
Wer den Schritt in die Selbständigkeit wagt, der sollte sich rechtzeitig über die notwendigen Versicherungen informieren. Der Gedanke, diesen Schritt eventuell "auf später" aufzuschieben, um die knappe Betriebskasse am Anfang zu entlasten ist, wie prinzipiell bei jeder sinnvollen Versicherung, ein Spiel mit dem Feuer. Im Fall der Fälle kann ohne ausreichenden Versicherungsschutz die eigene Existenz bedroht sein, gerade zu Beginn der Selbständigkeit: Eine länger andauernde Krankheit oder ein Schaden im Betrieb bedeuten dann finanzielle Verluste, die möglicherweise vollständig aus eigener Tasche zu zahlen sind.
Welche Versicherungen zu empfehlen sind, hängt dabei natürlich stark von den individuellen Risiken des Gründers ab und sollte zusammen mit einer fachkudigen Beratung erörtert werden. Wichtig dürften in jedem Fall, wie bei Arbeitnehmern auch, die persönliche Vorsorge des Gründers sein: Absicherungen gegen Krankheit und Unfall sowie eine ausreichende Altersvorsorge stellen nicht unerhebliche Kostenfaktoren im Leben eines Selbständigen dar.
Aber schon bei der Wahl dieser grundlegende Versicherungen können sich erste Schwierigkeiten auftun: Lohnt sich der Weg in die private Krankenversicherung, die in jungen Jahren oftmals günstiger ist, oder bleibt man als freiwillig gesetzlich Versicherter den gesetzlichen Krankenkassen treu. Diese Entscheidung ist umso wichtiger, da man als Selbtständiger derzeit zwar ohne weiteres in einer private Krankenkasse wechseln kann, der Weg zurück dann aber nicht mehr oder nur in Ausnahmefällen möglich ist.
Auch die Frage nach der Absicherung im Alter ist beudentend:
Selbständige müssen sich nicht über die gesetzliche Rentenversicherung absichern. Eine freiwillige Versicherung oder ein Antrag auf Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung sind jedoch weiterhin möglich. Auch wenn allerortens die Vorzüge der privaten Vorsorge für das Alter gelobt werden, sollte dieser Schritt gut überlegt sein. Bereits erworbene Ansprüche an die gesetzliche Rente bleiben jedoch normalerweise erhalten.
Schon anhand dieser relativ einfachen Ausführungen ist zu sehen, dass die Wahl der geeigneten
Versicherung für Existenzgründer und Selbständige durchaus einige Überlegungen in der Gründungsphase erfordert. Auch die finanzielle Belastung sollte dabei nicht unterschätzt werden: Gerade Neugründer tendieren gelegentlich dazu, derartige Zusatzkosten bei der Kalkulation der erforderlichen Bruttoumsätze zu vernachlässigen.
Peter Schill