Investmentfonds bieten alles für die private Altersvorsorge - langfristig überdurchschnittliche Renditemöglichkeiten, eine optimale Risikoverteilung und einfache Handhabung.Ein Täfelchen Leysieffer Milchschokolade mit mindestens 30 Prozent Kakao steckte in der Info-Klappkarte, die der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) auf seiner Jahrespressekonferenz mit freundlicher Empfehlung verteilt hat. Dazu dann der Hinweis: „Investmentfonds – damit Sie auch im Alter die Schokoladenseite des Lebens genießen können." Die Botschaft der Branche lautet: „Regelmäßiges Fondssparen zahlt sich aus. Aus monatlich 100 Euro wurden nach 30 Jahren 158420 Euro. Dies ermöglicht über 20 Jahre eine monatliche Zusatzrente von 1031 Euro", hat der BVI für die Anlagekategorie Aktienfonds Deutschland ausgerechnet. Entscheidend dabei ist die hohe Rendite, die mit Aktien langfristig im Vergleich zu anderen Anlageformen zu erzielen ist.
Fondssparplan als klassischer Weg
Wer mit Investmentfonds fürs Alter vorsorgen wollte, für den gab es lange Zeit nur das regelmäßige Sparen, das jedoch weder mit dem konkreten Vorsorgeziel verbunden war noch irgendeine Form der Zulage oder steuerliche Förderung erhielt. Das Prinzip des Fondssparens ist schnell erklärt: Ein Anleger wählte selbst oder zusammen mit seinem Berater einen Fonds aus, legt die monatliche Summe fest, die einfach vom Konto abgebucht wird – und los geht's. Auf eine Laufzeit muss sich ein Fondssparer nicht festlegen; die Rate lässt sich jederzeit erhöhen oder aussetzen und selbst wenn nach ein paar Jahren der Fonds nicht mehr der richtige ist – kein Problem, ein Wechsel ist jederzeit möglich.
Auch die Kosten bei einem Fondssparplan sind verglichen mit der einst so beliebten Lebensversicherung eher klein, denn der Ausgabeaufschlag von in der Regel fünf Prozent bei Aktienfonds macht sich bei langer Laufzeit nicht stark bemerkbar. Außerdem gibt es inzwischen viele Angebote, Sparpläne zu reduzierten Konditionen abzuschließen bis hin zu einem Rabatt von 100 Prozent auf die reguläre Kaufgebühr. Zur Auswahl stehen je nach Bank oder Finanzdienstleister zwischen 30 und mehr als 3000 Fonds, die sich besparen lassen. Empfehlenswert sind dabei die breit gestreuten, globalen Aktienfonds, die Chancen an allen Märkten der Welt wahrnehmen können.
Neben dem klassischen Weg zur Vermögensbildung mit Fonds gibt es mittlerweile besondere Instrumente, die stärker auf das Thema Altersvorsorge zugeschnitten sind. Dazu zählen die Altersvorsorge-Sondervermögen (AS-Fonds), die voracht Jahren eingeführt wurden und bestimmten gesetzlichen Regeln unterliegen. Obgleich das Konzept überzeugend ist, haben sich diese Fonds bislang nicht durchgesetzt – möglicherweise mangels staatlicher Förderung. Zunehmend bieten die Fondsgesellschaften so genannte Zielfonds an, bei denen das Enddatum feststeht – es sollte mit dem erwarteten Ruhestand des Anlegers zusammenfallen. Um ein maximales Endvermögen zu erzielen, schichtet dabei der Fondsmanager nach und nach von Aktien in Renten um.
Beispiel eines Altersvorsorge-Sparvertrags
Der langfristige Prozess der Altersvorsorge lässt sich in mehrere Phasen unterteilen. Nach der Ansparphase mit einem hohen Aktienanteil folgt meist die Umschichtung des Kapitals und die Auszahlung.
Altersvorsorge auf dem Bierdeckel
Das größte Interesse beim Thema Altersvorsorge mit Fonds gibt es derzeit bei den Riester-Fonds. Die Zulagen machen diese Anlage besonders attraktiv. Und die Gesellschaften versuchen mit verschieden Mitteln, die Kunden dafür zu gewinnen. Die Union Investment hat sich etwas besonders Pfiffiges einfallen lassen, um beim Thema Altersvorsorge den Sparern die Scheu zu nehmen. Angelehnt an die Idee, die Steuererklärung auf einem Bierdeckel zu machen, hat man einen Altersvorsorge-Bierdeckel entwickelt. Auf dem können die Berater knapp die Vorzüge der Riester-Rente erläutern und in wenigen Rechenschritten die staatliche Förderung ausrechnen.
Viele Freiheiten bei der Fondsanlage
Bei der Entscheidung für eine der vielen Varianten der privaten Altersvorsorge müssen Anleger verschiedene Kriterien berücksichtigen. Die Fondsbranche betont dabei immer wieder die Flexibilität.
Ein- und Auszahlungen beliebig ändern
Bei einem Sparvertrag mit Investmentfonds kann die monatliche Rate je nach Bedürfnis des Anlegers heraufgesetzt oder gesenkt werden. Die Mindestsumme von 50 Euro lässt sich jedoch nicht unterschreiten. Und wenn dann das Vermögen Stück für Stück ausgezahlt werden soll, kann die Rate ebenfalls einfach und ohne Kasten geändert werden. Diese Flexibilität besitzen andere Anlageformen wie eine Lebensversicherung in der Regel nicht. Allerdings gibt es bei der staatlich geförderten Fondsanlage ebenfalls Einschränkungen.