Deutsche Datenschützer führen mittlerweile schon fast einen regelrechten Privatkrieg gegen Facebook und kaum eine Woche vergeht, in dem nicht der Finger gegen die soziale Online-Plattform erhoben wird. Doch nun werden die Vorwürfe immer schwerwiegender und nun ist sogar von einem betrügerischen Gesetzesverstoß die Rede. Die Datenschützer Deutschlands behaupten nun, dass Facebook bewusst falsche Angaben zum Einsatz von sogenannten Cookies macht.
Johannes Caspar, Datenschützer aus Hamburg formuliert die erhobenen Anschuldigungen konkreter. Er sagt, dass eine Prüfung zu dem Ergebnis geführt hat, dass der Eindruck entstanden ist, dass von Facebook Trackingprofile seiner Nutzer angelegt werden, ohne dass diese davon wissen. Facebook wird beschuldigt, mit Hilfe dieser Cookies das Surfverhalten seiner Nutzer genau nachverfolgen kann. Ist dies tatsächlich der Fall, dann wurde Facebook wirklich ganz massiv gegen das Telemediengesetz verstoßen. Dieses besagt, dass dies nur möglich ist, wenn der Nutzer ausdrücklich darauf hingewiesen wird und es auch ein Widerspruchsrecht gibt. Dies ist aber bei den Cookies nicht der Fall und diese kleinen Dateien erlauben es Facebook zu erkennen, auf welchen Seiten der Nutzer im Web unterwegs war.
Bisher wurde von
Facebook.de immer wieder betont, dass insgesamt vier verschiedene Cookies zum Einsatz kommen, die aber nur dafür gedacht sind, dem Nutzer mehr Komfort zu bieten, eine höhere Sicherheit haben und vor allem auch für die Einhaltung im Sinne des Jugendschutzes eingesetzt werden. Caspar hat nun aber in einem Test der durchgeführt wurde beweisen können, dass diese Angaben von Facebook nicht den Tatsachen entsprechen. Nutzen von den Cookies haben die User nur bei rein optionalen Funktionen und die müssen erst vom Facebook-Mitglied aktiviert werden. Die deutschen Datenschützer scheinen aber bei Facebook mittlerweile wirklich Eindruck gemacht haben, denn anders lässt es sich nicht erklären, dass Facebook angekündigt hat, sich wegen dieser Tatsache gerne einer Diskussion zu stellen und gegebenenfalls auch Abhilfe für dieses Problem zu schaffen.
Torsten Stieler