Mit Hilfe einer Personenbilanz kan nicht nur das "Was-ist", sondern auch das "Was-sein-könnte" (Potenziale, Perspektiven) verdeutlicht werden. Im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte spielen "weiche", oft als nicht bewertbar abqualifizierte Personalfaktoren eine immer wichtigere Rolle. Über die Personenbilanz können diese "Intangibles" einer transparent nachvollziehbaren und einheitlich durchgängigen Bewertungssytematik zugeführt werden.
Fragen an das Personalcontrolling: wird häufig Wissen geheim gehalten, weil damit Macht und Ansehen verbunden ist ? bleibt das wichtigste Wissen häufig auf einzelne Mitarbeiter beschränkt ? werden Techniken der Wissensmultiplikation eingesetzt ? werden Wissens- und Kompetenznetzwerke aufgebaut und genutzt ? Personalcontrolling-Funktionen: Im Personalcontrolling als einem integrierten Planungs-, Informations- und Kontrollsystem wird die Controllingidee auf die Personalfunktionen übertragen. Auf der operativen Ebene orientiert sich das Personalcontrolling an Zielen, d.h. Planung und Ermittlung von personalwirtschaftlichen Kenngrößen, Kontrolle als Soll-Ist-Vergleich, Abweichungsanalyse, Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen. Auf der strategischen Ebene ist es sinnvoll, eine enge Verknüpfung zwischen Personalentwicklungs- und Unternehmensplanung herbeizuführen. Anhand des nachfolgenden Personal-Portfolios geht es um die Fragen: wie sieht das aktuelle Leistungsverhalten aus? wie soll das zukünftige Entwicklungspotential aussehen? Im Rahmen einer ganzheitlichen Entwicklung auf Basis des Konzeptes für umfassende Personenbilanzen wird hierzu ein operatives und strategisches Umfeld beschrieben, u.a. von Becker,
Jörg: Personalcontrolling mit Mitteln einer Personenbilanz, ISBN 978 3 8391 0177 3.Zu den Aufgaben des Personalcontrolling zählt, Personalplanung und -kontrolle aufeinander abzustimmen. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Kompatibilität der Personalplanung mit den anderen Teilplanungen (Absatz-, Fertigungs-, Beschaffungs-, Investitions-, Finanzplanung) sowie der Unternehmensgesamtplanung sichergestellt wird. Das Personalcontrolling sollte Umfeldveränderungen im Personalbereich frühzeitig erkennen und hierfür geeignete Anpassungsstrategien entwickeln. Dazu können Instrumente erarbeitet werden, die eine Abschätzung der Wirkungen der Personalarbeit auf die Erreichung der Erfolgsziele ermöglichen. Da der Personalbereich stark durch Gesetze, Rechtsprechung, Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen u.a. geprägt und reglementiert ist, sollten die Instrumente des Personalcontrolling sehr flexibel gestaltet werden. Ein effektives Personalinformationssystem ist für das Personal-Controlling von entscheidender Bedeutung, weil dieses über die Qualität der aus den Ausgangsdaten hergestellten Personalinformationen entscheidet. Nur wer seinen Standort kennt, kann über den richtigen Weg zum Ziel entscheiden:
Vgl. Becker, Jörg: Personalcontrolling mit Mitteln einer Personenbilanz – Vom Faktischen zum Taktischen, ISBN 978 3 8391 0177 3. Aus den Ergebnissen können für das Personalcontrolling fundierte, abstimmungsfähige Maßnahmenempfehlungen abgeleitet werden. Die Darstellung legt auch die Dynamik der Wirkungsbeziehungen zwischen Personalfaktoren mit Hebel- und Rückkoppelungseffekten offen.
Jörg Becker
www.beckinfo.de