Eine Studie des Nürnberger Marktforschers GfK ergab, dass das Vertrauen der Deutschen in Ihre Hausbanken trotz der derzeitig unruhigen wirtschaftlichen Lage, insbesondere an den Finanzmärkten, nicht schwindet. 91 Prozent in der Befragten gaben an, ungeachtet aller Negativschlagzeilen ihrem Geldinstitut treu geblieben zu sein. Die befürchtete „Plünderung" der Konten blieb aus.
Vor allem die rund 450 Sparkassen im Land stehen hoch im Kurs. Immer mehr Anleger wollen ihr Geld in Sicherheit bringen und wählen dafür Sparbücher, Tages- oder Festgeldkonten, welche sie als sichere Geldanlage betrachten. Die Sparkassen haben jeweils eigene Einlagensicherungssysteme, die darauf ausgelegt sind, dass sich die Institute gegenseitig unterstützen.
Bundesweit melden Sparkassen, dass Kunden Erspartes von Privatbanken, Autobanken oder Direktbanken abziehen und zu ihnen umschichten. Die Stadtsparkasse Köln-Bonn beispielsweise berichtete von Kundenzugängen aus dem Ausland, auch von außerhalb Europas. Die Kunden erkundigten sich dabei explizit nach den Sicherheiten einer Sparkasse und überwiesen dann höhere Millionenbeträge.
Auch die Genossenschaftsbanken verzeichnen in Folge der Finanzkrise ein sprunghaft gestiegenes Einlagevolumen und erhöhte Kundenzahlen. Allerdings könne eine leichte Verteuerung der Kredite als Folge der Finanzkrise nicht ausgeschlossen werden, was dem positiven Effekt der attraktiven Sparzinsen entgegenläuft.
Jeder fünfte Bundesbürger hat aus Verlustangst seine risikovollere Anlageformen aufgelöst und sich für eine sichere Kapitalanlage entschieden. Laut GfK hat sich das in riskantere Anlageklassen, wie z. B. Aktien, Fonds und Zertifikate, investierte Volumen deutlich reduziert. Parallel gab es Zuwächse bei Tages- und Festgeldkonten.
Daniel Franke