Prof. C.J.M. Beniers
Vertrauen bekommt man nicht umsonst. Vertrauen muss man "verdienen". Man muss sich anstrengen, das Vertrauen anderer Personen zu gewinnen. Das ist aber nicht so einfach. Frage nun ist: Wie kann man Vertrauen aufbauen? Wie kann man Vertrauen zu Menschen aus anderen Ländern mit ihren oft altangestammten Sitten und Gewohnheiten gewinnen? Die Praxis zeigt, dass, wenn man erfolgreich Vertrauen zu anderen aufbauen will, man ein Höchstmaß an Selbstvertrauen, das heißt Vertrauen zu sich selber haben soll. Denn ohne Selbstvertrauen wirkt man unsicher auf andere. Und das ist nicht gerade ein solide Grundlage zum Vertrauensaufbau.
Selbstvertrauen stärken [1]
Wir haben verschiedene Möglichkeiten, unser Selbstvertrauen zu stärken. Wichtig ist nur, dass wir diese konsequent nutzen und einsehen, dass die Arbeit an unserem Selbstver-trauen nicht eine kurzfristige Übung ist.
Drei Ansatzpunkte:Kopf (Denken)- Denkmuster, die uns belasten erkennen und ändern;
- Zweifeln und Selbstabwertung stoppen (positive, innere Dialoge);
- Erfahrungen und Erlebnisse verarbeiten;
- Ehrliches Selbstbild erarbeiten.
Herz (Fühlen)- Freude, Begeisterung, Mut und Spass am Tun und sich selbst überwinden entwickeln;
- Angst, Unsicherheitsgefühle und Ärger (über sich selbst) wirksam
begegnen;- Gelassenheit entwickeln;
- Loslassen, entspannen, innere Ruhe finden;
- Körperliches Selbstvertrauen und natürliche Autorität entwickeln;
- Nervosität, flaues Gefühl, Zittern und andere körperliche Zeichen;
von Unsicherheit systematisch reduzieren
Hand (Handeln)- Herausforderungen annehmen, sich etwas zutrauen;
- Erfolgserlebnisse sammeln;
- Selbstsicheres Auftreten und sichere Körpersprache.
Vertrauensforschung
Bis vor einigen Jahrzehnten ist dem Thema des Vertrauens nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt
[2]. Die Globalisierung, die sich daraus ergebenden Kontakte und die damit einhergehenden Missverständnisse und Probleme im Bereich gegenseitigen Kulturverständnisses hat aber deutlich gemacht, dass man ohne Vertrauen zu sichselbst und zu anderen nicht erfolgreich mit anderen Personen und vor allem nicht mit Menschen aus anderen Kulturen kommunizieren und umgehen kann.
In letzter Zeit haben Forschungen von Sozialwissenschaftlern und Psychologen zu wichtigen Erkenntnissen im Bereich des Vertrauens im interkulturellen Bereich geführt. So gibt es verschiedene Vertrauensdefinitionen aus wissenschaftlicher Perspektive
[3]:
- Vertrauen resultiert aus bisheriger Erfahrung und der Hoffnung auf das Gute im Menschen (Schottländer, 1958).
- Vertrauen reduziert die Komplexität menschlichen Handelns, erweitert zugleich die Möglichkeiten des Erlebens und Handelns und gibt Sicherheit (Luhmann, 1973).
- Vertrauen hängt von frühkindlichen Erfahrungen, vor allem von der Qualität der Mutter-Kind Beziehung ab. Unnötige Versagungen, Drohungen und persönliche unzuverlassigkeit verhindern Vertrauen (Erikson, 1963).
- Vertrauen basiert auf der Erwartung einer Person oder einer Gruppe, sich auf ein mündlich oder schriftlich gegebenes – positives oder negatives – Versprechen einer anderen Person bzw. Gruppe verlassen zu können (Rotter, 1976;1971).
- Vertrauen zwischen zwei Menschen lässt sich an verbalen und motorischen Indikatoren feststellen; solche sind häufigere Hier-und-jetzt-Äußerungen, selbstexplorative Äußerungen, Bitte um bzw. Erteilen von Feedback, Bitte um Hilfe bei einem Problem, spontane unaufgeforderte Beteiligung und wechselseitiges Verstärken (Krumholtz & Potter, 1980.
Unter kulturvergleichenden Aspekten ist zu bemerken, dass diese Definitionen ein stark individualistisches Kulturverständnis aufweisen, und es liegt auf der Hand, dass Menschen aus anderen Kulturen (zum Beispiel aus kollektivitischen, bzw. kontextorientierten Kulturen, aus reaktiven und aus retikulären Kulturen) das Phänomen Vertrauen aus unterschiedlicher Perspektive betrachten.
Für die Vertrauensforschung sind verschiedene Aspekte von Sozialverhalten relevant. Wichtig in diesem Zusammenhang sind:
- Empathie
- Selbstwirksamkeit.
[1] selbstvertrauen.pdf[2] Thomas, A. Vertrauen im interkulturellen Kontext aus Sicht der Psychologie.
Vertrauen_im_interk_Kontext.PDF.
[3] Petermann, F. (1996). Psychologie des Vertrauens. Göttingen: Hogrefe, 3.Auflage.
Prof. C.J.M. BeniersNL Zoetermeer29-10-2009© Copyright 2009Über Professor C.J.M. Beniers
Prof. C.J.M. Beniers ist ein bekannter Fachmann auf dem Gebiet von modernen und internationalen Kommunikationstechniken und Entwickler vom Sechs-Komponenten-Modell. Damit können Firmen, Institutionen und Politiker mit Gesprächspartnern aus aller Welt erfolgreich kommunizieren und verhandeln. Seine Karriere begann als internationaler Manager bei Philips N.V. Später promovierte er als Professor und hat mittlerweile mehr als 35 Jahre Erfahrung als Manager und Management Trainer. Dadurch kennt er beide Seiten, die Theorie und die Praxis, sehr genau. Als Kommunikationsexperte veranstaltet er wissenschaftliche Forschungen im interkulturellen Bereich. Die interessanten Ergebnisse dieser Forschungen sind in seinen E-Büchern nachzulesen, wie z.B. "Bridging The Cultural Gap". Hier lernen moderne Manager sich erfolgreich auf Geschäfte mit Leuten aus Fremdkulturen vorzubereiten. Unter anderem werden aktuelle Themen wie Verhandlungen in Krisenzeiten, interkulturelle Barrieren, landesspezifische Kommunikationstechniken, persönliche kulturbedingte Wertesysteme und Missverständnisse behandelt und plausibel erklärt.
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