Puttkamer einen Brief Werner von Brauns: „Ihn müssen wir nach Huntsville holen, bei der Industrie erhält er das 10fache Gehalt und geht uns verloren."
An der FH war er selbst als Professor tätig gewesen. Seine Vorlesungen hatte er alle in eine Woche komprimiert, bei den Prüfungsfragen halfen ihm seine Kollegen. Nicht selten begegnet er heutzutage grauhaarigen Herren, die sich gerne und dankbar an seine Zeit als Professor an der FH erinnern, die 2000 endete. Auf eine Frage aus dem Publikum, ob er wieder an der FH tätig sein würde, lautet seine Antwort: „Ja."
Visionär à la Jules Verne blickt Puttkamer in die Zukunft und hofft, dass 2019 der Flug zum Mars entsprechend 1969 zum Mond möglich ist. Zu seinen Aufgaben zählt der tägliche Report nach Washington.
Fasziniert ist er von der Tatsache, dass der Weltraum die friedliche Zusammenarbeit von 16 Nationen ermöglicht. Bald feiert er sein 50jähriges, ein Rentenalter gibt es nicht.
Als sein Verwandter ungeduldig fragt: „Jesco, wann bist du fertig? Ich hab zu Hause das Essen auf dem Herd" löst sich die Runde heiter auf mit dem Wissen einiger Meilensteine von der Pioniergeschichte der Raumfahrt reicher.
©RMS-Scriptorin, alias: Rosa-Marita Schrouff