Versicherungsangestellter verzockt Firmen-Millionen
Daniel Trolaro hat Frau und drei Kinder, hat Arbeit und insgesamt alles andere als ein schlechtes Leben. Zumindest war das bis vor einer Weile so, denn nun wird sich für Trolaro einiges ändern. Der Familienvater musste sich nämlich bis vor kurzem vor dem Gericht wegen Hinterziehung von Firmengeldern verantworten. Das Urteil des Richters in Oakland im US-Bundesstaat New Jersey lautete sechs Jahre Haft.
Und wie kam es für Trolaro zu dem ganzen Schlamassel? Wie kann ein Vater und Ehemann sich in eine solche Situation manövrieren? Diese Frage stellte auch das Gericht und bekam Spielsucht als Antwort. Der 25-Jährige Versicherungsangestellte spielte mit dem Gedanken, sein Glück am Aktienmarkt zu versuchen, aber dieser war ihm letztlich etwas zu unüberschaubar um das Risiko zu rechtfertigen. Offenbar erschien ihm Poker und Black Jack aber vergleichsweise Sicher und so investierte er sein Geld im nächsten Online Casino.
Der Einsatz, den er auf die virtuellen Spieltische legte, stammte aber nicht aus seiner eigenen Tasche sondern waren aus den Kassen der Versicherungsgesellschaft Prudential Insurance of Oakland, die in Oakland ihren Sitz hat und bei der Trolaro angestellt war. Die erste Veruntreuung von Firmengeldern machte Trolaro im Jahr 2008. Damals lief es ganz gut an den Tischen für Black Jack. Danach ging es weiter mit
Poker, aber da verlor der 35-Jährige einen Pot nach dem anderen und verspielte all sein Geld. So kam es zu weiteren Diebstählen aus der Firmenskasse. Das ging so weiter bis ins Jahr 2010, wo endlich das Fehlen von Geld bei der Prudential Insurance of Oakland auffiel. Stattliche 2 Millionen Dollar hatte Trolaro in den beiden Jahren abgezweigt.
Vor Gericht kam es schnell zu einem Geständnis von Trolaro. Das begünstigte auch etwas sein Urteil – neben der Tatsache, dass er tatsächlich süchtig nach Glücksspiel zu sein scheint. Für das verzockte Geld kam das Versicherungsunternehmen übrigens selbst auf.
Lena Koch