vegetarische Rezepte
Es sind ja nur Tiere
Immer wieder muss ich mir als Vegetarier in Diskussionen anhören, dass Fleisch und Fisch doch was gutes sind. Es schmecke lecker und schließlich sei es doch das „normalste" von der Welt, dass Tiere geschlachtet werden. Sehr häufig kommt dann von den Gesprächspartnern der Einwand „es seien doch nur Tiere".
Wer vegetarische Rezepte ausprobieren möchte, der hat meist einen Grund dafür. Entweder sucht er nur nach Alternativen, um nicht jeden Tag Fleisch und Wurst essen zu müssen. Oder er hinterfragt grundlegend das bisherige Ernährungsverhalten und kommt zu dem Schluss, dass er sich von nichts mehr ernähren möchte, was einmal gelebt hat. Und ob man nun vollständig zum Vegetarismus konvertiert oder einfach nur an bestimmten Tagen auf den Fleischkonsum verzichten möchte, all dies sind lobenswerte Entscheidungen.
Im Grunde sollte man sich vor allem die momentane Praxis vor Augen führen, wie dieser enorme Bedarf an tierischen Produkten gedeckt wird. Fleisch ist inzwischen billig wie nie zuvor, immerhin möchte man ja nicht auf sein Schnitzel verzichten und hat dennoch nichts zu verschenken. Nicht anders verhält es sich im Übrigen auch mit anderen tierischen Produkten, wie beispielsweise Milch oder Eiern. Auch hier steht der billige Preis meist im Vordergrund, was dies im Umkehrschluss jedoch für die Tierhaltung bedeutet, wird meist ignoriert.
Betrachtet man jedoch die Zustände in der Tierhaltung, oder gar in der Schlachtung, dann muss man sich doch ernsthaft die Frage stellen, ob der Preis das einzig entscheidende Kriterium sein darf. Ein Schnitzel, verpackt im Kühlregal, dahinter steckt eine Tortur unglaublichen Ausmaßes. Die Tiere, aufgewachsen in einem überfüllten, verdreckten und dunklen Stall, werden in Windeseile gemästet, um so schnell wie möglich das notwendige Gewicht zur Schlachtung zu erlangen. Kaum ist dieses erreicht, fährt ein Viehtransporter vor, der die Tiere zur Schlachtung fährt. Hierbei wird sicherlich kein Fingerspitzengefühl an den Tag gelegt, vielmehr werden die Tiere an Bord getrieben und anschließend im Schlachthof eingepfercht. Von da an geht es dann Reih in Glied zur maschinellen Tötung, der Zerlegung und Verpackung. Eine Vorgehensweise, die die meisten Menschen noch nicht einmal in Bildern ertragen könnten.
Am Ende steht die Verpackung im Kühlregal und alles was kommt sind Sätze wie „es sind ja nur Tiere".
(Larry Münzenmay)