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Vereinbarkeit von Beruf und Familie - ein zentrales Thema für Arbeitgeber!

Autor: raDalhoff | Erstellt am: 01.02.2010 | Gelesen: 708
Kategorie: Beruf - Bildung & Karriere | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Fachkräftemangel, Bindung der besten Mitarbeiter ans Unternehmen durch Teilzeitmodelle, Kinderbetreuung, Arbeitszeitkonten etc.

Teilzeitmodelle, Führungskräfte in Teilzeit, Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeitkonten. Das sind Beispiele von Maßnahmen, die Unternehmen in den vergangenen Jahren ergriffen haben, um Mitarbeitern zu gewinnen und zu halten.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

Der Fachkräftemangel wird immer bedrohlicher. Wer gute Mitarbeiter finden will, muss ihnen etwas bieten. Wenn Mitarbeiter die Möglichkeit haben, Beruf und Familie mit einander zu vereinbaren, erhöht dies das Wohlbefinden und somit die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit. Zufriedene Mitarbeiter sind motiviert und tragen zum Betriebsergebnis bei. Hierzu ein Zitat von Prof. Dr. Burkhard Schwenker, Roland Berger Strategy Consultants

"Wachstum in den Unternehmen entsteht nicht von allein. Es hängt von den Menschen ab, die dort arbeiten, und von deren Vielfältigkeit. Denn Vielfalt erzeugt – bei den richtigen Rahmenbedingungen – Kreativität, die wichtig ist, um Wettbewerbsvorteile zu realisieren. Unternehmen müssen deshalb alles tun, um die größten Talente für sich zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Besonders wirksam sind Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Bei einer Umfrage des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik unter Unternehmen, die das Zertifikat zum audit berufundfamilie erhalten haben, ergab, dass sich bei etwa 70% der Befragten das Image als Arbeitgeber durch familienbewusste Maßnahmen verbessert hat. Familienbewusstes Engagement zahlt sich also nicht nur ideell, sondern auch betriebswirtschaftlich aus."

Und es ist festzustellen, dass in den letzten 10 Jahren bereits große Entwicklungen stattgefunden haben.

Noch vor 10 Jahren war das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie kein Thema für die Wirtschaft. Darum musste sich jeder Einzelne persönlich kümmern, während Familienpolitik Sache des Staates war.

Aber noch immer ist das Thema in vielen Unternehmen ein Tabu

Den Personalern ist mittlerweile klar, dass Familienfreundlichkeit ein Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv macht. Schwieriger ist es immer noch auf der Ebene der direkten Vorgesetzten. Das sei aber auch verständlich, weil die im Tagesgeschäft den Ausfall von Mitarbeitern unmittelbar spüren und Maßnahmen ergreifen müssen.

Was aber sind geeignete Maßnahmen, die sowohl dem Unternehmen wie auch dem Mitarbeiter helfen?
Flexible Arbeitszeitmodelle sind der Schlüssel zum Erfolg. Und auch diesbezüglich ist es wichtig, dass diese Flexibilität auch von Führungskräften und der Geschäftsleitung vorgelebt wird. Flexibilität und Familienfreundlichkeit muss Bestandteil der Unternehmenskultur werden, ist dabei aber kein Selbstzweck. Das zeigen gerade die Branchen, die stark vom Fachkräftemangel betroffen sind. Immer mehr Arbeitgeber haben erkannt, dass eine familienfreundliche Unternehmenskultur hilft, die besten Mitarbeiter zu rekrutieren und zu halten. Und besonders in Krisenzeiten helfen Maßnahmen zur Familienfreundlichkeit auch den Unternehmen.

Auftragsschwankungen ...

können mit Hilfe von flexiblen Arbeitszeitmodellen wie familienbedingte Teilzeit, Arbeitszeitkonten, Jahresarbeitszeit, mobiles Arbeiten, Jobsharing oder Sabbaticals aufgefangen werden, ohne Kurzarbeit oder Know-how-Verlust durch Kündigungen.

Intelligente Maßnahmen zur Familienfreundlichkeit
Nicht jede Maßnahme zur Familienfreundlichkeit macht langfristig Sinn. Daher sollten Arbeitgeber Kosten und Nutzen jeder einzelnen Maßnahme sorgfältig prüfen. Trennen Sie sich von solchen Angeboten, die für Betroffene auf den ersten Blick attraktiv sein mögen, die das Familienbewusstsein aber nicht nachhaltig erhöhen, z.B. ein Zuschuss für Baby-Erstausstattung oder „Windelgeld" oder Feriencamps für Kinder.

Bauen Sie statt dessen Maßnahmen aus, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besonders fördern und nur wenig Kosten verursachen! Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter informiert sind über alle organisatorischen, finanziellen und rechtlichen Aspekte der Vereinbarkeit. Die Mitarbeiter sind dann selbst in der Lage, alle notwendigen Entscheidungen eigenständig zu treffen. Wichtig ist, dass auch die Führungskräfte als Multiplikatoren mit eingebunden werden. Eröffnen Sie auch ihnen Freiräume  zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Führungskräfte tragen in hohem Maße zum Betriebsergebnis bei, daher ist deren Zufriedenheit von hoher Bedeutung.

Nutzen Sie öffentliche Fördermöglichkeiten und steuerliche Entlastungen!

Zum Beispiel spart ein zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlter Kinderbetreuungszuschuss beim Arbeitgeber den Anteil an der Sozialversicherung und reduziert somit unmittelbar die Personalausgaben. Wenn sich Unternehmen zertifizieren lassen als familienfreundliches Unternehmen, erhalten Sie nicht nur Hilfe bei der Umsetzung entsprechender Maßnahmen in ihrem Unternehmen, sondern können auch von aktuellen Fördermöglichkeiten profitieren. Es gibt Landesförderprogramme, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle unterstützt die Beratung von kleinen und mittelständischen Unternehmen, das Bundesfamilienministerium fördert die „Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung". Außerdem beinhaltet das Konjunkturpaket II umfangreiche Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld.

Wenn Personalabbau unvermeidbar ist ...

Besonders für Unternehmen, in denen Entlassungen unvermeidlich sind, wird eine familienbewusste Personalpolitik wichtig. Nicht nur, weil sich die Arbeit mitunter auf weniger Mitarbeiter verteilt, sondern auch, weil es ein wichtiges Instrument ist, die Motivation der verbleibenden Belegschaft zu stärken.

Petra Dalhoff, Rechtsanwältin aus Düsseldorf
 
 
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