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Verwunderung und Unverständnis über Speyerer Stadtratsbeschluß

Autor: GCD | Erstellt am: 21.06.2010 | Gelesen: 504
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Absolut unverständlich ist die Argumentation der Speyerer Stadträtin Helga Spitzer (CDU) dazu.


"Elefant hautnah" (c) Gesellschaft der Circusfreunde e. V.
Speyer. Mit Verwunderung hat die Gesellschaft der Circusfreunde e. V. den Stadtratsbeschluss der Stadt Speyer vom 06.05.2010 zur Kenntnis genommen, dem zufolge Zirkusunternehmen in Zukunft nicht mehr in Speyer spielen dürfen, wenn sie bestimmte Wildtierarten mitführen. Absolut unverständlich ist die Argumentation der Speyerer Stadträtin Helga Spitzer (CDU) dazu: „Im 18./19. Jahrhundert war es eine Sensation, Wildtiere im Circus live zu erleben. Heute ist das nichts Besonderes. Es gibt sehr viele Zoos mit großen Freigehegen, in denen die Tiere verhältnismäßig stressfrei und artgerecht gehalten und beobachtet werden können. Auch eine Tiersafari nach Afrika ist heute nicht mehr unerreichbar."

Der Verband Deutscher Zoodirektoren hat sich vor Kurzem geäußert und klar auf die Seite des Zirkus mit (Wild-)Tieren gestellt. Zoo und Zirkus haben das gleiche Ziel, die Tiere den Menschen nahe zu bringen. Damit wird nicht zuletzt ein Interesse für Tiere geweckt, deren natürliche Lebensräume immer weiter vernichtet werden. So leben heute bereits mehr Tiger in menschlicher Obhut in Zoos und Zirkussen als in der Natur. Und in Afrika werden Elefanten gezielt getötet, weil der Lebensraum nicht mehr ausreicht.

Elitär und wenig konsequent ist der Verweis auf Tiersafaris, die sich die meisten Zirkusbesucher, vielleicht im Gegensatz zu Stadträtin Spitzer, gar nicht leisten können. Und wenn sie es könnten? Wer wollte in Zeiten von Global Warming ernsthaft empfehlen, dass Millionen Zirkusbesucher sich auf den Flug nach Afrika begeben?

Die Gesellschaft der Circusfreunde e. V. versucht seit Jahren, die Diskussion der Wild-Tierhaltung im Zirkus auf einer sachlichen Ebene zu führen. Und es gibt eine Vielzahl von Argumenten, die für eine (Wild-)-Tierhaltung im Zirkus sprechen: Deutschland ist Vorreiter in Sachen Tierschutz im Zirkus. Schon 1990 ließ das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten durch ein Expertengremium „Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben und ähnlichen Einrichtungen" erarbeiten, die regelmäßig überarbeitet werden. Für jede Tierart sind darin die Mindestanforderungen an Haltung, Transport, Ernährung, Klima und Ausbildung genau beschrieben. Keine andere Tierhaltung wird in Deutschland so regelmäßig durch die Veterinärämter kontrolliert wie die im Zirkus.

Eine repräsentative Studie der renommierten GfK Marktforschung aus Nürnberg hat Ende September 2008 der schweigenden Mehrheit eine Stimme verliehen: 85,5 % der Deutschen (Männer und Frauen ab 14 J.) sehen gerne Tiere im Zirkus! Spitzenreiter sind dabei Raubtiere, Elefanten und Pferde, die jeweils rund zwei Drittel aller Befragten gerne im Zirkus sehen. Hoch ist die Ablehnung der Positionen sogenannter Tierrechtler. Nicht weniger als 76,4% der Befragten sind nämlich der Meinung „Tieren im Zirkus geht es gut, wenn alle Vorschriften eingehalten werden".

Dass auch die Speyerer Bevölkerung dieser Meinung ist, lässt sich am Besucherzuspruch der Tier-Zirkusse ablesen, die im letzten Jahr in Speyer gastierten.

Deshalb fordert die Gesellschaft der Circusfreunde e. V.:
  1. Tiere gehören zum Zirkus. Die Politik muss die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, damit wir auch in Zukunft Tiere im Zirkus erleben können – auch in Speyer!
  2. Die ,,Leitlinien" müssen allgemein verbindliche Rechtsgrundlage werden. In der Praxis müssen sie einen verlässlichen Standard definieren an dem sich Zirkusse, Tierhalter und Veterinäre gleichermaßen orientieren können.
  3. Wenn alle Vorschriften, insbesondere diese „Leitlinien" eingehalten werden, verdient der Zirkus endlich auch in Deutschland die seit langem vom EU-Parlament geforderte Anerkennung als Teil der Kultur Europas und die Unterstützung durch Politik, Medien und Öffentlichkeit!

Gesellschaft der Circusfreunde e. V.
Stefan Nolte
Dalbergstraße 2
67574 Osthofen
presse@circusfreunde.org
www.circusfreunde.org
 
 
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